3:4 – peinliche Vorstellung in Gladbach

Werder stürzt immer tiefer

HÄNGENDE KÖPFE: Mesut Özil (links) und Tim Wiese schleichen bedient vom Platz.

Werder-Bremen - MÖNCHENGLADBACH. Werder Bremens winterliche Krise nimmt ungeahnte Ausmaße an. Nach einer vor allem in der ersten Halbzeit indiskutablen Leistung verlor die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf gestern bei Borussia Mönchengladbach mit 3:4 (2:4) und hat die Saison damit vorzeitig verpfuscht.

Es war die fünfte Niederlage in Folge für die Hanseaten – das hatte es zuletzt 2005 gegeben. Und nach nunmehr sieben sieglosen Spielen muss sich Werder mit dem bitteren Gedanken anfreunden, beim Blick auf die Tabelle vorerst lieber nach unten als nach oben zu schauen.

Die Fotos vom Spiel

Borussia Mönchengladbach - Werder Bremen

Was Torwart Tim Wiese als „totale Katastrophe“ bezeichnete, formulierte Manager Klaus Allofs so: „Alles, was wir uns nach dem Bayern-Spiel vorgenommen hatten, hat sich ins Gegenteil verkehrt. Wir wollten hinten besser stehen, das muss die Basis sein. Das ist natürlich überhaupt nicht gelungen – solche Gegentore dürfen einfach nicht passieren.“ Allofs sorgt sich nach dem neuerlichen Negativ-Erlebnis auch um die psychische Verfassung der angeknockten Bremer Profis: „Jetzt kommt auch noch die Verunsicherung dazu. Es macht mir Angst, wenn ich sehe, wie wir die Punkte herschenken.“

Die erste Halbzeit – sie war aus Bremer Sicht ein einziges Debakel. Es war peinlich bis beschämend, was die Gäste ablieferten. Das Abwehrverhalten mit schlampig zu bezeichnen, ist noch wohlwollend formuliert. Vor allem Linksverteidiger Aymen Abdennour, den Trainer Thomas Schaaf vor der Partie noch starkgeredet hatte, war eine totale Enttäuschung. Technische Mängel und ein desaströses Stellungsspiel – der Tunesier verteilte gleich reihenweise Einladungen an die Gladbacher Offensive.

Und die bedankte sich – weil auch die anderen Bremer Defensivspieler den kollektivben Tiefschlaf vorführten – mit drei Toren innerhalb von nur 14 Minuten!

Die 4. Minute: Nach einem Pass von Tobias Levels reklamiert Per Mertesacker zu Unrecht auf Abseits. Raul Bobadilla geht rechts auf und davon, passt quer zu Marco Reus – 1:0.

Die 13. Minute: Bobadilla dringt in den Bremer Strafraum ein, wird überhaupt nicht angegriffen, legt den Ball quer zu Roberto Colautti, und der drückt die Kugel aus kurzer Distanz zum 2:0 über die Linie. Auch dank Per Mertesacker. Werders Abwehrspieler war viel zu weit weg vom Gladbacher.

Die 18. Minute: Abdennour verschätzt sich nach einem Abschlag von Gladbachs Keeper Loga Bailly, läuft dann nur halbherzig hinterher. Vier Bremer sind auch nicht in der Lage, den Borussen-Stürmer zu stören. Der schießt aus der Drehung zum 3:0 ins kurze Ecke ein, weil Wiese die Seite nicht zumacht und Mertesacker erneut nur interessiert zuschaut.

Werder war geschockt, da half auch der Anschlusstreffer zum 3:1 von Mesut Özil nach Vorarbeit von Marko Marin (26.) nicht viel, denn neun Minuten später stellte erneut Bobadilla den alten Abstand wieder her. Und wie: Der Stürmer jagte einem langen Ball hinterher, Wiese eilte aus dem Strafraum, ging aber nur läppisch in den Zweikampf. Der Ball landete wieder vor Bobadillas Füßen, und der Angreifer traf aus 20 Metern ins leere Tor – 4:1. „Wir haben die Schnauze voll“, brüllten die knapp 3 000 mitgereisten und völlig frustrierten Werder-Fans. Sie wurden durch das Flugkopfballor von Claudio Pizarro zum 4:2 (40.) vor der Pause nur unwesentlich besänftigt.

Schaaf stellte in der Not um, nahm den schwachen Abdennour raus, brachte dafür Stürmer Hugo Almeida. Marin zog sich ins Mittelfeld zu rück und – man lese und staune – Aaron Hunt rückte auf die Linksverteidigerposition. Auch der wieder einmal enttäuschende Tim Borowski musste kurz darauf (64.) für Markus Rosenberg Platz machen. Mehr Offensive ging nicht.

Viel besser wurde das Bremer Spiel dadurch aber auch nicht, weil die Kreativabteilung der Gäste, allen voran Mesut Özil, kaum etwas Gescheites produzierte. Gladbach verlegte sich aufs Kontern – und hätte damit auch fast Erfolg gehabt, doch Wiese verhinderte mit einer spektakulären Rettungstat nach einem Heber von Bobadilla das 5:2 (74.).

Hoffnung keimte noch einmal auf, als Torsten Frings in der 83. Minuten einen Strafstoß zum 4:3 verwandelte. Gladbachs Keeper Bailly hatte Marin gefoult. Doch der Treffer und die Schlussoffensive kamen zu spät, um zumindest noch ein Unentschieden zu retten. Ein Punkt hätte das Bremer Gesicht an diesem Nachmittag auch allzu schön geschminkt.

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