Werder spielt heute für den guten Zweck

Ein Test als Fest der Hilfe

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„Der gute Zweck steht im Vordergrund“, sagt Torsten Frings über das Testspiel heute in Wildeshausen.

Bremen - Das Wiedersehen mit Davie Selke fällt aus. Wenn der SV Werder heute (16.30 Uhr) in Wildeshausen gegen Zweitligist RB Leipzig antritt, fehlt der ehemalige Werder-Stürmer. Selke kämpft ab 18.00 Uhr mit der deutschen U21-Auswahl gegen Finnland um Punkte für die EM-Qualifikation.

Das Testspiel in Wildeshausen ist damit um seine mögliche Hauptattraktion beraubt, aber trotzdem ein echter Zuschauermagnet. Das Krandelstadion in Wildeshausen ist längst ausverkauft, 4500 Zuschauer werden kommen. Die Partie lebt ohnehin nicht nur vom sportlichen Vergleich zwischen aufstrebendem Zweitligisten und in Schwierigkeiten steckendem Traditionsclub, sondern auch von ihrem Benefizcharakter. Leipzigs Trainer Ralf Rangnick hatte den Anstoß gegeben, nachdem drei Mitarbeiter eines Wildeshauser Unternehmens, das mit dem Club in geschäftlichen Beziehungen steht, mit dem Auto verunglückt waren. Zwei Personen wurden bei dem Unfall am 3. August schwer verletzt, ein Mann starb. Er hinterlässt eine Familie mit drei Kindern im Alter von neun, zwölf und 18 Jahren. Für die Familien der Angehörigen sind die Einnahmen der Partie bestimmt. „Als die Anfrage aus Leipzig für das Testspiel kam, haben wir sofort zugesagt“, so Werder-Sportchef Thomas Eichin. „Wir freuen uns, dass wir helfen können“, meint Co-Trainer Torsten Frings.

In der Länderspielpause ist die Begegnung mit dem Selke-Club (Leipzig zahlte im Sommer acht Millionen Euro für den Angreifer) gleichwohl auch eine Chance zur Leistungsüberprüfung. In Abwesenheit vieler Nationalspieler (u.a. Vestergaard, Pizarro, Junuzovic Gebre Selassie) „ist es ein Spiel für die, die sonst nicht so zum Zuge kommen“, sagt Frings: „Wenn einer ein geiles Spiel macht, kann er sich in den Vordergrund rücken.“

Aber nicht nur das. Nach vier Pleiten in Folge in der Liga kann sich Werder heute auch Selbstvertrauen holen. Mit einem Sieg. Eine weitere Niederlage würde dagegen zu weiterer Unruhe rund um den Club führen. Verteidiger Alejandro Galvez wünscht sich deshalb ganz klar einen Erfolg: „Das ist wichtig, damit wir uns Sicherheit holen.“ Frings stuft die Bedeutung dagegen etwas herunter: „Wir wollen gewinnen, aber das Ergebnis ist nicht das Wichtigste. Der gute Zweck steht im Vordergrund.“

csa

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