"Miele gehört die Zukunft"

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Sebastian Mielitz macht sich ganz lang, wehrt den Ball ab. Der junge Torwart ist mehr als nur ein würdiger Vertreter des gesperrten Tim Wiese

Von Arne Flügge - Sebastian Mielitz (21) hat sich mit seinen starken Leistungen im Tor von Werder Bremen in die Herzen der Fans gespielt. Er ist mehr als nur ein würdiger Vertreter des gesperrten Stammkeepers Tim Wiese, den er am Sonnabend (15.30 Uhr) im Nordderby beim Hamburger SV zum vorerst letzten Mal vertreten darf.

Was zeichnet den jungen Mielitz aus? Warum ist er schon so cool? Wer könnte diese Fragen besser beantworten als sein Torwarttrainer, der tagtäglich mit Mielitz zusammenarbeitet? Im Interview spricht Michael Kraft (44) über die Stärken seines Schützlings, dem er eine große Karriere prophezeit. „Miele gehört die Zukunft“, sagt der Ex-Profi.

Herr Kraft, trotz des Drucks im Abstiegskampf zeigt Sebastian Mielitz tolle Leistungen im Tor. Überrascht Sie das etwas? Immerhin ist er erst 21 Jahre jung . . .

Das überrascht mich nicht, denn Miele ist ein Super-Torwart, und das wissen wir. Was er gegen Mainz und jetzt gegen Hannover gezeigt hat, war natürlich absolute Klasse.

Was zeichnet ihn besonders aus?

Er macht instinktiv in jeder Situation das Richtige und hat damit ganz klar dokumentiert, dass wir zu 100 Prozent auf ihn setzen können.

Training am Mittwoch

Werder: Training am Mittwoch

Trotz seiner erst 21 Jahre wirkt er cool wie ein Eisblock. Woher nimmt er diese Ruhe?

Als Tim Wiese im vergangenen Jahr verletzt war, konnte sich Sebastian gleich auszeichnen und positiv in Szene setzen. Ich denke nur an das Spiel in Gladbach. Das hat ihm sehr geholfen. Die Fans haben ihn angenommen und stehen total hinter ihm. Man muss doch nur mal an das Spiel in Mainz denken, als die Fans Sebastians Namen regelrecht gebrüllt haben. So etwas tut einem jungen Spieler gut. Das hilft ihm, gibt ihm Sicherheit.

Es hat den Anschein, dass Mielitz von seinem Einsatz her keinen Unterschied macht zwischen Training und Spiel. Er steht immer unter Strom.

Das ist richtig. Miele gibt immer Vollgas. Das Training gibt ihm Sicherheit, und dieses Selbstvertrauen nimmt er dann mit ins Spiel.

Sehen Sie in Sebastian Mielitz die künftige Nummer eins im Werder-Tor, wenn Tim Wiese eines Tages aufhört?

Sebastian zeigt, dass man mit ihm zu 100 Prozent rechnen kann. Er hat das Zeug dazu, bei Werder Bremen mal die Nummer eins zu werden. Ich traue ihm das zu.

Bleibt die Frage, ob er auch die nötige Geduld aufbringt. Schließlich wird Wiese noch ein paar Jahre spielen.

Sebastian ist erst 21 Jahre, er hat noch alles vor sich. Ich hoffe, dass er so klug ist und weiß, dass ihm die Zukunft gehört. Geduld zahlt sich aus. Und für mich steht fest: Miele gehört die Zukunft.

Auch als Nationalspieler?

Miele beweist sich gerade in seinen ersten Bundesligaspielen. Weiter müssen wir jetzt nicht denken. Auf jeden Fall bringt er aber alle Voraussetzungen mit. Er ist nicht nur ein sehr guter Torwart, er ist auch fußballerisch stark. Sowohl mit links als auch mit rechts. Dazu kommt die Ruhe, die er schon jetzt ausstrahlt, und das trotz des enormen Drucks, der momentan auf der Mannschaft und auch auf ihm lastet. Das freut mich unheimlich.

Am Sonnabend wird Mielitz noch einmal im Tor stehen, dann ist die Rotsperre von Wiese abgelaufen. Wie schwer ist es für einen Torwart, wieder ins zweite Glied zu rücken, nachdem man gerade im Scheinwerferlicht gestanden hat?

Das ist schon schwer, keine Frage. Wenn du als zweiter Mann plötzlich spielst, weil die Nummer eins ausfällt und du deine Sache hervorragend machst, da hast du doch Lunte gerochen. Dann willst du mehr. Doch so ist das nun mal im Fußball. Und ich weiß, dass Miele damit sehr gut umgehen kann.

Können Sie ihm dabei helfen?

Klar. Zu meiner Zeit als Profi war ich in einer ähnlichen Situation und einige Zeit in Köln die Nummer zwei hinter Bodo Illgner. Von daher kann ich Miele natürlich Tipps geben.

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