Werder 1:1 im schwülen Stettin / Pechvogel Garcia: Eigentor zum Geburtstag

„Jetzt sind alle Akkus leer“

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Der polnische Nationalspieler Ludovic Obraniak (links, hier gegen Stettins Matteusz Madras) brachte Werder gestern in Führung – am Ende gab es ein 1:1.

Stettin - Robin Dutt war einfach nur froh, als alles vorbei war. „Einen Zufriedenheitsgrad gibt es für mich nach solch einem Spiel nicht“, stellte der Trainer des SV Werder gestern Abend nach dem 1:1 (1:0) seiner Mannschaft beim polnischen Erstligisten Pogon Stettin klar: „Für mich ist ein Spiel nur dann zu bewerten, wenn wir normale Abläufe haben.“ Damit meinte er nicht die zweifellos guten Platzverhältnisse und den guten Rundum-Service der Gastgeber, wohl aber die Strapazen der China-Tour samt 20-stündiger Rückreise bis Montagnachmittag. „Immerhin war bis zuletzt der Wille da, hier zu gewinnen. Jetzt sind aber auch alle Akkus komplett leer.“

Verständlich – angesichts der gestrigen Schwüle, die trotz langer Gewitter samt Dauerregen einfach nicht nachlassen wollte. „Wenn ich das alles als Spieler hätte durchmachen müssen, wäre ich schon nach einer Woche eingeliefert worden“, lobte Dutt das Durchhaltevermögen seines erschöpften Teams.

Ein Team, das er wieder mit einer Viererkette anstatt des in China ausprobierten Dreier-Defensiv-Verbands ausgestattet hatte – und meistens sah das souverän aus. Linksverteidiger Santiago Garcia zeigte einige Vorstöße, auf der rechten Außenbahn leitete Luca Zander per Diagonalball die erste große Chance durch Martin Kobylanski ein (15.). Innenverteidiger Assani Lukimya hatte hingegen zunächst Probleme – doch dank Nebenmann Luca Caldirola und Felix Kroos (aus dem defensiven Part der Mittelfeld-Raute) ging alles gut. Nur bei einem Schuss von Lukasz Zwolinski musste Keeper Raphael Wolf sein ganzes Können aufbieten (11.). Auf der anderen Seite zwang Kobylanski Pogons Keeper Radoslaw Janukiewicz zur Parade (23.). So brach erst Ludovic Obraniak den Bann – per sattem Schuss von rechts traf Werders polnischer Nationalspieler unhaltbar ins lange Eck. Dafür erntete der offensive Mittelfeldmann nicht nur Applaus der 250 mitgereisten Werder-Fans, sondern auch aus den Blöcken des Stettiner Anhangs unter den knapp 2000 Zuschauern im Florian-Krygier-Stadion. Cedrick Makiadi hätte noch vor der Pause erhöhen können, setzte seinen Seitfallzieher nach Zander-Rechtsflanke aber knapp daneben (43.).

Die Strafe folgte nach Wiederanpfiff in Person von Unglücksrabe Garcia: Ausgerechnet an seinem 26. Geburtstag drückte der Argentinier eine fast schon ins Leere gerauschte Flanke von Rafal Murawski mit dem Oberschenkel zum 1:1 ins eigene Netz (48.).

Erst jetzt wirkten die Bremer platt von der „Tour der Leiden“. Dutt erlöste seine zehn Feldspieler per Kollektiv-Wechsel nach einer Stunde – und die plötzlich Ausgetauschten drehten sich komplett vom Geschehen weg in Richtung Spielertunnel. Ein merkwürdiges Bild, doch die Wege in dieser Riesen-Arena sind weit. So weit, dass auch auf dem Feld nicht viel Zwingendes mehr passierte.

Werder: Wolf - Zander (63. Fritz), Lukimya (63. Prödl), Caldirola (63. Galvez), Garcia (63. Gebre Selassie) - Kroos (60. Junuzovic), Makiadi (63. Ekici) - Obraniak (63. Aycicek), Bartels (63. Elia) - Selke (63. Petersen), Kobylanski (63. Di Santo).

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