Werder-Stürmer will seinen Stammplatz zurück – und schwärmt von Izet Hajrovic

Petersen plant den Angriff

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Bank? Darauf hat Nils Petersen in der Rückrunde genug gesessen. Der Stürmer will sich in der Vorbereitung seinen Stammplatz im Werder-Angriff zurückerobern.

Bremen - Die Nachtschichten sind vorbei. Als Fußball-Junkie saß Nils Petersen in den vergangenen Wochen stets noch richtig spät vor dem Fernseher. „Ich habe alle WM-Spiele gesehen“, sagt der Werder-Stürmer, „das ist doch Pflichtprogramm. Das ist mein Job.“ Ärger mit der Freundin gab es deswegen nicht.

„Vor 18 Uhr habe ich den Fernseher doch nicht angemacht“, sagt der 25-Jährige und grinst. Nach Abschluss der Vorrunde und den Null-Uhr-Spielen in Brasilien kommt Petersen nun aber wieder früher ins Bett – und ein bisschen mehr Schlaf kann er gebrauchen, schließlich muss und will er bei Werder schon in der Vorbereitung auf die neue Bundesliga-Saison hellwach sein.

Lange Zeit war der Mittelstürmer, vor zwei Jahren vom FC Bayern ausgeliehen und im vergangenen Sommer fest verpflichtet, in Bremen der unumstrittene Angreifer Nummer eins. In der letzten Rückrunde jedoch schwächelte er und verlor seinen Status. Werder spielte gegen Ende der Saison zwar mit zwei Spitzen, doch dabei fiel die Wahl von Trainer Robin Dutt auf Franco Di Santo und Eljero Elia. Petersen schmorte auf der Bank und hat Verständnis dafür: „Ich bin Realist. Franco und ,Elli‘ haben super harmoniert, das muss man schon sagen. Es war kein Drama für mich.“ Natürlich sei es aber sein Anspruch, „hier Stammspieler zu sein“, formuliert Petersen klar, aber nicht zu forsch: „Und für mich, der zuletzt draußen saß, ist es gut, dass es jetzt für alle wieder bei Null losgeht.“

Von Wechselgedanken, die bei seiner zuletzt unbefriedigenden Situation nicht völlig abwegig wären, keine Spur. Petersen will von Anfang an Vollgas geben und sich nicht vorwerfen lassen müssen, nicht alles gegeben zu haben. „Ob das dann reicht, um, wenn es ernst wird, bei Robin Dutt auf dem Zettel zu stehen, werden wir sehen. Ich hoffe es.“ Die trainings- und spielfreie Zeit hat er nicht nur für lange WM-Abende genutzt, sondern auch, um sich mental auf den Kampf um die Angriffsplätze vorzubereiten. „Ich habe mich an kleinen Sachen hochgezogen“, sagt er, „zum Beispiel daran, dass ich in der vergangenen Saison Werders bester Torschütze war.“

Allerdings mit nicht gerade Aufsehen erregenden sieben Treffern. Wenig für einen zentralen Stürmer – das weiß Petersen, das weiß auch Werder. Und deshalb hat Sportchef Thomas Eichin bereits angekündigt, noch einen Angreifer und einen offensiven Mittelfeldmann (als Ersatz für den zum VfL Wolfsburg abgewanderten Aaron Hunt) holen zu wollen. „Das ist normal“, meint Petersen, „wenn man die Ausbeute unserer Offensivspieler sieht.“ Er würde es auch besonders begrüßen, wenn jemand dazukäme, der die Spitze oder die Spitzen mit brauchbaren Vorlagen füttert. „Die Transfers müssen bei unserer finanziellen Situation aber sitzen“, betont der 25-Jährige in bester Manager-Sprache, „einen Notkauf können wir uns nicht erlauben.“

Ein ganz heißer Kandidat ist Izet Hajrovic, den Petersen – natürlich – kennt. Wenn auch nur aus dem TV. Schließlich hat der 22-Jährige mit Bosnien-Herzegowina die WM gespielt, ist allerdings bereits in der Vorrunde gescheitert. „Ich habe gelesen, dass er bei uns im Gespräch ist und deswegen natürlich genau hingeguckt“, verrät Petersen. Sein Urteil über Hajrovic: „Schnell, starker linker Fuß. Und wenn man bei der Weltmeisterschaft dabei ist und in einer guten Mannschaft in der Startelf steht, muss man Qualität haben. Es wäre große Klasse, wenn wir so einen nach Bremen locken könnten.“

Dass Hunt nicht mehr dabei ist, empfindet Petersen zwar als individuelle Schwächung. Er sieht darin aber auch eine Chance: „Aaron war ziemlich festgelegt auf die Position als Zehner. Vielleicht sind wir in Zukunft etwas flexibler.“

Insgesamt will Petersen – wie alle anderen Bremer – nicht noch eine Saison im Abstiegskampf erleben. In seiner Prognose ist er jedoch ziemlich vorsichtig. „Ich sehe keine Mannschaft als sicheren Abstiegskandidaten. Jeder hat etwas Unangenehmes, zum Beispiel auch Paderborn als kampfstarker Aufsteiger. Ich denke, es wird wieder einen Pulk im Mittelfeld geben. Und es wäre schön, wenn wir einen gesicherten Platz einnehmen.“

mr

Werders 6:1-Sieg gegen Tündern

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