Werder sieht sich gegen Leverkusen nicht als Außenseiter

„Sie haben Respekt vor uns“

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Einsatzbereit: Fin Bartels (links), Philipp Bargfrede (Dritter von rechts) und Jannik Vestergaard (Vierter von rechts) waren gestern beim Bremer Abschlusstraining dabei und sind fit für das Heimspiel gegen Leverkusen.

Bremen - Viktor Skripnik war gradezu pikiert. Auf die Frage, ob man auf Leverkusens Torjäger Stefan Kießling heute ein besonderes Augenmerk richten müsste, reagierte der Werder-Trainer empört: "Wie viele Tore hat Kießling in dieser Saison gemacht? Vier, fünf? Wir haben Franco Di Santo." Werders Argentinier, dessen Einsatz heute jedoch fraglich ist, bringt es auf neun Treffer. Kiesling auf vier.

Mit seiner Aussage wollte Skripnik allerdings nicht Kießlings Qualitäten abwerten, sondern lediglich den Fokus auf die Stärken seiner eigenen Mannschaft richten. Und der 45-Jährige legte vor dem Heimspiel heute Nachmittag (15.30 Uhr) gegen Bayer noch nach. „Ich bin fest davon überzeugt, dass Leverkusen Respekt vor unseren Spielern hat.“Das gelte nicht nur für Di Santo, sondern etwa auch für die zuletzt starken Jannik Vestergaard und Philipp Bargfrede – oder für „Zladdis Standards“, ergänzte Skripnik mit Blick auf die Ecken und Freistöße des Österreichers Zlatko Junuzovic, der nach seiner Gelbsperre gegen Hoffenheim ins Bremer Mittelfeld zurückkehrt.Über Gegner Leverkusen verliert Skripnik insgesamt nur ganz wenige Worte. Der Werksclub wolle „in die Champions League“, brauche „dafür Punkte“ und werde deshalb „versuchen, sein eigenes Spiel aufzuziehen. Sie werden sicher nicht warten, was Werder macht“. Aber Werder wird auch nicht nur warten und sich hinten reinstellen. „Wir wollen unsere Serie hier im Weserstadion fortsetzen“, sagt Skripnik, den der starke Rückrunden-Start mit zwei Siegen und ansehnlichem Fußball stolz macht: „Wir freuen uns, dass unsere Fans nicht nur ein Lachen auf den Lippen, sondern auch ein Euphoriegefühl haben.“

Und das dürfte heute auf den Rängen erneut zu spüren sein. Neuzugang Jannik Vestergaard, der wieder fit ist und sein zweites Heimspiel für Werder bestreitet, schwärmt schon von der Stimmung: „Natürlich ist es ein Unterschied zu Hoffenheim. Dort ist es es mit dem Aufstieg schnell gegangen, das muss alles erst heranwachsen. Hier in Bremen ist es bei Ecken oder Freistößen so laut, als wäre schon ein Tor gefallen. Das gibt einem noch ein paar Prozente mehr Kraft – und die können entscheidend sein.“

Es ist deutlich herauszuhören: Werder hat wieder reichlich Selbstvertrauen und sieht sich inzwischen auch gegen eine Mannschaft wie Leverkusen nicht mehr unbedingt als Außenseiter. „Wir haben unsere Fans im Rücken, da ist alles möglich“, meint Linksverteidiger Janek Sternberg, der heute wieder den Vorzug vor Santiago Garcia erhalten könnte. Und Stürmer Davie Selke urteilt: „Wir wissen, dass wir zu Hause eine Macht sind. Und wir wollen eine sehr, sehr gute Woche abrunden, für einen perfekten Start sorgen.“

Leverkusen kann sich also auf top-motivierte Bremer einstellen – und auch darauf, nicht mit Samthandschuhen angefasst zu werden. In Hoffenheim stellte Werder mit 30 Fouls einen Bundesliga-Saisonrekord in dieser Kategorie auf. Und ähnlich giftig wollen die Hausherren auch heute rangehen. „Wir sehen jedes Spiel als Endspiel, jeder haut sich voll rein“, erklärt Selke. Skripnik freut’s: „Das zeigt doch nur, dass wir kämpfen und unbedingt aus der Abstiegszone rauswollen.“ Für dieses Ziel ist jedes Mittel recht. Da kann der Bremer Coach gerne auf den großen spielerischen Glanz verzichten. „Wir sind keine Künstlermannschaft“, findet Skripnik, „aber die Jungs spielen mit ganzem Herzen für Werder.“

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