Die jüngste Bremer Startelf soll gegen Hoffenheim den ersten Sieg einfahren

Werder spielt mit der Zukunft um die Zukunft

Werders Jüngster: Florian Hartherz ist erst 18 Jahre alt, aber auf der linken Abwehrseite zurzeit gesetzt. ·

Bremen - Claudio Pizarro macht‘s möglich – wie so oft in dieser Saison. Doch darauf hätte der Peruaner in Diensten des SV Werder gerne verzichtet. Weil der 33-Jährige heute im Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim (15.30 Uhr) gesperrt ist, wird Werder so grün wie noch nie in eine Bundesliga-Partie gehen.

Der zuletzt ohnehin schon niedrige Altersdurchschnitt schrumpft ohne den „Oldie“ im Sturm auf die Bremer Rekordmarke von 23,45 Jahre. Trotzdem gibt es an der Weser keinen Welpenschutz – nach drei Unentschieden soll endlich der erste Sieg in der Rückrunde her.

„Wir können eigentlich froh sein, dass wir immer noch auf Platz fünf stehen. Unser Polster ist fast weg, wir brauchen jetzt drei Punkte“, fordert Kapitän Clemens Fritz mit Blick auf Hannover 96, dem ersten Verfolger der Euro-Zone. Werder droht an diesem Wochenende der Sturz aus den internationalen Rängen. Und auf sicheren Beinen steht diese junge Bremer Mannschaft nun wirklich nicht, das hat gerade erst das wacklige 2:2 bei Schlusslicht Freiburg gezeigt. Das weiß auch Fritz, aber er stärkt den jungen Kollegen lieber den Rücken: „Sie haben ihre Sache sehr gut gemacht, spielen mit hoher Laufbereitschaft. Es fehlt einfach nur die Belohnung, ein Sieg.“

Abschlusstraining am Freitag

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Auch Trainer Thomas Schaaf redet seine jungen Wilden stark. Sprach er nach der Freiburg-Partie noch von fehlender Ruhe der Talente, sagt er nun: „Erfahrung schadet zwar nicht, doch wenn ich alles weiß, aber nicht mehr handeln kann, dann bringt es mir auch nichts. Wir schauen nicht darauf, wann jemand geboren ist, sondern darauf, was er leisten kann.“ Dabei habe er von den jungen Spielern „schon tolle Dinge gesehen. Sie sind die Phantasie unseres Kaders, und sie können es noch besser.“

Werder spielt quasi mit der Zukunft um die Zukunft. Die Talente müssen den Club zurück auf Europas Showbühne und zurück an die Geldtöpfe der UEFA bringen. Dabei sind aber auch die letzten Erfahrenen gefordert. „Wir haben ja noch Clemens Fritz, Markus Rosenberg und Tim Wiese“, zählt Marko Arnautovic die verbliebenen Stützen des Teams auf. Außerdem setzt der 22-Jährige auf den Heimvorteil: „Zuhause mit unseren Fans im Rücken sind wir eine ganz gute Truppe.“ Die aber auch im Weserstadion seit zwei Spielen sieglos ist, zudem auf ihren einzigen Torschützen 2012 (Pizarro) verzichten muss und auf einen Gegner mit einem neuen Trainer (Markus Babbel) trifft. Klingt so negativ, aber es gibt auch positive Statistiken: Babbel hat als Trainer immer gegen Werder verloren – wenn auch nur zweimal. Und Werder hat in dieser Saison ohne Pizarro immer gewonnen – immerhin zweimal. · kni

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