Werder-Stürmer Ujah beendet Torflaute und feiert zuerst mit Trainer Skripnik

Ein „perfekter Job“ und ein klares Bekenntnis

+
Spezieller Jubel: Nach seinem Tor zum 1:0 herzte Anthony Ujah als erstes Werder-Coach Viktor Skripnik, über den er später sagte: „Jeder will, dass er bleibt.“

Mainz/Bremen - Wenn er gegen seine Ex-Clubs immer so auftrumpft, darf Werder sich schon auf das Zweitrundenspiel im DFB-Pokal am Mittwochabend (20.30Uhr) freuen. Dann geht es im Weserstadion gegen den 1.FC Köln, für den Anthony Ujah drei Jahre aktiv war und von dem er im Sommer für 4,5 Millionen Euro an die Weser wechselte.

Nun kann er seinem zweiten ehemaligen Verein in Deutschland richtig wehtun, beim ersten ist es bestens gelungen.

Vor Köln war Ujah in Mainz – und dort, wo seine Bundesliga-Karriere 2011 begonnen hatte, meldete sich der 25-jährige Nigerianer am Samstag eindrucksvoll zurück. Nach seinem zweiten Doppelpack (den ersten hatte er für Mainz beim 3:1 gegen Stuttgart am 4. November 2011 geschnürt) klang er extrem erleichtert: „Das war sehr, sehr wichtig für mich und gibt mir viel Selbstvertrauen. Die letzten Wochen sind ja nicht so gut für mich gelaufen.“

Kann man so sagen. Beim 3:1 in Hoffenheim hatte Ujah sein letztes Tor für Werder geschossen, es folgten 488 Minuten ohne Erfolgserlebnis. Eine halbe Ewigkeit für einen Torjäger. Und gegen die Bayern vergab er auch noch die zwei besten Chancen – nichts war’s mit der Sensation, die Bremer verloren mit 0:1. „Da hat er zwei versemmelt, heute hat er sie eben reingemacht“, meinte Sportchef Thomas Eichin anerkennend.

Ujah knipst wieder – Trainer und Teamkollegen sind begeistert. „Er hat seinen Job perfekt gemacht, echt klasse“, schwärmte Coach Viktor Skripnik. „Tony hat sich heute für seine Wege und seine harte Arbeit belohnt“, urteilte Kapitän Clemens Fritz. Und Mittelfeldmann Zlatko Junuzovic sagte treffend: „Er stand da, wo ein Stürmer stehen muss. Goldrichtig.“

Und das gleich zwei Mal. Jeweils nach Hereingaben von Santiago Garcia. Beim 1:0 (40.) köpfte Ujah ungehindert ein, nachdem der Ex-Bremer Leon Balogun eine Flanke leicht abgefälscht und Mainz-Keeper Loris Karius deshalb ins Leere geflogen war. Anschließend lief Ujah mit ernster Miene direkt zu Skripnik, der nach der Bayern-Partie selbst sein mögliches Aus ins Spiel gebracht hatte, und herzte ihn ausgiebig. Die Erklärung des Schützen: „Viktor hat uns viel geholfen, das Tor war auch wichtig für ihn. Jeder will, dass er bleibt. Wir müssen in jedem Spiel für ihn kämpfen.“

Beim 2:0 traf Ujah dann mit seinem schwächeren linken Fuß volley aus kurzer Distanz (44.). Es war ein Tor quasi mit Ansage, wie er später mit einem Schmunzeln verriet: „Santi hat mir vorher gesagt, ich soll immer auf den ersten Pfosten laufen. Nach dem Spiel habe ich mich erst mal bei ihm bedankt.“

Nach Mainz-Sieg: Werder in der Einzelkritik

Werder gewinnt 3:1 in Mainz

Seinen zweiten Streich feierte Ujah schon etwas intensiver als beim 1:0, aber immer noch nicht enthusiastisch. „Es war ein bisschen komisch, hier zu treffen, meine ersten Tore gegen Mainz“, sagte der 25-Jährige: „Es tut mir auch leid für die Fans hier, aber meine Mannschaft brauchte mich heute.“

So wie auch am Mittwoch gegen Köln. Wenn er da erneut trifft, will er aber „gar nicht jubeln“, kündigte Ujah an: „Köln ist für mich etwas ganz Besonderes, ich hatte dort drei unglaubliche Jahre.“ Das gilt aber sicher nicht für den Abschied aus der Domstadt. Als feststand, dass er den Club mittels einer Ausstiegsklausel in Richtung Bremen verlässt, war Ujah der Buhmann bei den Fans. Es gab viele Pfiffe – und sogar Tränen beim Stürmer.

Das ist Vergangenheit, für den Nigerianer zählt nur noch die Zukunft und das Weiterkommen im Pokal. „Ich will das Spiel unbedingt gewinnen und gebe alles dafür. Und für unsere Fans ist es an der Zeit, dass sie auch mal zu Hause jubeln können.“ Für ihn selbst übrigens auch: Alle seine vier Saisontore hat Ujah auswärts geschossen. Nun bietet sich die Gelegenheit, auch den Heimfluch zu beenden.

mr

Mehr zum Thema:

Abgeordnete dürfen deutsche Soldaten in Konya besuchen

Abgeordnete dürfen deutsche Soldaten in Konya besuchen

Merkel, Trump und Co. beim G7-Gipfel auf Sizilien: Die Bilder

Merkel, Trump und Co. beim G7-Gipfel auf Sizilien: Die Bilder

Mit kurzer Hose ins Büro? Zehn Outfit-Fails im Sommer

Mit kurzer Hose ins Büro? Zehn Outfit-Fails im Sommer

Edel, sexy, elegant: So präsentierten sich die Stars bei der amfAR-Gala 

Edel, sexy, elegant: So präsentierten sich die Stars bei der amfAR-Gala 

Meistgelesene Artikel

Furioses Finale ohne Freudentaumel

Furioses Finale ohne Freudentaumel

Wiedwald: „Können stolz auf die Rückrunde sein“

Wiedwald: „Können stolz auf die Rückrunde sein“

Volkmer, der Vollstrecker! Werder II bleibt in Liga drei

Volkmer, der Vollstrecker! Werder II bleibt in Liga drei

Bruns nicht mehr Co-Trainer

Bruns nicht mehr Co-Trainer

Kommentare