Werder-Profi hofft bei der U20-WM in Neuseeland auf den nächsten Coup

Erst „Hongi“, dann Fidschi: Öztunali träumt vom Titel

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Levin Öztunali im DFB-Dress: Im vergangenen Sommer wurde er U19-Europameister, jetzt peilt der Bremer mit der U20 den WM-Titel an.

Bremen/Christchurch - Der Empfang am Flughafen in Christchurch war – na, sagen wir mal – ungewöhnlich. Junge Männer in blauen Trainingsanzügen und teils mit Kopfhörern auf den Ohren stiegen nach 25-stündiger Anreise aus dem Flugzeug und trafen auf Männer in Röcken und mit seltsam geschminkten Gesichtern. Sowie auf Frauen, die rote Federn im Haar trugen, nicht minder seltsam bemalt waren und zur Begrüßung die eigenen Nasen an die Nasen der Männer in den Trainingsanzügen drückten. Willkommen in Neuseeland!

Werder-Profi Levin Öztunali war ein Mitglied dieser Blue-Man-Group und hatte – einem auf dfb.de veröffentlichten Foto nach zu urteilen – seinen Spaß an der landestypischen Begrüßung („Hongi“ genannt) durch eine Maori-Tanzgruppe. Öztunali lachte, und in dem Lachen schwang jede Menge Vorfreude auf einen neuen Höhepunkt seiner noch jungen Fußballer-Karriere mit. Für den Werder-Profi und die deutsche U20-Auswahl beginnt in der Nacht zu Montag mit dem ersten Gruppenspiel gegen die Fidschi Inseln (3.00 Uhr MESZ) die Weltmeisterschaft in Neuseeland. Öztunali weiß, dass der Titelgewinn möglich ist. „Wir wollen ganz bestimmt nicht nur mitspielen, sondern so weit kommen, wie es nur geht“, sagte der 19 Jahre alte Offensivspieler.

Als einziger „deutscher“ Bremer hat er die Reise ans andere Ende der Welt mitgemacht. Davie Selke verzichtet auf Geheiß seines künftigen Arbeitgebers RB Leipzig auf die WM, und Torhüter Michael Zetterer musste seine Teilnahme kurz vor Reiseantritt wegen eines Kahnbeinbruchs absagen. Beide verpassen ein Event, von dem Öztunali schon begeistert ist, bevor er auch nur einmal gegen den Ball getreten hat. „Etwas Größeres als eine Weltmeisterschaft gibt es nicht“, schwärmte er. In Florian Grillitsch ist ein weiterer Werder-Profi dabei. Der 19-Jährige trifft mit Österreich in der Gruppe B heute (9.00 Uhr MESZ) zunächst auf Ghana. Die weiteren Gegner heißen Argentinien und Panama.

24 Teams sind am Start, und Deutschland trifft in der Gruppe F neben Auftaktgegner Fidschi noch auf Usbekistan (Donnerstag, 9.00 Uhr MESZ) und Honduras (7. Juni, 4.00 Uhr MESZ/jeweils in Christchurch). Alle drei Gegner sind keine Schwergewichte im internationalen Fußball, der Einzug ins Achtelfinale ist deshalb fest eingeplant. Doch auf der Nachwuchsebene sind die Kräfteverhältnisse mitunter ganz andere. „Ich weiß nicht, wie stark sie sind. Aber allein durch die Qualifikation für die WM haben diese Mannschaften bewiesen, dass Qualität vorhanden ist“, meinte Öztunali. In den weiteren Gruppen sorgen die Teams von Panama, Mali, Katar und Myanmar (mit dem deutschen Trainer Gerd Zeise) für selten gesehene Flaggen bei einem der großen Fifa-Turniere.

Deutschland stellt eine Mannschaft, die zu einem großen Teil aus Spielern besteht, die im vergangenen Jahr in Ungarn U19-Europameister geworden war. Öztunali gehört zu dieser zehnköpfigen Fraktion. Öztunali ist mit 31 Bundesliga-Einsätzen zudem einer der profiliertesten Akteure im Kader von DFB-Trainer Frank Wormuth („Wir wollen unter die ersten Vier“). Nur der gebürtige Bremer Julian Brandt (Bayer Leverkusen) mit 37 Erstliga-Spielen und Frankfurts Marc Stendera (36) übertreffen ihn noch.

Am letzten Bundesliga-Spieltag hat sich Levin Öztunali mit seinem ersten Bundesliga-Tor – das zwischenzeitliche 1:2 beim 2:3 in Dortmund – noch zusätzlichen Schwung für die WM geholt. „Ich freue mich sehr auf das Turnier“, sagte der Seeler-Enkel vor dem Abflug: „Wir haben eine Mannschaft, die jeden schlagen kann. Viele von uns haben im vergangenen Sommer die EM gespielt. Da haben wir erlebt, wie geil es ist, einen Titel zu holen.“ Wiederholung ausdrücklich erwünscht.

Dann könnte sich Levin Öztunali mit nur 19 Jahren bereits Welt- und Europameister nennen. Um diese Visitenkarte würden die Leverkusen-Leihgabe gewiss viele beneiden. Werder-Coach Viktor Skripnik macht es jetzt schon und freut sich, dass einer aus seinem Team in Neuseeland dabei ist: „Ich würde da auch gerne mitspielen…“

csa

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