Werder-Profis finden ihr Selbstvertrauen wieder / „Man hat gesehen, wozu wir eigentlich in der Lage sind“

„Das waren geile 90 Minuten, ein toller Fight von uns“

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Geballte Faust: Theodor Gebre Selassie (rechts) und Jannik Vestergaard freuen sich in Gladbach.

Mönchengladbach - Anthony Ujah war auch lange nach dem Spiel noch hin und weg. „Boah“, stöhnte der Werder-Stürmer nach dem 4:3-Pokalcoup in Mönchengladbach: „Für dieses Spiel habe ich nur ein Wort: Unglaublich!“ Auch Teamkollege Janek Sternberg war total geflasht: „Das waren geile 90 Minuten, einer toller Fight von uns.“

Werder genoss diesen Moment. Kein Wunder nach der eigentlich verkorksten Hinrunde. Der Club hatte schon den Stempel eines Abstiegskandidaten aufgedrückt bekommen. Doch nach dem Auftritt beim Champions-League-Teilnehmer stellte Torschütze Jannik Vestergaard stolz fest: „Wir haben Charakter gezeigt, das war wichtig für uns und für die Fans. Man hat gesehen, wozu wir eigentlich in der Lage sind.“ Dabei vergaß der Abwehrspieler auch das zuletzt in die Kritik geratene Trainerteam um Viktor Skripnik nicht. „Wir hatten einen guten Gameplan. Gladbach will unbedingt Fußball spielen, denen haben wir das Leben schwer gemacht. Es war sehr spektakulär. Die Strategie war entscheidend“, lobte der Däne.

Worte, die Skripnik gut tun werden. Die Erleichterung war ihm aber auch so schon deutlich anzusehen. Er hatte ein bisschen mit seiner Aufstellung gezockt – und gewonnen. „Solche Spiele bringen uns weiter“, blickte der Coach schon in die Zukunft. Damit die Spieler dafür frisch genug sind, schenkte er ihnen heute einen freien Tag.

Verdient hatten sich das Ujah und Co. allemal. So sah es auch Thomas Eichin. „Wir können kurz feiern, das ist okay“, sagte der Sportchef, mahnte aber sogleich: „Am Samstag wartet schon wieder ein eminent wichtiges Spiel.“ Dann geht es nach Frankfurt. Da muss gepunktet werden, um Weihnachten nicht im Bundesliga-Keller zu erleben.

Doch die Vorzeichen für ein Happy End in diesem Jahr sind gut. „Vier Tore in einer Halbzeit, ich bin sehr, sehr stolz auf unsere Leistung. Jeder hat 100 Prozent gegeben – das ist Werder. Das gibt uns viel Selbstvertrauen“, meinte Ujah. Auch Claudio Pizarro betonte: „Das Selbstvertrauen ist wieder da.“

Die Noten zum Werder-Pokalsieg in Gladbach

Zum Beispiel bei Sternberg. Der Linksverteidiger hat sein erstes Pflichtspieltor für Werder erzielt und mit dem 1:1 auch noch ein ganz wichtiges. „Ich freue mich riesig über das Tor“, sagte der 23-Jährige und konnte sein Glück kaum fassen: „Das war heute für mich mit der schönste Tag bei Werder.“

Weitere sollen folgen. Erst in der Bundesliga, dann im Pokal. Einen Wunschgegner haben die Bremer nicht. Nur dem FC Bayern wollen sie gerne aus dem Weg gehen – noch, denn Pizarro guckte schon mal etwas weiter: „Gegen die Bayern wollen wir erst im Finale spielen.“

kni/mr

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