Werder-Talent trifft auf seinen Ex-Club, der ihn vergrault hat

Der Selke-Tag

+
Davie Selke macht bei Werder eine immer bessere Figur und darf heute sogar auf sein Startelf-Debüt in der Bundesliga hoffen.

Bremen - Als Davie Selke gestern zum Abschlusstraining marschierte, da wirkte er total fokussiert, ließ sich von nichts ablenken, als habe er nur eines im Kopf: das Spiel heute gegen Hoffenheim. Denn es ist ein ganz besonderes für ihn. Bei 1899 wollte Selke Profi werden, doch der Club setzte vor zwei Jahren auf Altstars – und deshalb flüchtete das Talent nach drei Jahren im Kraichgau Anfang 2013 für eine Ablöse von 50.000 Euro nach Bremen. Ausgerechnet gegen den Ex-Verein könnte Selke heute sein Startelf-Debüt in der Bundesliga feiern.

„Es ist schade, dass er nicht mehr hier ist“, sagte 1899-Trainer Markus Gisdol auf der Pressekonferenz vor dem Werder-Spiel und erklärte: „Für die Entscheidung, dass er in Bremen ist, können wir Verantwortlichen hier nichts.“ Laut der „Rhein-Neckar-Zeitung“ trägt Gisdols Vor-Vorgänger die Schuld: Markus Babbel. Der Ex-Nationalspieler habe Selke vergrault, indem er lieber auf teure Stars wie Eren Derdiyok von Bayer Leverkusen gesetzt habe, behauptet das Blatt.

In Bremen musste sich Selke allerdings auch gedulden. Nach seinem Wechsel im Januar 2013 spielte er nur in der U19. Erst zur neuen Spielzeit gehörte der Stürmer zum Regionalliga-Kader der U23 – und durfte sich zugleich über drei Kurzeinsätze bei den Profis freuen. Mehr in Erinnerung blieb allerdings ein Handgemenge mit Kapitän Clemens Fritz ausgerechnet im Training vor der Weihnachtsfeier. Danach spielte Selke bei den Profis keine Rolle mehr.

Bis zum Sommer. Als U19-Europameister und EM-Torschützenkönig war der 19-Jährige plötzlich in aller Munde – und dann in den ersten beiden Pflichtspielen auch ein „Joker“ für Werder-Coach Robin Dutt. Mit Erfolg. Selke traf im Pokal gegen Illertissen und überzeugte in Berlin. Deshalb wird er heute sogar in der Startelf erwartet. Die automatische Vertragsverlängerung bis 2016 nach einer bestimmten Anzahl von Pflichtspielen ist da nur noch eine Frage der Zeit. Eine Antwort dürfte es aber schon nächste Woche geben. Denn Werder-Sportchef Thomas Eichin hat nach einem Gespräch mit Selke, dessen Berater Akeem Adewunmi und Selke-Papa Teddy Rupp zufrieden festgestellt: „Beide Seiten wollen – das ist die beste Voraussetzung, um zueinander zu kommen. Davie hat klar gesagt, dass er weiter hier spielen möchte.“ Der Sportchef will auch nicht zu lange mit einer Verlängerung warten, denn, „wenn der Junge einschlägt und richtig gut performt, sitze ich im Januar mit ihm da, und es wird dann bestimmt nicht leichter.“

Und was sagt Selke dazu? Nichts! Dutt hat ihm vor der Partie gegen Hoffenheim unter dem Oberbegriff „Welpenschutz“ einen Maulkorb verpasst.

kni/ck

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Amri-Ausschuss in NRW nimmt Rolle von V-Mann ins Visier

Amri-Ausschuss in NRW nimmt Rolle von V-Mann ins Visier

Fahrgeschäfte, Buden, Zelte: Das gefällt den Besuchern am besten 

Fahrgeschäfte, Buden, Zelte: Das gefällt den Besuchern am besten 

Das sind die zehn reichsten Menschen der Welt

Das sind die zehn reichsten Menschen der Welt

Werder-Ankunft in Köln

Werder-Ankunft in Köln

Meistgelesene Artikel

Das passiert am Samstag

Das passiert am Samstag

Zehn Fakten zum Werder-Spiel gegen Gladbach

Zehn Fakten zum Werder-Spiel gegen Gladbach

Wohin mit Kainz? Nouri hat die Wahl

Wohin mit Kainz? Nouri hat die Wahl

Das passiert am Dienstag

Das passiert am Dienstag

Kommentare