Dutt schlägt Alarm: „Wir müssen Realität erkennen“

Ratlos im Tabellenkeller

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Das Spiel ist aus – und das Werder-Team erschrocken, dass es auch in der fünften Bundesliga-Partie keinen Sieg gegeben hat.

Bremen - Es ist der schlechteste Bundesliga-Start seit 38 Jahren. Und 13 Gegentore in fünf Partien sind der mieseste Wert seit 47 Jahren. Klar, dass sich der SV Werder im Tabellenkeller wiederfindet und schon jetzt um die Klasse zittert. Der bislang so optimistische Coach Robin Dutt schlägt nach der 0:3 (0:0)-Heimpleite gegen den FC Schalke 04 schon Alarm, wirkt gleichzeitig aber auch ein wenig ratlos, wie sein Team dem Abstiegsstrudel wieder entrinnen kann.

Im Sommer 2013 war Dutt vor allem mit dem Ziel angetreten, aus Werders Schießbude eine Festung zu machen. Doch nach den Gegentoren Nummer 11, 12 und 13 gestand der 49-Jährige ziemlich konsterniert: „Es hapert am Zweikampfverhalten, das seit 15 Monaten Bestandteil des Trainings ist. Diese Aussetzer bringen uns immer wieder um unseren Lohn. Das ist ein Bereich, den wir bisher nicht annähernd in den Griff bekommen, egal in welcher mannschaftlichen Zusammensetzung.“ Und Keeper Raphael Wolf stammelte: „Ich weiß auch nicht, was wir machen müssen, um diese Scheißdinger nicht zu kassieren.“

Bei Werder herrscht Ratlosigkeit. Zeitweise wird wirklich ansehnlich gespielt. Viel besser als noch vor einem Jahr. Dreimal (in Berlin, gegen Hoffenheim und in Leverkusen) mündete das zumindest in Unentschieden. In Augsburg und jetzt gegen Schalke nicht mehr.

„Ein Spiel dauert halt nicht nur 45 Minuten“, stellte Horst Heldt genüsslich fest. Der Schalker Sportvorstand bohrte damit ganz tief in der Werder-Wunde. Vor der Pause hatten die Bremer besser gespielt als die Gäste, hätten führen müssen, doch Eljero Elia verballerte die beste Chance kläglich (41.). Nach der Pause schoss sich der bis dato noch sieglose Gast mit zwei schnellen Toren von Max Meyer (48.) und Roman Neustädter (51.) auf die Siegerstraße und ließ sich davon auch nicht mehr abbringen. Diesmal gab es keine Bremer Aufholjagd, Werder hatte sein Minutenkonto für gute Leistungen schon aufgebraucht.

Dutt schob es auf die Qualität des Gegners – schließlich sei das ein Champions-League-Teilnehmer, der trotz zahlreicher Ausfälle alles andere als eine B-Elf aufgeboten habe. Da sei es schwierig, noch einmal zurückzukommen.

Der Coach sah das Bremer Problem woanders: „Wir machen leider zu viele individuelle Fehler.“ Wie beim 0:1. „Das ist nach einem Abschlag des Torwarts und nur einem Zweikampf gefallen. So dürfen wir nicht verteidigen“, kritisierte Dutt – wenn auch nicht namentlich – Luca Caldirola, der Schalkes Klaas-Jan Huntelaar einfach nicht gewachsen war. Beim 0:2 hatten Alejandro Galvez und Assani Lukimya Schalkes Neustädter nach einer Ecke gewähren lassen.

Für Dutt steht deshalb fest: An seinem Spielsystem und seiner Taktik liegt es nicht. „Wir sind sicher keine Maurermeister, aber wir haben eine defensiv orientierte Spielweise“, betonte der Coach: „Eine andere Spielweise hätte uns beim 0:1 auch nicht geholfen.“ Deshalb wird das Konzept nicht verändert.

Dutt setzt lieber auf „mentale Knochenarbeit“, wie er es nennt: „Ich kann der Mannschaft nicht komplett einen mit dem Knüppel geben, weil wir viele Dinge auch gut machen. Ich muss bei jedem Spieler die Tastatur zwischen Lob und in den Hintern treten richtig treffen.“ Damit aber nicht genug. Dutt will auch „die Sinne schärfen. Unsere Stärke muss sein, dass wir als erste von den Traditionsmannschaften wie Stuttgart und Hamburg, die auch so eine geringe Punkteausbeute haben, die Realität erkennen. Es hilft jetzt nichts, ständig zu sagen, dass wir hier und da eine gute Halbzeit gespielt haben. Fakt ist, wir haben nur drei Punkte. Wir schauen der Realität ins Auge.“

Die heißt schon jetzt Abstiegskampf. Eine bittere Erkenntnis. „Jetzt sind wir wieder da, wo wir nicht hinwollten“, stöhnte Zlatko Junuzovic – und alle Werder-Fans stöhnen mit. Der Traum von besseren Zeiten scheint schon geplatzt. Zumal der Spielplan nichts Gutes verhießt: Am Samstag geht es zum aufgerüsteten VfL Wolfsburg. Da drohen die nächsten Negativrekorde.

kni

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