Werder steckt frühen Rückstand weg

Großes Aluminium-Pech beim 1:1

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Riesenjubel – und das auch noch genau vor der Werder-Kurve: Anthony Ujah lässt sich in Berlin für seinen Ausgleich von den Teamkollegen (von links) Aron Johannsson, Maximilian Eggestein und Ulisses Garcia feiern.

Berlin - Was für ein Auf und Ab für Werder Bremen gestern Abend im Berliner Olympiastadion. Nach einem sehr frühen Rückstand brachte ein Tor von Anthony Ujah die Grün-Weißen zurück ins Spiel. Am Ende verhinderte zwei Mal Aluminium einen Auswärtssieg – so blieb's beim 1:1 (1:1) vor 56.327 Zuschauern und dem ersten Werder-Punkt am zweiten Bundesliga-Spieltag.

Werder-Trainer Viktor Skripnik hatte seine Startelf im Vergleich zur 0:3-Pleite gegen Schalke auf zwei Positionen umgebaut – einerseits notgedrungen, weil es für Offensivmann Fin Bartels nach seiner Gesäßmuskelzerrung noch nicht für einen Einsatz von Beginn an reichte. Für ihn gab der erst 18-jährige Maximilian Eggestein den Zehner. Andererseits musste Levin Öztunali, zuletzt Sturmpartner von Anthony Ujah, Aron Johannsson weichen, der gestern erstmals von Beginn an ran durfte. Der 24-Jährige gab nach knapp zwei Minuten auch den ersten Torschuss ab, stand aber im Abseits.

Besser machten es die Berliner, die eine insgesamt schläfrige Anfangsphase mit einer Führung wie aus dem Nichts beendeten! Eine hohe Hereingabe von Sebastian Plattenhardt köpfte Theodor Gebre Selassie unglücklich zu Jens Hegeler in die Mitte. Dessen Schuss blockte Ulisses Garcia noch ab, doch diesen Ball versenkte Valentin Stocker nach kurzer Drehung zur Überraschung von Jannik Vestergaard dicht neben ihm per Abschluss unter den Querbalken zum 1:0 (6.).

Bremen holt Remis in Berlin: Die Noten

Schlimmer konnte es fast nicht kommen, urteilte auch Werder-Sportdirektor Rouven Schröder: „Wenn du das erste Spiel verloren hast und nach fünf Minuten zurückliegst, ist das nicht einfach.“ Nach diesem Schock spielte erstmal nur noch Hertha – und fast nur über rechts, wo Außenverteidiger Peter Pekarik viel für die Offensive tat und Haraguchi vor ihm Werders Linksverteidiger Garcia mehrfach vor Probleme stellte. Hertha kontrollierte konsternierte Bremer.

Doch nach 20 Minuten hatten sich die Gäste geschüttelt. Und der erste feine Spielzug der Partie brachte Werder wieder zurück ins Spiel: Philipp Bargfrede marschierte durchs Mittelfeld, passte zu Gebre Selassie, dessen Diagonalball fand den aufgerückten Garcia – und seine feine Linksflanke verwertete Anthony Ujah zum 1:1! Der Kopfball des Nigerianers misslang zwar, doch im Nachsetzen stocherte er die Kugel zum Ausgleich rein (26.). „Die Flanke kam von Ulisses?“, fragte Ujah später in die Journalistenrunde und freute sich, dass ihn tatsächlich sein Zimmerkollege, wie er ausdrücklich betonte, bedient hatte: „Das ist gut, wir wollten mehr Flanken von ihm, weil er das so gut kann.“

Werder bei Hertha - 1:1

Nach dem Ausgleich rannten alle Grün-Weißen zum Gästeblock und holten sich von den 8000 frenetisch feiernden Fans noch eine Extra-Portion Adrenalin ab, die sie durch den Rest der ersten Hälfte trug. Nun führte die Mannschaft von Viktor Skripnik Regie – sehr früh attackierend, im Spielaufbau sicherer und druckvoller über außen. Die Hausherren gerieten in Bedrängnis, kamen kaum noch in des Gegners Hälfte, blieben aber in der Viererkette gut organisiert, so dass der letzte Ball nicht in der Box ankam.

Diese von Werder zu wenig genutzte Überlegenheit rächte sich beinahe nach der Pause, als Stocker erst zu hoch zielte (50.) und eine Minute später von halblinks abzog, Assani Lukimya sich aber entscheidend in den Ball warf. Es folgte ein gefälliges Auf und Ab ohne die ganz großen Szenen – abgesehen von einem Alleingang von Clemens Fritz, der aber zu robust gegen Fabian Lustenberger einstieg und dafür Gelb sah (60.). Und einem Schuss von Hegeler ans Außennetz (67.).

Inzwischen war Bartels für Eggestein ins Spiel gekommen. Der 28-Jährige sorgte vorn für mehr Kreativität. Werder war nun besser und hatte nur noch das Aluminium im Weg, als Hertha-Torwart Thomas Kraft einen 35-Meter-Freistoß von Zlatko Junuzovic unterlief und Sebastian Langkamp das Leder an die Latte beförderte. Sekunden später köpfte Vestergaard an den Pfosten – das war schon bitter für Werder.

ck

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