Werder-Neuzugang gesteht: „Das Tor war eine große Erleichterung für mich“

Der dankbare Hajrovic kann es noch besser

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Izet Hajrovic (rechts) bejubelt gegen Illertissen sein erstes Pflichtspiel-Tor für Werder – und weiß, bei wem er sich dafür bedanken muss: Eljero Elia (links), weil der ihm das Elfmeter-Vertrauen geschenkt hat.

Bremen - Dieser Izet Hajrovic ist ein ganz besonderer Transfer des SV Werder. Aber ist der 23-Jährige auch ein ganz besonderer Spieler? Die Antwort darauf wollte der bosnische Nationalspieler den Bremern so schnell wie möglich geben. Es ist ihm gelungen, wenngleich seine Aktion dafür durchaus riskant war. Und so gestand Hajrovic nach seinem verwandelten Elfmeter beim 3:2-Pokalsieg gegen den FV Illertissen: „Das Tor war eine große Erleichterung für mich.“

Hajrovic hatte, wie er glaubhaft versicherte, spontan entschieden, als ihm der Ball nach dem Elfmeterpfiff quasi vor die Füße rollte: „Ich war mir sicher, dass ich ihn reinmache.“ Da traf es sich gut, dass Trainer Robin Dutt zuvor keinen Elfmeterschützen bestimmt hatte. Etwa ein Versehen vor dem ersten Pflichtspiel? Mitnichten. Gegen Chelsea hätten sich Eljero Elia und Felix Kroos den Ball geschnappt und verwandelt, erinnerte Dutt: „Da bin ich davon ausgegangen, dass sie es wieder tun. Aber ich bin auch ein Freund davon, wenn einer sagt: ,Ich fühle mich gut, ich schieße.’“

Bei Elia wirkte es erst so, als sei er kein Freund davon, dass sich Kollege Hajrovic vordrängelte. „Ich glaube, Elli wollte auch schießen“, berichtete Hajrovic: „Aber Elli hat mir den Ball gelassen, weil er mir Vertrauen schenken wollte. Ein Dankeschön an ihn.“ Auch andere Mitspieler seien auf ihn zukommen und „haben mir Glück gewünscht. Ich bin sehr dankbar, dass ich diese Verantwortung übernehmen durfte.“ So konnte er nämlich nach nicht einmal vier Minuten in seinem ersten Pflichtspiel für Werder zeigen, was so alles in ihm steckt: „Ich habe in der Vergangenheit viele Elfmeter geschossen – und die meisten gingen rein. Es ist eine Stärke von mir, Verantwortung zu übernehmen.“

Es hätte aber auch schief gehen können. Dann wäre das Selbstbewusstein des Neuzugangs, der wegen ausgebliebener Gehaltszahlungen Galatasaray Istanbul gekündigt hatte und ablösefrei zu Werder wechseln durfte, im Keller gewesen. Doch für Dutt gehört dieses Risiko bei Offensivspielern einfach dazu: „Ich weiß doch, wie sie ticken. Jedes Tor tut ihnen gut.“

Normalerweise profitiert auch ein Team von einer frühen Führung – gerade im Pokal bei einem unterklassigen Gegner. Nicht so Werder. „Wir mussten ganz schön zittern“, gestand Hajrovic: „Gott sei dank sind wir weiter.“ Als Hauptproblem sah der Bosnier, der in der Schweiz geboren und aufgewachsen ist, die mangelhafte Chancenverwertung. Die Kritik galt dabei auch ihm selbst. Kurz vor Schluss hätte er allein vorm Tor das 4:2 machen müssen, schob die Kugel aber zu Davie Selke – und das im Schneckentempo, so dass ein Verteidiger noch klären konnte. Also musste Werder bis zum Schlusspfiff bangen – und sich Hajrovic die Frage gefallen lassen, ob Werder ein Offensivproblem hat: „Nein, das ist reine Kopfsache.“

Den Hinweis, dass sich in der Abteilung Attacke noch etwas ändern soll, nahm der 23-Jährige dabei gelassen zur Kenntnis: „Ja, man liest in der Zeitung, dass noch jemand gesucht wird. Ich bin nicht der Sportchef. Aber wenn Werder das Gefühl hat, noch einen Stürmer holen zu müssen, dann können sie das meinetwegen machen.“

Angst vor weiterer Konkurrenz hat Hajrovic jedenfalls nicht. Zumal er auf mehreren Positionen einsetzbar ist – und sich selbst noch für steigerungsfähig hält: „Natürlich gibt es einen besseren Hajrovic als gegen Illertissen. Ich brauche noch ein wenig Zeit. In ein paar Wochen, Monaten wird es besser sein.“

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Durch seine WM-Teilnahme war er verspätet in die Vorbereitung eingestiegen. Alles aufgeholt hat Hajrovic noch nicht, „aber ich habe einen Riesensprung gemacht“. So soll es weitergehen – am besten schon am Samstag beim Bundesliga-Start: „Ich bin zum ersten Mal in Berlin, zum ersten Mal in diesem Stadion. In Deutschland sind die Stadien immer voll – darauf freue ich mich.“

kni

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