Zwei Petersen-Tore

Eine Riesen-Erleichterung

+
Nils Petersen machte zwei Tore. 

Hamburg - Das tat allen Bremern so richtig gut! Ausgerechnet im Nordderby beim Erzrivalen Hamburger SV beendete Werder mit einem 2:0 (1:0)-Sieg seine Durststrecke nach zuletzt drei Niederlagen in Folge.

Besonders erleichtert war Stürmer Nils Petersen, der seine schier endlose Zeit von 1366 Minuten ohne Torerfolg gleich per Doppelpack (32./90.+4) beendete. Ich freue mich, dass diese Phase vorbei ist, strahlte Petersen hinterher. Als alleiniger Matchwinner wollte er sich jedoch nicht sehen: Unsere komplette Defensive hat heute nicht viel zugelassen, stellte der Angreifer heraus.

Stimmt und das, obwohl die Viererkette so noch nie zusammen gespielt hat. Santiago Garcia debütierte stark auf der linken Seite, und Abwehrchef Sebastian Prödl stand erstmals nicht in der Startelf. Durch die Nichtnominierung des Österreichers hatte Werder-Trainer Robin Dutt den 53290 Zuschauern in der Imtech-Arena somit die erste faustdicke Überraschung präsentiert. Es war eine knappe Entscheidung, verdeutlichte der Coach, wie dicht Prödl und Assani Lukimya leistungsmäßig beieinander sind. Anders als bisher gab Dutt diesmal Luki den Vorzug. Neben ihn rückte Luca Caldirola von links ins Abwehrzentrum.

Bei der Besetzung des Angriffs bewies Dutt ebenfalls Mut, indem er den erst 19-jährigen Martin Kobylanski von Anfang an in der Hamburger Höhle des Löwen auflaufen ließ. Bis heute Nacht habe ich darüber nachgedacht, räumte Dutt ein. Das Rätseln, ob dieser Hexenkessel nicht zu heiß für Koby würde, raubte dem Chefcoach ein wenig den Schlaf. Doch der polnische U19-Nationalspieler rechtfertigte das Vertrauen, startete zu einigen schnellen Soli, zeigte Biss, zahlte aber wen wundert's noch Lehrgeld. Nicht alles gelang dem Blondschopf auf Anhieb, aber die Werder-Fans haben schon weitaus mäßigeren Einsatz gesehen.

Gestern hingegen stimmte die Einstellung von allen. Wir waren sofort voll da, sind gut gelaufen und haben uns unsere Möglichkeiten erspielt, meinte auch Lukimya. Nur das eine oder andere Tor hätten wir mehr machen können. Auch er selbst. Nach einer Ecke von Aaron Hunt zwang der aufgerückte Innenverteidiger mit seinem Kopfball HSV-Torwart René Adler zur Glanzparade (16.). Und die nächste Großchance diesmal durch Petersen vereitelte Tomas Rincon auf der Linie (23.). Wieder Petersen traf nach einer Kobylanski-Hereingabe das Außennetz (31.), aber der nächste Angriff saß eingeleitet durch Eljero Elia: Der Niederländer bediente fein per Hacke den mitgelaufenen Rechtsverteidiger Clemens Fritz, der Petersen zu dessen 1:0 aus kurzer Distanz bediente. Der Knoten beim Werder-Stürmer war geplatzt und die Fans bejubelten dabei gleich die nächste Premiere: das erste herausgespielte Tor dieser Saison.

Hamburg investierte nun mehr. Werder-Torwart Sebastian Mielitz reagierte richtig gegen HSV-Kapitän Rafael van der Vaart (34.), und kurz vor der Pause hatte der aufmerksame Caldirola das Glück des Tüchtigen, dass Schiri Wolfgang Stark sein Foul an Milan Badelj nicht mit dem fraglos fälligen Elfmeterpfiff ahndete (44.). Solche Situationen kamen für uns nach dazu, klagte HSV-Interimscoach Rodolfo Cardoso, der allerdings auch an der Gesamtleistung seines Teams einiges auszusetzen hatte: Die Mannschaft war sehr verunsichert, ist bei Standardsituationen nicht so präsent gewesen. Im zweiten Durchgang haben wir das besser gemacht.So lenkte der starke Mielitz mit Super-Reflex einen Kopfball von Maximilian Beister über den Querbalken (49.) und rettete gegen Rincon (57.). Es war eine von Rincons letzten Aktionen, denn nach 64 Minuten musste er nach einem unglücklichen Zusammenprall mit Caldirola vom Platz. Sein Kieferbruch wurde noch am Abend operiert.

Das 99. Nordderby: Bremen gewinnt 2:0 beim HSV

Was er dadurch verpasste, war Petersens Riesen-Möglichkeit zur Entscheidung, als er mutterseelenallein an Adler scheiterte (73.) Hätten wir deshalb noch Punkte verloren, hätte ich mir das nie verzeihen können, verriet der Pechvogel hinterher. Immerhin machte er es in der Nachspielzeit besser, als Adler zu einer Ecke mit nach vorn gelaufen war und der Bremer nach Zusammenspiel mit Theodor Gebre Selassie zum Endstand traf. Daran müssen wir jetzt anknüpfen, forderte Petersen. Sein Trainer hat nichts dagegen: Es ist nicht verboten, wenn er in jedem Spiel trifft.

Grusel-Shots und erster Abschied: Der achte Dschungel-Tag in Bildern

Grusel-Shots und erster Abschied: Der achte Dschungel-Tag in Bildern

DHB-Team bei WM als Gruppensieger in K.o.-Runde

DHB-Team bei WM als Gruppensieger in K.o.-Runde

Amtseinführung von Donald Trump: Die Fotos vom Kapitol

Amtseinführung von Donald Trump: Die Fotos vom Kapitol

Werder-Abschlusstraining am Freitag

Werder-Abschlusstraining am Freitag

Meistgelesene Artikel

Gnabry und Eilers für "Tor des Jahres" nominiert

Gnabry und Eilers für "Tor des Jahres" nominiert

Kleinheisler wechselt nach Budapest

Kleinheisler wechselt nach Budapest

Werder-Boss Filbry wünscht sich EM-Spiele 2024 in Bremen

Werder-Boss Filbry wünscht sich EM-Spiele 2024 in Bremen

Hoffen auf Delaney, Kritik an Kruse

Hoffen auf Delaney, Kritik an Kruse

Kommentare