Frühe Führung durch Pizarro, dann Chancenwucher / Schweinsteiger mit Doppelpack für Bayern

1:2 – Werder schlägt sich selbst

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Da war die Stimmung noch gut: Claudio Pizarro und Marko Marin freuen sich über Pizarros frühen Treffer zum 1:0.

Werder-Bremen - Aus München berichtet Arne Flügge · Werder hat‘s vermasselt! Trotz einer Vielzahl hochkarätiger Chancen unterlagen die Bremer gestern Abend in der zweiten Runde des DFB-Pokals beim FC Bayern München mit 1:2 (1:1).

Matchwinner für den spielerisch keineswegs überzeugenden Titelverteidiger war Bastian Schweinsteiger, dem ein Doppelpack gelang (27./74.). Claudio Pizarro (2.) hatte Werder vor 64 000 Zuschauern in der Allianz Arena früh in Führung geschossen.

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Die Partie begann mit einem Paukenschlag: Genau 1:32 Minuten waren gespielt, da gingen die Bremer auch schon in Führung. Wesleys feiner Pass erreichte auf der linken Seite Marko Arnautovic – und dessen Hereingabe verwertete Claudio Pizarro mit dem Oberschenkel zum 1:0. Dass der Peruaner im Gegensatz zu seinen Teamkollegen nicht jubelte, war dem Respekt gegenüber den Bayern geschuldet. Schließlich hatte er sechs Jahre lang für die Münchner gespielt.

Das Tor zeigte Wirkung. Die Bayern fanden nur schwer ins Spiel und kaum eine passende Antwort. Nach knapp 20 Minuten hatten die Gastgeber den Gegentreffer aber abgeschüttelt und kamen einige Male gefährlich vor das Bremer Tor. Mario Gomez (17.), Philipp Lahm (20.) und Hamit Altintop (22.) hatten aber kein Glück.

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Auf der anderen Seite hätte Werder drei Minuten später das 2:0 erzielen müssen, als Sebastian Prödl nach einem Eckball völlig freistand, den Ball aber neben das Tor köpfte (25.). Das rächte sich: Praktisch im Gegenzug erzielte Bastian Schweinsteiger per Abstauber das 1:1 (27.), nachdem Toni Kroos zuvor den Ball nicht richtig getroffen hatte. Ein Gegentreffer, der nun bei den Bremern nicht ohne Folgen blieb: Die Defensive schwamm, die taktische Ordnung ging verloren, die – jetzt wenigen – Angriffe wurden nicht überlegt zuende gespielt. Die Bayern waren am Drücker, doch glasklare Möglichkeiten hatte auch der Titelverteidiger nicht.

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Helle Aufregung dann in der 40. Minute, als Münchens Thomas Müller nach einem Zweikampf mit Clemens Fritz im Strafraum zu Fall kam. Schiedsrichter Michael Weiner (Hasede) verweigerte den Bayern den Elfmeter – zu Recht, wie die Fernsehbilder unter Beweis stellten.

Nur 40 Sekunden waren im zweiten Durchgang gespielt, als sich die Bayern-Fans die Haare rauften: Hamit Altintop, von Müller schön freigespielt, verweigerte aus zehn Metern den Abschluss. Kurz darauf war es erneut der Türke, der diesmal abzog, aber an Mielitz scheiterte (53.). Werder stand auch zu Beginn der zweiten Halbzeit mächtig unter Druck.

Aufregung um Prödls Treffer

Doch plötzlich drehten die Bremer auf – und wie: Zunächst warf sich Bayern-Verteidiger Anatoli Timoschtschuk in einen Schuss von Wesley und klärte zur Ecke (59.), dann wurde ein Kopfballtor von Prödl wegen angeblichen Foulspiels an Holger Badstuber nicht anerkannt – eine Fehlentscheidung. Doch damit nicht genug: Pizarros Kopfball klärte Altintop auf der Linie (62.), dann war Arnautovic an der Reihe: Erst scheiterte er freistehend an Bayern-Keeper Jörg Butt (62.), dann hämmerte er einen Freistoß aus 30 Metern an die Latte – und zielte schließlich knapp am rechten Pfosten vorbei. Drei dicke Chancen, aber kein Tor! Nach der letzten Riesenmöglichkeit des Österreichers sprang Werder-Coach Thomas Schaaf wie von der Tarantel gestochen auf und schlug die Hände vors Gesicht. Er konnte es nicht fassen!

Wer so fahrlässig mit seinen Torchancen umgeht, muss sich nicht wundern, wenn er bestraft wird. Die Bayern taten dies in Person von Bastian Schweinsteiger. Mit einem Sonntagsschuss am späten Dienstagabend aus fast 30 Metern unter die Latte hämmerte der Nationalspieler die Münchner in der 74. Minute ins Pokal-Achtelfinale – und Werder in eine ganz tiefe Pokaldepression.

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