Wie die Werder-Profis mit dem Wechsel in ihrem Tor umgehen

Mitleid mit Mielitz,Vertrauen in Wolf

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Gewinner Raphael Wolf fühlt sich bestens.

Bremen - Die Werder-Profis sind Hochleistungssportler, aber ein Spagat gehört ganz gewiss nicht zu ihrem Repertoire. Doch genau der ist beim sensiblen Thema Torwartwechsel gefragt. Zum Glück nur verbal. Und so machen Clemens Fritz, Zlatko Junuzovic und Co. eine ziemlich gute Figur.

Sebastian Mielitz (oben) hat einen dicken Hals, weil er nicht mehr die Nummer eins ist.

Sie trösten den ausgebooteten Sebastian Mielitz und schenken der neuen Nummer eins, Raphael Wolf, ihr Vertrauen. Warum das so sein muss, erklärt Felix Kroos: „Es ist eine Entscheidung des Trainers. Und wenn er etwas entscheidet, muss man das immer akzeptieren.“ Ansonsten gibt es Ärger. Dass den Spielern diese Entscheidung allerdings keineswegs egal ist, zeigen zum Beispiel die warmen Worte von Kapitän Clemens Fritz: „Es tut mir unheimlich leid für ,Miele‘.“ Auch Kroos bedauert das sportliche Schicksal des Kollegen oder besser gesagt des Freundes. „Seitdem ich in Bremen bin, haben wir uns immer gut verstanden. Natürlich versuche ich, ihn wieder aufzubauen“, betont der 22-Jährige.

Der Zuspruch wird Mielitz guttun. Die Entscheidung, nun endgültig nicht mehr die Nummer eins zu sein, hat den 24-Jährigen geschockt. Seine Worte am Montag klangen schon nach Abschied im Sommer, wenn sein Vertrag ausläuft: „Ich wünsche Werder viel Erfolg in den letzten Spielen. Leider kann ich meinen Teil zum Erfolg nicht beitragen.“

Das sieht Fritz ganz anders. Der 33-Jährige fordert vom jungen Teamkollegen: „Es ist sicher nicht einfach für ihn, aber da muss er durch. Er muss positiv nach vorne schauen – das wird er machen. Ich bin mir 100-prozentig sicher: Wenn er gebraucht wird, ist er da.“ Ähnlich sieht es auch Junuzovic: „Der ,Miele’ ist ein Kämpfer, er arbeitet immer hart an sich. Er wird sich nicht aufgeben, er wird das wegstecken und zurückkommen.“

Wirklich? Junuzovic verweist darauf, dass sich jeder Spieler dem Konkurrenzkampf stellen muss, dass es auf anderen Positionen sogar mehr als zwei Anwärter gibt. Da sei eben Geduld gefragt. Doch der Vergleich hinkt. Einen Torwart wechselt ein Trainer nicht so schnell wie einen Feldspieler – selbst ein Robin Dutt nicht, der Mielitz vier Spieltage vor Hinrunden-Ende nach den Patzern im Mainz-Spiel auf die Bank gesetzt hatte. Der Werder-Coach garnierte seine Nummer-Eins-Auswahl jedenfalls mit der Ankündigung, dass Wolf auch nach einem schlechten Spiel im Tor bleibt. Diese Garantie soll dem 25-Jährigen Sicherheit geben.

Zuspruch erfährt Wolf auch von den Kollegen. „Für ,Rapha‘ freue ich mich natürlich. Wir vertrauen ihm“, sagt Fritz. Und Junuzovic findet: „In seinen Spielen sind zwar viele Tore gefallen, aber ,Rapha‘ war nie schuld daran. Er hat eine gute Ausstrahlung. Gerade gegen Leverkusen war er ein sicherer Rückhalt, das brauchen wir.“ Selbst Mielitz-Freund Kroos kündigt an, Wolf zu unterstützen: „Das ist doch selbstverständlich.“ n kni

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