Fürchterliches 0:2 gegen Mainz 05

Werder schlecht wie lange nicht

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So jubeln Sieger - Werder Bremen unterlag Mainz 05 mit 0:2

BREMEN - von Arne Flügge. Was für eine Blamage, was für ein fürchterlicher Auftritt! Fast ohne Gegenwehr ließ sich Werder Bremen gestern in der Fußball-Bundesliga vom FSV Mainz 05 vorführen und kassierte am Ende auch völlig zu Recht eine 0:2 (0:0)-Heimpleite.

Während die Mainzer mit dem vierten Sieg im vierten Spiel erstmals in ihrer Vereinsgeschichte die Tabellenführung in Liga eins übernahmen und sich von ihren Fans feiern ließen, dümpelt Werder weiterhin auf dem zehnten Tabellenplatz herum und wurde gnadenlos ausgepfiffen. Der Saisonstart ist nach vier Punkten aus vier Partien damit grundlich in die Hose gegangen.

Werder Bremen unterliegt Mainz mit 0:2

Werder unterliegt Mainz 0:2

Sportchef Klaus Allofs machte sich nach dem Abpfiff aber zunächst weniger Sorgen über die wenigen Punkte oder den Tabellenplatz, sondern „vielmehr über die Art und Weise, wie wir gespielt haben. Das war zu schlecht, um wahr zu sein“, schimpfte der Werder-Boss.

Dem kann man nur zustimmen. Kein bisschen Laufbereitschaft, kein Funken Leidenschaft, ein eklatant schwaches Zweikampfverhalten sowie erschreckende technische Mängel – was Werder den 34 023 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion bot, war fast schon eine Frechheit. „Wir schaffen es nicht, den Gegner unter Druck zu setzen“, schimpfte Kapitän Torsten Frings, der sich gestern als einziger Bremer Spieler den Journalisten stellte: „Wir müssen dringend etwas ändern, sonst werden wir unsere Ziele nicht erreichen.“

Mainz hingegen machte es den Bremern vor. Die Gäste waren von Beginn an hellwach, gingen leidenschaftlich in die Zweikämpfe und verhielten sich taktisch sehr klug. Bei Bremer Ballbesitz wurden gleich Torsten Frings und Tim Borowski von Lewis Holtby und Miroslav Karhan attackiert – Werders Spielaufbau wurde damit sofort im Keim erstickt. Die Folge: Eine versuchte Direktabnahme von Tim Borowski (35.) war die einzige halbwegs nennenswerte Möglichkeit der Hanseaten in Durchgang eins. Zuvor hatte Werder Glück gehabt, dass Schiedsrichter Markus Schmidt (Stuttgart) nicht auf Elfmeter für Mainz entschieden hatte, nachdem Innenverteidiger Petri Pasanen den quirligen Holtby im Strafraum gefoult hatte (26.).

Wer nun gedacht hatte, Werder würde sich in Halbzeit zwei zusammenreißen, das Heft in die Hand nehmen und die drei Punkte einfahren, der sah sich getäuscht. Die Bremer knüpften nahtlos an ihren Larifari-Fußball der ersten 45 Minuten an. Immerhin hatten die Hausherren eine gute Szene, als der ansonsten schwache Marko Arnautovic schön zu Tim Borowski durchsteckte, doch der Bremer Mittelfeldspieler völlig frei am Mainzer Torwart Chrsitian Wetklo scheiterte (52.). „Wenn er den reinmacht, gewinnen wir das Ding“, mutmaßte Frings später.

Doch Borowski, wieder einmal von den eigenen Fans ausgepfiffen, hatte nicht die Nerven vor dem Tor – und praktisch im Gegenzug klingelte es auf der anderen Seite. Nach einem krassen Fehler des völlig indisponierten Mikael Silvestre hämmerte Marcel Risse in seinem ersten Spiel für Mainz die Kugel zum 1:0 ins Netz. Doch danmit nicht genug. Nach einem erneuten Patzer von Silvestre, der Marco Caligiuri nie in den Griff bekam, landete die Kugel beim eingewechselten Andre Schürrle, und der künftige Stürmer von Bayer Leverkusen vollstreckte zum 2:0 (61.)

Werder-Coach Thomas Schaaf hatte die Nase voll, nahm in Pasanen, Borowski und Arnautovic gleich drei Spieler auf einen Schlag vom Feld und brachte in Philipp Bargfrede, Sandro Wagner und Wesley drei frische Kräfte. Doch diese Verzweiflungstat des Bremer Trainers, der seinen Kapitän Frings in die Innenverteidigung schickte, brachte nichts mehr ein. Wagners Kopfball an die Latte war noch die einzig nennenswerte Bremer Szene (78.) – und Coach Schaaf blieb am Ende nur die bittere Gewissheit: „Das war die schlechteste Leistung, die wir seit Jahren abgeliefert haben. Ich habe von uns überhaupt keine Aktivität gesehen.“ Und Sportchef Klaus Allofs kündigte zähneknirschend an: „Darüber wird noch zu sprechen sein.“

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