Werder-Sportchef Eichin dementiert Kontakt

Hannover ist keine heiße Spur

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Thomas Eichin und Werder haben den 2016 auslaufenden Vertrag noch immer nicht verlängert.

Bremen - Thomas Eichin arbeitet derzeit mit Hochdruck daran, bis zur Schließung des Transferfensters am Montag noch den einen oder anderen Werder-Profi abzugeben. Gestern wurde er dabei andauernd unterbrochen. Es ging um ihn – und die Spekulationen, wonach der Geschäftsführer und Sportchef ins Visier von Bundesliga-Konkurrent Hannover 96 geraten ist.

Dessen Manager Dirk Dufner hört zum 31. August auf, die Niedersachsen brauchen einen Nachfolger – und die Verhandlungen zwischen Werder und Eichin um eine Verlängerung des 2016 endenden Vertrags haben noch immer kein Ergebnis gebracht.

Dass es Gespräche zwischen Eichin und Hannover gab, haben beide Seiten gestern jedoch energisch dementiert. „Werder ist und bleibt mein erster Ansprechpartner. Ich hatte keinen Kontakt zu Verantwortlichen von Hannover 96“, versicherte Eichin. Martin Kind, Clubboss beim Nordrivalen, äußerte sich ganz ähnlich. „Es hat weder direkten noch indirekten Kontakt gegeben“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Ohnehin will der 71-Jährige erst in der kommenden Wochen – nach Dufners Abschied – konkret in die Nachfolge-Planungen einsteigen und Termine mit Kandidaten vereinbaren. Dass nun schon Namen kursieren, gefällt Kind gar nicht. Gegenüber der Tageszeitung „Neue Presse“ sagte er: „Ich habe den Eindruck, 96 wird als Vehikel benutzt.“

Was sich der Vereinschef für die Zukunft seiner „Roten vorstellt, ist klar – und diesem Profil entspricht Eichin eher nicht. Kind favorisiert eine Doppellösung. Einen Geschäftsführer, der sich hauptsächlich um wirtschaftliche Belange kümmert und sich aus dem sportlichen Bereich weitgehend heraushält. Würde Eichin wohl nicht machen. Und einen Sportdirektor, der Transfers abwickelt und nah an der Mannschaft dran ist – aber eben dem Geschäftsführer untersteht. Würde Eichin auch nicht machen, dann das wäre ein Rückschritt. Nur wenn Hannover doch noch eine Ein-Mann-Lösung anstrebt, könnte er in Hannover in den Fokus rücken.

Für andere Clubs kann der ehemalige Profi dagegen ein interessanter Mann sein. Nach seinem Wechsel vom Eishockey-Club Kölner Haie im Februar 2013 hat der 48-Jährige bei Werder einige alte Zöpfe abgeschnitten und auch im Transfergeschäft Pluspunkte gesammelt. Das will er honoriert sehen und verlangt angeblich eine Verdoppelung seines Gehalts von 300000 auf 600000 Euro. „Ich habe meinen Preis“, hat er kürzlich gesagt. Doch der ist dem Bremer Aufsichtsrat um Chef Marco Bode (noch) zu hoch. Deshalb gab es – trotz beidseitiger Beteuerungen, gerne weiter zusammenarbeiten zu wollen – bisher keine Einigung. Wie der aktuelle Stand ist, dazu wollen sich weder Eichin noch Bode äußern. Ebensowenig darüber, ob es – wie „Sport Bild“ berichtet – inzwischen ein neues, verbessertes Angebot des Aufsichtsrates gibt.

Fakt ist: Für Werder ist die Hängepartie mittlerweile gefährlich. Wenn ein ernsthafter Interessent an Eichin herantritt und dessen Wünsche erfüllt, könnte es den Sportchef aus Bremen wegziehen.

mr/dpa

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