Werder-Sportchef fühlt sich bestätigt

„Sie dürfen sich einfach mehr erlauben als andere“

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Thomas Eichin

Bremen - Im Vorfeld war aus beiden Lagern scharf geschossen worden, am Spieltag traf dann nur noch einer – der FC Bayern. Und die Offiziellen des Rekordmeisters machten sich einen kleinen Spaß daraus, die Fehde mit Werder-Sportchef Thomas Eichin nach dem 4:0-Sieg in Bremen zu kommentieren.

Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer berichtete von einer kurzen Begegnung mit Eichin: „Wir haben uns die Hand gegeben. Das Thema ist damit abgehakt, wir sind ja nicht nachtragend.“ Fürs Protokoll: Sammer hatte Eichin persönlich attackiert und gemutmaßt, der ehemalige Eishockey-Manager habe mal einen Puck an den Kopf bekommen. Anders sei Eichins Vorwurf, die Bayern würden einen Schiedsrichter-Bonus genießen, nicht zu erklären. Karl-Heinz Rummenigge hatte sich Eichin unter der Woche ebenfalls vorgeknöpft und in die Schämecke geschickt. In Bremen berichtete er dann mit einem breiten Grinsen: „Ich war in der Loge von Werder Bremen, da waren alle, aber Thomas Eichin leider nicht. Seine Frau habe ich gesehen, und die habe ich begrüßt.“

Die Bayern hätten sich für die Kritik unter der Gürtellinie auch entschuldigen oder mit Eichin versöhnen können, aber das ist nicht ihre Art – mia san mia eben. Und das deutliche 4:0 passte natürlich bestens dazu.

Dumm gelaufen also für Eichin? „Nein“, befand der Werder-Sportchef: „Ich fühle mich absolut bestätigt. Wenn du gegen die Bayern wie das Kaninchen vor der Schlange agierst, hast du keine Chance.“ Das hatte der Ex-Profi quasi allen Gegnern des FC Bayern vorgeworfen – und seine Mannschaft damit mutig machen wollen. Doch die traute sich erst nach dem 0:2 mehr zu. Und wäre beinahe belohnt worden. Wenn Thorsten Kinhöfer nach dem Trikotziehen von Jerome Boateng an Sebastian Prödl den fälligen Elfmeter gegeben hätte (65.). „Das war eine Fehlentscheidung“, urteilte Eichin: „Aber so etwas passiert. Und das habe ich mit dem Schiedsrichter-Bonus auch gar nicht gemeint.“ Eichin geht es um die vielen kleinen Entscheidungen im Spiel: „Die Bayern haben sich so eine Machtposition erarbeitet, sie dürfen sich einfach mehr erlauben als andere.“

Werder-Einzelkritik

Das gilt auch für Pep Guardiola. Der Bayern-Coach stand zwischendurch sogar auf dem Platz, gab Anweisungen – und der vierte Offizielle schaute nur zu oder kümmerte sich lieber um die Bremer Trainerbank.

Dass er mit seiner Kritik möglicherweise die Schiedsrichter gegen Werder aufgebracht hat, fürchtet Eichin übrigens nicht: „Wir sind in dieser Saison nur benachteiligt und nie bevorteilt worden. Schlimmer kann es also nicht werden.“

Überrascht hätten ihn allerdings die persönlichen Angriffe aus München. Aber den Puck von Sammer ließ Eichin am Spieltag noch mal gekonnt abprallen: „Ich habe ihn kurz begrüßt. Das reichte dann auch für heute.“ kni

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