Werder muss für eine bessere Bilanz in dieser Saison noch Spieler verkaufen

Fürs Kollektiv: Eichin jagt seine Schnäppchen früher

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Thomas Eichin erklärt, warum er die vielen Späteinkäufe der Konkurrenz für bedenklich hält.

Bremen - Während sich einige Bundesliga-Konkurrenten in den vergangenen Tagen regelrecht im Kaufrausch befanden, passierte bei Werder nichts. Klar, das Geld bei den Bremern ist knapp. Doch das, stellt Sportchef Thomas Eichin klar, sei nur die halbe Wahrheit:

„Wir haben einen Plan. Und der sieht vor, neue Spieler so früh wie möglich hier zu haben. Damit wir ein echtes Kollektiv werden. Sonst machen die acht Wochen Vorbereitung doch keinen Sinn. “

100 Spieler seien ihm am Ende der Transferperiode noch einmal angeboten worden. Natürlich habe er sich den einen oder anderen genauer angeschaut, dann aber den Daumen gesenkt. Weil keine Zeit mehr zum Scouten bestand. Und das sei gerade für Clubs wie Werder, die jeden Euro dreimal umdrehen müssen, eine Pflicht. „Wir können es uns nicht erlauben, dass so ein Transfer komplett schief geht“, sagt Eichin – und sieht darin durchaus einen Vorteil: „Wenn Sie mit 2000 Euro oder mit 150 Euro in die Stadt gehen und Klamotten kaufen wollen, dann müssen Sie mit 150 Euro hinterher nicht unbedingt schlechter aussehen. Aber dafür müssen Sie einen Pullover vielleicht fünfmal anprobieren und nach Schnäppchen suchen.“

Auf dem Transfermarkt hat Eichin das gemacht – und in Alejandro Galvez (Rayo Vallecano), Izet Hajrovic (Galatasaray Istanbul) und Fin Bartels (FC St. Pauli) ablösefreie Spieler geholt, die gegen Hoffenheim auch gespielt haben. Eichin hätte nichts dagegen gehabt, wenn ein gewisser Bryan Ruiz ebenfalls auf dem Platz gestanden hätte. Der Kapitän von WM-Viertelfinalist Costa Rica wäre allerdings kein Schnäppchen gewesen. Sechs Millionen Euro Ablöse wollte der FC Fulham für den 29-Jährigen haben. Eigentlich viel zu viel für Werder. Eichin fragte trotzdem beim Aufsichtsrat nach. Der lehnte eine Erhöhung des Budgets ab. Damit hatte sich das Thema erledigt. Einen Wechsel hätte es wahrscheinlich sowieso nicht gegeben, weil der FC Fulham seine Forderungen nicht runterschraubte. Bis Redaktionsschluss war Ruiz gestern jedenfalls noch nicht transferiert.

Auch ohne eine Millionen-Ausgabe für Ruiz ist die finanzielle Lage bei Werder kritisch. Laut „Bild“ soll schon wieder ein Minus von acht Millionen Euro existieren. Clubchef Klaus Filbry hat die Zahl als „reine Spekulation“ bezeichnet und darauf verwiesen, dass das Geschäftsjahr gerade erst begonnen habe und noch bis zum 30. Juni 2015 laufe. Der Haupteinnahmefaktor steht in diesem Jahr allerdings schon fest: das TV-Geld. Anders als in den Vorjahren wirkt sich die Abschlusstabelle dieser Saison nicht mehr auf die TV-Tabelle 2014/15 aus, damit die Clubs im Lizensierungsverfahren mehr Planungssicherheit haben. Zulegen kann Werder daher nur im Sponsorenbereich und bei den Zuschauereinnahmen. Viel Spielraum dürfte da aber nicht mehr sein. Interessanter ist sicherlich der DFB-Pokal, in dem Werder in der zweiten Runde beim Drittligisten Chemnitzer FC gute Chancen aufs Weiterkommen besitzt.

Und dann wäre da noch Ludovic Obraniak. Ein Verkauf des 29-Jährigen – jetzt oder im Winter – würde der Bilanz richtig gut tun. Andererseits zeigen diese Rechenspiele auch: Die großen Möglichkeiten, die Mannschaft im Winter zu verstärken, hat Werder auch weiterhin nicht. Für Eichin kein Problem. Der 47-Jährige macht deshalb nach Ende der Transferperiode auch keinen Urlaub, sondern geht wie Kollege Rouven Schröder auf Scouting-Tour bei zahlreichen Länderspielen.

kni

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