2:0 gegen Stuttgart bei Skripniks Heim-Debüt

Werder ist nicht mehr Letzter

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Drin! Jubelnd dreht Fin Bartels (li.) nach seinem Treffer zum Bremer 2:0 ab. Theodor Gebre Selassie (re.) ist bereit, die Verfolgung aufzunehmen.

Bremen - Von Malte Rehnert. Die Erfolgsstory geht weiter! Werder Bremen feierte mit seinem neuen Trainer Viktor Skripnik gestern Abend den dritten Sieg im dritten Spiel.

Das hart erkämpfte 2:0 (1:0) gegen den direkten Konkurrenten VfB Stuttgart war nicht nur der erste Heimerfolg seit dem 3. Mai (2:0 gegen Hertha) – es bescherte Werder im Abstiegskampf auch einen ordentlichen Sprung in der Tabelle. Vom letzten Platz (dort steht jetzt Dortmund) ging es, zumindest vorübergehend, mit nunmehr zehn Punkten hinauf auf Rang 15. Und: Die Bremer spielten in dieser Bundesliga-Saison auch noch erstmals zu null, die größte Schießbunde steht inzwischen in Stuttgart. Der VfB hat 25 Gegentreffer, Werder 24. Ein perfekter Abend also für die Bremer und ihren Coach.

Skripnik, dem die Fans im mit 40 284 Zuschauern nicht ganz ausverkauften Weserstadion einen lautstarken Empfang nach über zehnjähriger Pflichtspiel-Abstinenz bescherten, hatte schon vor dem Anpfiff für Überraschungen gesorgt – mit seiner Aufstellung. Eljero Elia, zuvor zwei Mal gar nicht im Kader, stürmte von Anfang an neben Torjäger Franco Di Santo. „Elia hat die ganze Woche sehr gut trainiert und es verdient, zu spielen. Ein Mann mit seinen Qualitäten kann entscheidend sein“, begründete Skripnik. Fin Bartels, beim 2:1 in Mainz die zweite Spitze, rückte auf die „10“. Nach Levent Aycicek und Ludovic Obraniak (der sich Chancen auf eine erneute Startelf-Nominierung gemacht hatte, aber nur auf der Bank saß), probierte der Bremer Coach somit schon seinen dritten Spielmacher aus.

Die erste Möglichkeit der Partie hatte aber ein anderer Bremer Mittelfeldmann. Zlatko Junuzovic zog aus der Distanz ab – knapp links vorbei (3.). Schon in der Anfangsphase war Werders Matchplan klar zu erkennen. Keine langen Befreiungsschläge von hinten, viel Ballbesitz und direktes, möglichst schnelles Spiel. Das war teilweise ganz hübsch anzusehen, Werder hatte auch die Kontrolle – der letzte, gefahrbringende Pass kam aber zu selten an. Und auch die Einzelaktionen, wie der Schuss von Junuzovic (16.), waren zu harmlos. Die Stuttgarter bemühten sich, nach dem 0:4 gegen Wolfsburg erst mal sicher zu stehen. Nach vorne ging wenig bei den Gästen, der Ex-Bremer Martin Harnik als zentrale VfB-Spitze war bei der Werder-Defensive zunächst in guten Händen. Die beste Szene war noch eine flache Flanke von Sercan Sararer, die jedoch keinen Abnehmer fand (21.).

Auch Werder gelang in dieser Phase nicht viel aus dem Spiel heraus. Aber es gibt ja noch Standards: Ecke Junuzovic, Kopfball Sebastian Prödl, und der deutsche Nationalspieler Antonio Rüdiger fälschte unhaltbar ins eigene Netz ab – 1:0 für Werder (30.), das Stadion bebte. Doch beinahe wäre die Führung ganz schnell wieder weg gewesen. Nach Sararer-Flanke stand VfB-Kapitän Christian Gentner kurz vor dem Tor sträflich frei, vergab jedoch per Kopf die Riesenchance zum Ausgleich (32.). Komischerweise gab die Führung Werder keinen Rückenwind, stattdessen machte Stuttgart plötzlich Dampf. Harnik hatte die nächste gute Möglichkeit, scheiterte nach tollem Solo aber an Bremens Keeper Raphael Wolf (38.). Danach bekamen die Hausherren die Partie wieder besser in den Griff, ließen nichts mehr zu und gingen mit dem knappen, wegen der Stuttgarter Großchancen etwas schmeichelhaften Vorsprung in die Pause.

Werder feiert ersten Heimsieg der Saison

Im zweiten Durchgang tat sich anfangs nicht viel. Skripnik reagierte nach einer knappen Stunde, nahm Elia raus und brachte den defensiveren Cedrick Makiadi. Der war gerade ein paar Sekunden auf dem Platz, da fiel das 2:0. Wieder nach einer Ecke, die einstudiert aussah. Junuzovic brachte den Ball flach an den Elfmeterpunkt, dort hielt Bartels voll drauf – rechter Innenpfosten, Tor. Auf der Bremer Bank sprangen alle auf, die Fans skandierten wie schon in Mainz „Der SVW ist wieder da.“

Stuttgart erhöhte anschließend deutlich das Risiko, doch Werder hielt energisch dagegen. Alejandro Galvez köpfte den Ball (erneut nach einer Ecke) ins Netz, stand jedoch im Abseits. Der Treffer zum 3:0 zählte zu Recht nicht (77.). In der Schlussphase verteidigten die Bremer leidenschaftlich, verschleppten geschickt das Tempo und verdienten sich letztlich den so wichtigen Heimsieg.

Statistik und Spieldaten

Werder Bremen - VfB Stuttgart 2:0 (1:0)

Werder Bremen: Wolf - Gebre Selassie, Prödl, Gálvez, Garcia - Kroos (89. Obraniak) - Fritz, Junuzovic - Bartels (82. Aycicek) - Di Santo, Elia (56. Makiadi)

 VfB Stuttgart: Kirschbaum - Klein, Schwaab (65. Baumgartl), Rüdiger, Sakai - Gentner, Romeu - Sararer (63. Werner), Maxim, Kostic - Harnik

Schiedsrichter: Winkmann (Kerken)

Zuschauer: 40 284

Tore: 1:0 Prödl (30.), 2:0 Bartels (57.)

Gelbe Karten: Obraniak (1) / Romeu (4)

Ballbesitz in %: 36,8 - 63,2

Torschüsse: 12 - 8

gew. Zweikämpfe in %: 47,8 - 52,2

 Fouls: 13 - 13

 Ecken: 4 - 4

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