Werder ist nach 1:1 gegen Freiburg Letzter

Die Sieglosen am Tiefpunkt, aber Dutt darf bleiben

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BESTER BREMER: Zlatko Junuzovic (am Ball, gegen Freiburgs Jonathan Schmid) spulte ein hohes Laufpensum ab und bereitete den Treffer zum Ausgleich vor. Zu mehr reichte es für Werder allerdings nicht.

Ein Mann muss sich dabei offenbar keine Sorgen machen: Robin Dutt. Sportchef Thomas Eichin äußerte sich zwar auch gestern nicht zum Coach („Ich beantworte grundsätzlich keine Fragen zum Trainer“), stellte aber auch klar: „Die Frage ist doch, was machen wir jetzt: Bewahren wir Ruhe, glauben wir an den Weg, dass wir noch die nötigen Punkte machen, oder glauben wir nicht daran? Ich bewahre die Ruhe. Meine Entscheidung ist gefallen. Ich glaube fest daran, dass wir das Ding umbiegen können.“

Eichin wollte weder Trainer noch Mannschaft einen Vorwurf machen: „Wir betreiben einen hohen Aufwand, aber es fehlt uns die letzte Konsequenz, das Ding über die Linie zu kriegen. Und es sind so Mini-Entscheidungen – nicht nur von uns, auch vom Schiedsrichter, dass das Pendel mal für uns ausschlägt.“

Die Szene in der achten Minute dürfte Eichin damit allerdings nicht gemeint haben: Der Elfmeterpfiff von Knut Kircher nach einem Zweikampf von Sebastian Prödl und Maximilian Philipp war absolut korrekt gewesen. Der Bremer Ersatzkapitän – der etatmäßige Spielführer Clemens Fritz saß erneut für Marnon Busch auf der Bank – hatte den Freiburger klar getroffen. Völlig überflüssig übrigens, Prödl hätte den Ball vorher nur klären müssen. „Ein Fehler“, wie Eichin trocken feststellte.

Für Werder war der Rückstand eine mentale Katastrophe. Nach der klaren Siegforderung von Eichin und Dutt schlotterten den Gastgebern die Knie. Und nach dem Rückstand wären sie fast zusammengebrochen. Glück für Werder, dass Freiburg nicht nachsetzte. So konnten sich die Bremer Schritt für Schritt zurückkämpfen.

Eljero Elia hätte den Ausgleich machen müssen, bewies aber allein vor Roman Bürki einmal mehr seine Tor-ungefährlichkeit (24). Am Spielfeldrand zofften sich derweil Dutt und sein ehemaliger Freiburger Co-Trainer Christian Streich. Dutt hatte Elfmeter gefordert, Streich ihn daraufhin angefaucht – und dafür eine nicht gerade freundliche Aufforderung, den Mund zu halten, kassiert. So schilderte es später zumindest Streich: „Nichts Wildes, das passiert schon mal.“ Bereits auf dem Platz hatte der starke Referee Kircher für Entspannung gesorgt, indem er die Streithähne zum Sechs-Augen-Gespräch gebeten hatte (25.).

Ruhig blieb es aber nur kurz am Spielfeldrand, denn in der 31. Minute war Dutt kaum noch einzufangen: Franco Di Santo hatte einen feinen Pass von Zlatko Junuzovic eiskalt zum 1:1 verwertet. Was für eine Erlösung. Das mit 40029 Zuschauern erneut nicht ausverkaufte Weserstadion glich einem Tollhaus.

Doch die Freude wurde nur wenige Minuten später durch eine Einblendung auf der Anzeigetafel getrübt: Der HSV war doch tatsächlich in Dortmund mit 1:0 in Führung gegangen und Werder nun Tabellenletzter.

Daran sollte sich auch nichts mehr ändern. Denn nach dem Wechsel spielten die Gastgeber erst wieder zu ängstlich und dann nicht gekonnt genug nach vorne. Freiburg war dem Siegtreffer rein chancentechnisch näher als Werder. Jonathan Schmid (48.) und Felix Klaus (60.) scheiterten jeweils am Pfosten. Di Santo traf für die Gastgeber zwar ins Tor (77.), doch Davie Selke hatte zuvor hauchdünn im Abseits gestanden.

Werder Bremen - SC Freiburg

Wie Verlierer schlichen die Bremer nach dem Schlusspfiff in die Kabine. „18. – dahinter ist nichts mehr, das ist der Tiefpunkt“, stöhnte Junuzovic, der wieder einmal bester Bremer war: „Ich war noch nie Letzter in der Liga.“ Bei Werder liegt es vier Jahre zurück, allerdings gab es damals die Rote Laterne nach einem 1:4 gegen Hoffenheim am ersten Spieltag. Jetzt sind sieben Partien gespielt – und ein Trend erkennbar: Werder kann nicht mehr gewinnen – und Besserung ist nicht in Sicht, weil der nächste Gegner ausgerechnet FC Bayern München heißt.

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