Bremen steht kopf, weil der Meister kommt und der Freimarkt startet

Am Super-Freitag darf Pizarro einfach nicht schlapp machen

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Haut er trotz Jetlag Borussia Dortmund weg? Claudio Pizarro kehrte erst gestern am frühen Abend nach Bremen zurück, soll heute aber schon wieder frisch und fit sein.

Bremen im Ausnahmezustand: Erst gehen heute auf der Bürgerweide die Lichter an, dann im Weserstadion. Meister Borussia Dortmund startet um 20.30 Uhr seinen Angriff auf die Werder-Festung – es ist der ultimative Fußball-Kracher zum Start des 976. Freimarktes. Und selbst alte Hasen wie der Bremer Geschäftsführer Klaus Allofs und Trainer Thomas Schaaf spüren vor dieser Partie ein besonderes Prickeln.

„Freitagabend, das Flutlicht brennt, der Meister ist zu Gast und der Freimarkt kommt als i-Tüpfelchen oben drauf – das ist schon klasse“, frohlockt Allofs. Auch Schaaf schwärmt vor dem Duell Zweiter gegen Sechster: „Bei allem, was man von beiden Teams weiß, könnte es das Super-Spiel werden.“ Weil sowohl Werder als auch die Borussia den Offensivfußball lieben, leben und zelebrieren.

Training am Donnerstag

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Allerdings: Bei Werder tauchen ausgerechnet im Sturm Probleme auf. Marko Arnautovic ist gesperrt, für ihn wird Markus Rosenberg zum Einsatz kommen. Das ist das eine. Das andere ist der Jetlag bei Claudio Pizarro. Der Peruaner wurde erst gestern Abend und damit extrem spät von der WM-Qualifikation aus Südamerika zurückerwartet. Heute soll er schon wieder Top-Leistungen bringen. Geht das überhaupt? Ja, mit der richtigen Pflege und der richtigen Vorbereitung, glaubt Thomas Schaaf. „Wir werden Claudio in Eis packen“, sagt er im Spaß, wird dann aber ernst: „Dieser Termin am Freitagabend passt uns was Claudio betrifft natürlich gar nicht. Aber er hat die Erfahrung, mit solchen Situationen umzugehen. Er macht das ja schon viele Jahre.“

Aber Pizarro könnte aus der Übung gekommen sein. Mehr als drei Jahre war er wegen eines Streits mit dem Verband nicht für die Nationalmannschaft Perus nominiert worden. Jetzt hat er wieder den Transatlantik-Reisestress. Dass das manchmal negative Folgen haben kann, zeigt das Beispiel Diego. Es war im September 2007, als der damalige Werder-Spielmacher gerade aus Brasilien zurückgekehrt war und gegen Borussia Dortmund (so ein Zufall) wenig fit wirkte und sich von der – nennen wir es mal – speziellen Betreuung durch Gegenspieler Tinga fast bis zur Weißglut und Roten Karte reizen ließ. Nur die Auswechslung zur Pause rettete ihn vor dem Platzverweis – nicht aber Werder vor der Niederlage. 0:3 ging die Partie verloren.

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Diego war damals mit 22 Jahren freilich noch ein grüner Junge, Pizarro ist ein Routinier. Dennoch gab Coach Schaaf dem 33-Jährigen am Mittwoch im Telefonat noch ein paar Verhaltensregeln mit auf die Rückreise. „Es ist für ihn nicht einfach, erst so kurz vor knapp zurückzukommen. Speziell weil die Erwartungen an ihn sehr hoch sind. Er muss in der wenigen Zeit, die ihm bleibt, versuchen, zur Ruhe zu kommen. Claudio weiß, dass er eine große Verantwortung hat, dafür zu sorgen, dass er uns fit zur Verfügung steht.“ Um weiter Tore zu schießen oder vorzubereiten – so wie bei den letzten acht (!) Werder-Treffern, an denen Pizarro jeweils direkt beteiligt war.

Morgen Abend ist er dann schon wieder gefordert. Die Mannschaft plant einen kollektiven Streifzug über den Freimarkt, und Torjäger Pizarro könnte dabei sein zweites großes Talent voll entfalten: das des Party-Löwen. Es sei denn, er ist einfach zu müde. csa/kni

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