Sportchef relativiert Bedeutung der Wolfsburg-Partie

Baumann: „Es ist kein Endspiel“

+
Frank Baumann widerspricht seinem Kapitän Max Kruse und sagt, dass das Spiel in Wolfsburg zwar ein wichtiges, aber kein Endspiel um Europa sei.

Bremen – Und plötzlich war es da. Dieses eine Wort, das die Lage so schön verdichten kann. Weil es ihr finalen Charakter verleiht, weil es sie zuspitzt: Endspiel.

Benutzt hatte es Max Kruse, Werders Kapitän, um kurz nach dem ernüchternden 1:1 gegen Stuttgart den Blick auf die bevorstehende Aufgabe beim VfL Wolfsburg zu richten. „Jetzt haben wir in der kommenden Woche gegen Wolfsburg in gewisser Art und Weise schon ein Endspiel um die europäischen Plätze“, hatte Kruse gesagt und damit die Bedeutung der Partie hervorgehoben. Sportchef Frank Baumann wollte das am Montag allerdings nicht so stehen lassen.

Baumann widerspricht Kruse

„Nein, ich sehe das etwas anders. Es ist ein Spiel gegen einen direkten Konkurrenten und damit wichtig. Aber es ist kein Endspiel“, sagte der 43-Jährige auf Nachfrage. Bei derzeit fünf Punkten Rückstand auf die internationalen Ränge sowie 33 Zählern, die noch zu vergeben sind, kommt Baumann die Zuspitzung seines Kapitäns etwas zu früh. Der Manager dürfte aber auch wissen, dass das Saisonziel Europa bei einem Misserfolg gegen den Tabellenfünften Wolfsburg (38 Punkte) für Werder nur noch ganz schwer zu erreichen ist. 

Es lastet in dieser Trainingswoche, die am Dienstag mit zwei Einheiten beginnt, also eine ganze Menge Druck auf Trainer Florian Kohfeldt und seiner Mannschaft: Weil die Bremer in der Tabelle den Anschluss zu verlieren drohen, weil sie erstmals in der laufenden Saison endgültig vom Europa-League-Kandidaten zur Mittelmaß-Mannschaft werden könnten.

Schon gelesen? Japans Teammanager In Bremen: Werder Betreibt Aufarbeitung Im Fall Osako

Noch ist alles möglich

32 Punkte hat Werder bisher gesammelt, und das ist ordentlich. Verglichen mit den 23 Zählern, die es zum selben Zeitpunkt in der Vorsaison waren, ist es sogar richtig gut. Nur fehlt eben noch ein ganzes Stück, um am Ende einen Platz unter den Top Sechs zu ergattern. „Wir wissen, dass es eine große Aufgabe wird, aber noch ist es möglich“, sagte Davy Klaassen. Der Niederländer stand mit dieser Aussage stellvertretend für die Rhetorik seiner Mitspieler: Weiter dran glauben, das Positive hervorheben.

Genau das tut auch Frank Baumann. „Man darf nicht vergessen, dass wir in diesem Jahr noch kein Spiel verloren haben“, betonte der Manager und hielt fest: „Dass es sehr schwer ist, uns zu schlagen, ist ja auch eine Erkenntnis.“ Stimmt. Und zwar keine schlechte. Aber eben eine, die ob der spielerisch zuletzt eher durchwachsenen Auftritte (das Augsburg-Spiel ausgenommen) etwas in den Hintergrund gerückt ist.

Neue Lösungen müssen her

Was den Bremern am Sonntag in Wolfsburg entgegenkommen könnte: Die Hausherren um Trainer Bruno Labbadia dürften nicht so sehr mauern, wie es Stuttgart zuletzt getan hat. „Grundsätzlich ist es eine Mannschaft, die nach spielerischen Lösungen sucht“, sagte Baumann, schränkte dann aber ein: „Auf der anderen Seite haben wir zuletzt gesehen, dass sich viele Gegner in ihrer Spielweise nach uns richten.“ Der Bremer Sportchef wertet das als große Anerkennung von Werders neuer fußballerischer Qualität. Nur müssen in solchen Fällen eben neue Lösungen her. Am besten schon am Sonntag, während des Endspiels in Wolfsburg, das ja eigentlich gar keines ist

Quelle: DeichStube

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Farben im Märchen: Neue Schau der Grimmwelt Kassel

Farben im Märchen: Neue Schau der Grimmwelt Kassel

"Apokalyptische Zerstörung": Hochwasser verwüstet Venedig

"Apokalyptische Zerstörung": Hochwasser verwüstet Venedig

Elon Musk: Tesla baut europäische Fabrik bei Berlin

Elon Musk: Tesla baut europäische Fabrik bei Berlin

Australien: Lebensgefährliche Buschbrände auch in Queensland

Australien: Lebensgefährliche Buschbrände auch in Queensland

Meistgelesene Artikel

Sechs Spiele, ein Auftrag für Werder: Hinrunden-Totalschaden verhindern

Sechs Spiele, ein Auftrag für Werder: Hinrunden-Totalschaden verhindern

„Lieber Uli!“ Was Willi Lemke dem Ex-Erzfeind Hoeneß noch sagen möchte

„Lieber Uli!“ Was Willi Lemke dem Ex-Erzfeind Hoeneß noch sagen möchte

Gebre Selassie hat verlängert: Theo bleibt bei Werder Bremen!

Gebre Selassie hat verlängert: Theo bleibt bei Werder Bremen!

Berater: Werder Bremen wollte Andrea Conti im Sommer

Berater: Werder Bremen wollte Andrea Conti im Sommer

Kommentare