Eichin glaubt, dass 36 Punkte für den Klassenerhalt reichen

„Noch drei Siege, das schaffen wir!“

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Und abklatschen! Thomas Eichin und Jannik Vestergaard freuen sich über eine erfolgreiche Werder-Woche – und der Sportchef ist nun mehr denn je vom Klassenerhalt überzeugt.

Bremen - Wochenlang machte den Bremern die Tabelle so gar keinen Spaß. Der Relegationsplatz schien schon das Maximum zu sein, ein direkter Abstiegsrang drohte. Doch nach zwei Siegen in Folge ist Werder mit 27 Punkten Tabellen-13. – und Sportchef Thomas Eichin hat im Abstiegskampf schon mal gerechnet: „36 Punkte reichen für den Klassenerhalt. Also noch drei Siege – das schaffen wir!“

Bei noch neun ausstehenden Spielen ist das eigentlich keine zu gewagte Prognose. Immerhin gibt es noch fünf Duelle mit direkten Konkurrenten (Werders Restprogramm) – drei davon im eigenen Stadion. Und das ist nach Ende des Heimfluchs endlich auch ein Vorteil.

Die Stimmung könnte im Moment kaum besser sein. Am ersten Trainingstag nach dem famosen 4:1-Sieg am Samstag gegen Hannover gab es fast nur lachende Gesichter. „Man ist einfach besser drauf, wenn man gewinnt“, beschrieb Jannik Vestergaard seine neue Gefühlswelt – und der Däne staunte: „Es ist schon krass zu sehen, was der Kopf alles ausmacht. Da macht man ein gutes Spiel in Leverkusen, und plötzlich spielt man gegen Hannover viel befreiter auf.“ So ließ Werder dem 4:1-Coup in Leverkusen ein weiteres 4:1 folgen. Vestergaard war dabei vor allem von seinen offensiven Kollegen tief beeindruckt: „Unsere kreativen Leute spielen plötzlich überragend, kreieren Chancen und machen Tore.“ Dabei geht der Abwehrspieler sogar ausnahmsweise mal in die Einzelkritik: „Zlatko Junuzovic zeigt, was er kann. Er ist ein Super-Fußballer. Levin Öztunali hat ein paar gute Spiele gemacht, Claudio Pizarro sowieso. Und Florian Grillitsch ist jetzt plötzlich auf der Sechs – und macht das richtig gut.“

Es läuft also. Doch Vestergaard will es mit der guten Stimmung und dem Lob auch nicht übertreiben: „Wir dürfen jetzt nicht die Lockerheit und den Glauben an uns verlieren.“ Doch das ist beim Blick auf den nächsten Gegner gar nicht so einfach. Denn die Bayern haben so manches Team in der Bundesliga und Champions League in Grund und Boden gespielt. „Da wird man uns nicht viele Chancen geben“, weiß Vestergaard. Aber Angst vor einem neuen Stimmungstief hat der 23-Jährige nicht. „Wir glauben fest daran, dass wir dort etwas holen können. Wir wollen die Bayern ärgern, überraschen und auch etwas mitnehmen.“

Es wäre ganz gewiss ein Bonuspunkt. Und nicht der erste. Schon auf Schalke und in Leverkusen hat Werder überrascht. Die Bayern sind freilich noch einmal ein anderes Kaliber. Aber Mainz hat vor gut einer Woche vorgemacht, dass die Festung Allianz-Arena einnehmbar ist. Die Rheinhessen gewannen mit 2:1. Doch Vestergaard mag Werder nicht mit dem Tabellenfünften vergleichen: „Die spielen eine tolle Saison und sind viel gefestigter als wir.“ Und haben auch schon 40 Punkte gesammelt. Diese 40 Punkte galten immer als der sichere Klassenerhalt. Für Eichin sind es nun 36. In den vergangenen vier Spielzeiten ging diese Rechnung auch auf, in der Saison 2010/11 allerdings nicht. Da musste Borussia Mönchengladbach mit 36 Zählern in die Relegation – und zitterte sich gegen den VfL Bochum gerade so in ein weiteres Bundesliga-Jahr.

kni/csa

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