Dutt lobt den Trainerkollegen Slomka – würde aber nicht mit ihm tauschen

Werder staunt über den „ganz neuen HSV“

+
Robin Dutt ist froh, bei Werder auf dem Trainingsplatz zu stehen – und nicht beim HSV.

Bremen - Die ersten Nadelstiche sind gesetzt. Gestern Morgen prangte an einer Bremer Brücke im Hafengebiet eine Zeitlang ein meterlanges Banner mit der Aufschrift: „Fünf Tage noch. Ganz Bremen hasst den HSV.“ Das 100. Bundesliga-Nordderby zwischen Werder und dem Hamburger SV am Samstag (15.30 Uhr, im Liveticker) im Weserstadion elektrisiert eben die Fans.

„Für sie ist es das Spiel des Jahres, da geht nix drüber“, meint Werders Mittelfeldmann Zlatko Junuzovic. Aber auch für die Clubs hat das Prestigeduell eine riesige Bedeutung. Es geht diesmal nicht nur um die Vorherrschaft im Norden, sondern auch noch knallhart gegen den Abstieg – mehr Brisanz geht nicht.

Das weiß natürlich auch Robin Dutt. „Pure Emotionen gehören dazu“, sagte der Werder-Coach gestern. Aber, ergänzte er: „Sie sollen bitte gewaltfrei sein.“ In der Vergangenheit hat es schon häufiger heftige Auseinandersetzungen gegeben, nun appelliert Dutt an beide Fanlager: „Sie sollen volle Leidenschaft zeigen und ihre ganze Energie in die eigene Mannschaft stecken. Ich hoffe, dass es keine Platzverweise gibt – weder auf dem Feld noch auf der Tribüne. Bei unseren Fans mache ich mir da aber keine Sorgen.“

Die sind eher aus sportlicher Sicht angebracht. Eigentlich wäre Werder, obwohl drei Unentschieden (zuletzt am Sonntag ein 0:0 in Frankfurt) und zwei Niederlagen nach der Winterpause wahrlich kein Ruhmesblatt sind, als Favorit in die Partie gegangen. Der HSV lag quasi in Schutt und Asche. Doch dann holten die Hamburger in Mirko Slomka einen neuen Trainer, der einiges umkrempelte und einen fantastischen Start hinlegte. Das sensationelle 3:0 gegen Borussia Dortmund hat auch in Bremen mächtig Eindruck gemacht. „Da hauen die mal eben den BVB weg“, staunte Torwart Raphael Wolf, „der Abstiegskampf wird immer wilder.“ Junuzovic hat total andere Hamburger als in den vergangenen Wochen gesehen: „Ein anderer Trainer, dazu fast die Hälfte des Teams gewechselt – das ist ein ganz neuer HSV.“

Fritz und Hunt trainieren vor Noddderby wieder

Fritz und Hunt trainieren vor Noddderby wieder

Dutt vermutet wohl zurecht, dass in Hamburg nun „einige mit einem breiten Grinsen herumlaufen“ und schreibt den überraschenden Aufwärtstrend vor allem dem neuen Coach zu. „Ich schätze Mirko Slomka sehr und halte ihn für einen hervorragenden Trainer. Das hat er schon in Hannover bewiesen. Da hat er zwar die ersten sieben Spiele verloren, dann aber den Turnaround geschafft.“ Trotzdem: Tauschen würde Dutt mit Slomka nicht. Die wochenlangen Turbulenzen beim HSV, wo quasi jeder über jeden herfiel und überhaupt keine Einheit im Club zu erkennen war, wirken offenbar ziemlich abschreckend. Die Ruhe in Bremen ist dagegen fast himmlisch. „Ich habe festgestellt, wie glücklich ich mich schätzen kann, Trainer bei Werder zu sein. Die Situation ist ähnlich, aber hier darf man seine Arbeit etwas anders absolvieren“, sagte Dutt und fügte mit einem leichten Schmunzeln an: „Ich bin froh, beim richtigen Nordverein zu sein.“ · mr

Das könnte Sie auch interessieren

Intensives Training am Donnerstag

Intensives Training am Donnerstag

„Tag der Menschen mit Behinderungen“ auf dem Freimarkt

„Tag der Menschen mit Behinderungen“ auf dem Freimarkt

Nachgefragt: Das sind die beliebtesten Gewinne auf dem Freimarkt 

Nachgefragt: Das sind die beliebtesten Gewinne auf dem Freimarkt 

Diese Gewinne liegen beim Freimarkt voll im Trend

Diese Gewinne liegen beim Freimarkt voll im Trend

Meistgelesene Artikel

Das passiert am Samstag

Das passiert am Samstag

Zehn Fakten zum Werder-Spiel gegen Gladbach

Zehn Fakten zum Werder-Spiel gegen Gladbach

Wohin mit Kainz? Nouri hat die Wahl

Wohin mit Kainz? Nouri hat die Wahl

Das passiert am Dienstag

Das passiert am Dienstag

Kommentare