Werder-Sportchef hält ständige Spielerbefragung durch Schiedsrichter für unnötig

Eichin und der groteske Blödsinn

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Thomas Eichin will keine Diskussionsrunden auf dem Platz: „Das wäre ja grotesk.“

Bremen - Klare Kante von Thomas Eichin! Dass Spieler von Schiedsrichtern fordern, bei strittigen Situationen die involvierten Akteure zu befragen, hält der Werder-Sportchef in letzter Konsequenz für „lächerlich.

Fangen wir jetzt an und stellen draußen einen Tisch auf mit zwei Stühlen und einem Lügendetektor? Womöglich noch mit einem Telefonjoker? Das ist ja alles Unsinn. Der Schiedsrichter soll einfach entscheiden, was er sieht.“ Auslöser der Diskussion waren zwei Szenen im Spiel zwischen Werder Bremen und dem 1. FC Köln am Samstag. In der ersten hatte Referee Guido Winkmann (Kerken) nach Rückfrage bei Kölns Yaya Osako statt auf Eckstoß für Köln auf Abstoß für Werder entschieden. Als aber Bremens Anthony Ujah nach leichter Berührung zu Boden ging, entschied Winkmann auf Elfmeter – die aufgeregte Kölner Aufforderung zur Nachfrage bei Ujah ignorierte er. Richtig so, meint Eichin. Ujah sei eine Woche zuvor in Stuttgart bei einem klaren, aber nicht geahndeten Foul von VfB-Verteidiger Timo Baumgartl schließlich auch nicht gefragt worden, ob es Elfmeter war. „Was soll jetzt also der Blödsinn?“, fragt Eichin: „Wir müssen nicht in jedem Spiel eine Diskussionsrunde aufmachen. Das wäre ja grotesk.“

Kölns Sportdirektor Jörg Schmadtke könnte sich in der Sache auf die Seite seiner Profis stellen, macht aber das Gegenteil. Er sieht es wie der Kollege Eichin. „Wo kommen wir denn hin, wenn jetzt ständig jede Entscheidung hinterfragt wird? Was soll die ständige Fragerei? Da können die Schiris ja in Zukunft zu Hause bleiben, und wir machen das dann selbst. Da stehen vier Offizielle auf dem Platz, und die Spieler sollen es entscheiden? So ein Quatsch“, sagte er der „Bild“-Zeitung.

Für Ujah sei der Elfmeter mit dem ganzen „Geplänkel“ drumherum übrigens längst erledigt, berichtet Thomas Eichin: „Ich habe kurz mit ihm gesprochen, das Thema ist abgehakt.“ Und Ujah, der den umstrittenen Strafstoß schließlich verschoss, darf auch im DFB-Pokal gegen Gladbach heute ran. „Er ist wichtig für uns, er wird spielen“, bekräftigt Trainer Viktor Skripnik. Und wenn der Nigerianer dann wieder zum Punkt schreiten will – etwa bei einem finalen Elfmeterschießen –, dann darf er das gerne machen. Skripnik: „Wenn er sagt, er will, werde ich nicht dagegen sein.“

csa/mr

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