3:0 geführt, trotzdem gezittert

Werder strapaziert erneut die Nerven – 4:2

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Nach einem vermeintlichen Ellbogencheck schickt Schiedsrichter Markus Schmidt Torsten Frings vom Feld

Bremen - Normal geht einfach nicht! Werder Bremen hat gestern die Serie von vier Heimspielen innerhalb von zehn Tagen zwar mit dem erwarteten Sieg über den 1.

FC Nürnberg beschlossen, doch wie in den Partien davor war’s erneut ein Nervenspiel, das die Bremer den 36 123 Zuschauern im Weserstadion boten. Zur Halbzeit hatte es nach Toren von Per Mertesacker (1./20.) und Tim Borowski (36.) bereits 3:0 gestanden, doch erst mit dem Schlusspfiff machte Clemens Fritz mit einem Schuss ins verwaiste Nürnberger Tor alles klar. 4:2 – Jubel, Aufatmen, Mund abputzen. Vier Tage nach dem Einzug ins DFB-Pokalfinale hatte Werder die Pflicht erfüllt.

Doch es war richtig eng. Nach den Anschlusstoren von Mike Frantz (47.) und Eric-Maxim Choupo-Moting (63./Handelfmeter) mussten die Platzherren die letzten Minuten in Unterzahl überstehen. Denn Kapitän Torsten Frings hatte nach einem Zweikampf mit Nürnbergs Thomas Broich die Rote Karte gesehen. Eine höchst umstrittene Entscheidung.

Die Bilder zum Spiel

Werder - Nürnberg: Die Bilder zum Spiel

Die zudem Folgen hat für Werder. Denn Frings wird am Ostersamstag beim enorm wichtigen Auswärtsspiel gegen den Tabellenvierten Borussia Dortmund (nach dem 0:0 bei Hertha BSC nur noch ein Punkt voraus) definitiv fehlen. Und das, obwohl er sich keines Vergehens bewusst war. Auf Ellenbogenschlag gegen Broich hatte Schiedsrichter Markus Schmidt (Stuttgart) entschieden. Doch die Szene war eine, wie sie immer wieder vorkommt – gerade bei Frings: Ballannahme, Finte links, wegdrehen nach rechts. Nur dass diesmal angeblich der Ellenbogen im Gesicht des Gegenspielers gelandet war. „Als der Schiedsrichter gepfiffen hat, habe ich gedacht, dass er sich geirrt hat. Ich weiß nicht, was ich gemacht haben soll“, zeigte sich der Werder-Kapitän schwer irritiert. „Ich glaube“, sagte er, „der Schiri ärgert sich am meisten, wenn er die Szene im Fernsehen sieht.“

Tatsächlich war es die linke Hand, die Richtung Broichs Gesicht ging. Unabsichtlich und aus der normalen Bewegung heraus. Dass sich der Nürnberger anschließend am Boden wälzte, ärgerte Frings mehr als die eigentliche Entscheidung. „Traurig, dass er sich so theatralisch fallen lässt. Das war Schauspielerei.“

Der Rest des Spiels hatte allerdings auch beste Unterhaltung zu bieten. Wieder mal war es eine Fußball-Show, die sich im Weserstadion abspielte. Nachdem Mertesacker nach Eckbällen zweimal per Kopf getroffen und der gute Borowski eine Marin-Vorlage trocken verwertet hatte, sah Werder schon wie der sichere Sieger aus. Und das, obwohl das Team im Vergleich zum Pokal-Halbfinale gegen den FC Augsburg auf fünf Positionen verändert war. Es lief dennoch wie geschmiert – bis zur Halbzeitpause. Danach bekamen die Zuschauer erneut eine Aufholjagd geboten. Diesmal allerdings vom Gegner. Frantz überwand den fehlerlos spielenden Wiese-Ersatz Sebastian Mielitz mit einem Drehschuss aus elf Metern, und Choupo-Moting verwandelte einen von Fritz verursachten Handelfmeter („Hand war’s, ich bin aber gestoßen worden“) zum 2:3 aus Nürnberger Sicht. Es wurde wieder kribbelig. Bis „Club“-Torhüter Raphael Schäfer mit nach vorne stürmte, Werder aber den Ball eroberte und Pechvogel Fritz mit dem 4:2 alles klar machte.

Fazit Tim Borowski: „Wir sind haarscharf am Unentschieden vorbei geschrammt.“

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