Werder-Präsident macht Druck auf Politik

„Will man noch erste Liga in Bremen?“

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Hubertus Hess-Grunewald im Gespräch mit Viktor Skripnik

Zell Am Ziller - Als sich Hubertus Hess-Grunewald mit dem fünfjährigen Nico aus Nürnberg am Rande des Beachvolleyballspiels der Profis die Bälle zuspielt, da sieht der 54-jährige ganz harmlos und zufrieden aus. Doch der Werder-Geschäftsführer und Präsident in Personalunion kann auch ganz anders. Vor Journalisten stellt er in Zell am Ziller die drastische „Gretchenfrage“, wie er sie selbst nennt: „Will man noch erste Liga in Bremen?“

Es geht um das Nachwuchsleistungszentrum (NWLZ). Das hat vom DFB gerade mit drei Sternen die höchste Zertifizierung erhalten. Eigentlich ist alles toll. Doch Hess-Grunewald macht sich Sorgen. In drei Jahren wird das NWLZ wieder unter die Lupe genommen, und die Anforderungen werden dann gestiegen sein, da ist sich Hess-Grunewald sicher. So war es immer. Das Problem. Werder ist mit seinen Räumlichkeiten rund um Platz 11 endgültig an Grenzen gestoßen, behauptet der Geschäftsführer. Es muss ausgebaut werden. Doch das ist in der Pauliner Marsch ein ganz heikles Thema, Anwohner und Stadt sind davon wenig bis gar nicht begeistert. „Wir wollen da kein Einkaufszentrum mit 2000 Parkplätzen bauen. Wir wollen die eine oder andere Lücke schließen oder aus einem eineinhalbgeschossigen Gebäude ein zweigeschossiges machen“, erklärt der Präsident.

Er rechnet mit zähen Verhandlungen, daher schiebt er das Thema auch schon jetzt an. Und er warnt: Verliere das NWLZ einen Stern und damit an Attraktivität für Talente, dann sei der gesamte Werder-Weg, der vor allem auf die Entwicklung junger Spieler setzt, in Gefahr – und damit irgendwann auch ein Verbleib in der Bundesliga. „Wir kaufen keine Stars, wir machen sie“, betont Hess-Grunewald. Dieser Weg sei allein schon aus finanziellen Gründen alternativlos.

kni

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