Werder-Profis haben viele gute Erinnerungen an Alles-oder-Nichts-Spiele

Wien, Liberec, Budapest – und jetzt gerne Dortmund

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Werder-Profi Zlatko Junuzovic

Bremen - Zlatko Junuzovic denkt an Austria Wien, Theodor Gebre Selassie an Slovan Liberec, Davie Selke an die grandiose EM in Ungarn – ebenso Levin Öztunali. An Alles-oder-Nichts-Spiele haben viele Bremer Profis viele gute Erinnerungen.

Und die Vergangenheit macht Mut für die Gegenwart, denn am Samstag (15.30 Uhr) steht wieder so ein großes „Finale“ vor der Tür. Zwischen Borussia Dortmund (Siebter) und Werder (Achter/beide 43 Punkte) geht es um Platz sieben in der Bundesliga – und der könnte noch für die Europa League reichen. Eine Übersicht, welche Bremer in welchen Endspielen aufgetrumpft haben:

Zlatko Junuzovic
Der 27-jährige Österreicher erinnert sich noch haargenau an das „Muttertagsendspiel“ (O-Ton) vor fünf Jahren, am 9. Mai 2010. Mit seiner Wiener Austria (Platz zwei) musste er in der vorletzten Partie der Saison bei Tabellenführer RB Salzburg antreten, der Meisterschaftskampf war auf der Zielgeraden. „Die Salzburger waren vier Punkte vor, wir mussten unbedingt gewinnen, um noch eine Chance auf den Titel zu haben“, sagte Junuzovic. Und die Wiener nutzten diese Gelegenheit – dank des jetzigen Bremers. Junuzovic: „In der 94. Minute habe ich das Siegtor gemacht.“ Es war übrigens ein direkt verwandelter Freistoß – das konnte der Mittelfeldmann (in dieser Saison fünf davon) schon damals. Am letzten Spieltag retteten die Salzburger dann ihren knappen Vorsprung ins Ziel – dennoch hat Junuzovic den Auftritt gegen die „Bullen“ in bester Erinnerung: „Für solche Momente spielst du, das bleibt haften.“

Theodor Gebre Selassie
Es war sein letztes Spiel für Slovan Liberec – und der Spitzenreiter der tschechischen Liga durfte gegen Verfolger Viktoria Pilsen nicht verlieren. Zumindest nicht hoch, sonst wäre der Titel im Saisonfinale am 12. Mai 2012 noch weg gewesen. „Wir haben zu Hause ein 0:0 geschafft und waren Meister“, erinnert sich Gebre Selassie, der als Rechtsverteidiger 90 Minuten auf dem Platz gestanden und mitgeholfen hatte, die entscheidende Nullnummer zu retten. Für Gebre Selassie war es das perfekte Abschiedsgeschenk. Nach der Saison verließ er seine Heimat und wechselte zu Werder.

Davie Selke und Levin Öztunali
Beide sind noch sehr jung, haben aber schon bewiesen, mit besonderen Drucksituationen umgehen zu können – und zwar in einem EM-Finale. Bei der Europameisterschaft 2014 in Ungarn schaffte es Deutschland bis ins Finale gegen Portugal. Vor allem wegen Selke, der mit sechs Treffern in fünf Partien letztlich Torschützenkönig des Turniers wurde. Im Endspiel in Budapest, das Hany Mukhtar mit seinem Tor zum 1:0 entschied, waren sowohl Selke (20) als auch Öztunali (19) 90 Minuten dabei und durften anschließend den großen Triumph bejubeln.

Jannik Vestergaard und Koen Casteels
Die Lage schien aussichtslos zu sein. Als Tabellenvorletzter mit zwei Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz reisten die Zwei am 18. Mai 2013 mit der TSG Hoffenheim zu Vizemeister Borussia Dortmund. Innenverteidiger Vestergaard und Torwart Casteels mussten mit ihrem Team am letzten Spieltag gewinnen, um überhaupt noch auf den Klassenerhalt hoffen zu können. Und dann ging der BVB durch Robert Lewandowski auch noch früh in Führung. Nach der Pause hielt Casteels (Note im kicker 1,5) die 1899er mit mehreren Klasse-Taten im Spiel. In der Schlussviertelstunde bekam Hoffenheim dann zwei Elfmeter, die Sejad Salihovic zum 2:1-Endstand verwandelte. „Was für ein Wahnsinnsspiel“, meinte Casteels hinterher: „Das hat uns natürlich ein sehr positives Gefühl gegeben.“ Die TSG war doch noch drin in der Relegation und rettete sich gegen den 1.FC Kaiserslautern.

Clemens Fritz und Sebastian Prödl
Die beiden dienstältesten Werder-Profis (und übrigens auch der heutige Co-Trainer Torsten Frings) hatten 2009 gleich eine ganze Reihe von packenden, alles entscheidenden Spielen – zwei davon erfolgreich, eines nicht. Im Halbfinal-Rückspiel des Uefa-Cups gelang am 7. Mai ein 3:2 beim Hamburger SV. Das reichte nach dem 0:1 aus dem Hinspiel fürs Finale. Fritz (34) spielte durch, Prödl (27) wurde eingewechselt. Das Endspiel am 20. Mai – mit Fritz und Prödl in der Startelf – verlor Werder gegen Schachtjor Donezk mit 1:2 nach Verlängerung. Dafür holten die Bremer (mit dem aktuellen Kapitän und Vizekapitän auf dem Platz) zehn Tage später durch ein 1:0 gegen Leverkusen den DFB-Pokal.

Franco Di Santo
Der Argentinier feierte mit Wigan Athletic am 22. Mai 2011 den Klassenerhalt in der englischen Premier League – durch ein 1:0 bei Stoke City verließ Wigan am letzten Spieltag die Abstiegsränge. Di Santo wurde allerdings erst in der 85. Minute eingewechselt.

mr

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