Heute vor 40 Jahren wurde Klaus-Dieter Fischer erstmals ins Präsidium gewählt / Mitglied seit 1955

„Werder ist mein Leben“

Kreiszeitung Syke

Bremen - Von Arne Flügge · Man sagt, in seinen Adern fließt grün-weißes Blut. Wäre dies anatomisch nicht unmöglich, würde man das auch glauben. Denn Klaus-Dieter Fischer ist Werder Bremen – und Werder Bremen ist Klaus-Dieter Fischer.

Heute vor 40 Jahren (!) wurde Fischer auf der Mitgliederversammlung in der Bremer Stadthalle erstmals ins Präsidium des SV Werder Bremen gewählt – seitdem steht er dem Verein in leitender Position zur Seite. Zunächst als dritter Präsident, dann als „Vize“, später als Vorstandsmitglied und jetzt als einer von drei Geschäftsführern der Werder Bremen GmbH & Co KG aA sowie als Präsident des Sportvereins Werder Bremen. „Es ist ein Traum, wenn man so lange Zeit in einer solchen Position mitwirken und mitgestalten kann“, sagt Fischer und erklärt seine besondere Beziehung zum Club: „Liebe, Leidenschaft, Lust und Laster – Werder ist mein Leben.“

Als Junge wohnte der heute 69-Jährige in der Stader Straße unweit des Weserstadions. Sein Vater hat ihn dann ein Wochenende mit zum Fußball genommen. Samstags spielten die „Blauen“, der Bremer SV, gegen Concordia Hamburg und verloren trotz Überzahl mit 2:3. Am Sonntag spielten dann die „Grünen“, also Werder, gegen IFK Halmstadt aus Schweden und gewannen mit 5:1. „Da war für mich als Neunjähriger klar: Die Grünen sind mein Verein“, sagt Fischer. Das war 1949.

Sechs Jahre später ist er in den Club eingetreten. Und hat etwas erlebt, was ihn, sein Denken und sein Handeln ein Leben lang geprägt hat. Bei einem Fußballspiel zog sich Fischer mit 15 Jahren einen komplizierten Handgelenkbruch zu. Einige Tage später klingelte es an der kleinen Wohnung in der Stader Straße („Ich habe damals noch mit meiner Schwester und Oma in einem Zimmer gelebt“), und der Jugendleiter des SV Werder stand vor der Tür. „Er hat mich zu einer Jugendfreizeit in den Harz eingeladen. Das war der erste Urlaub meines Lebens. Das werde ich nie vergessen. Damals ist für mich der Begriff der Werder-Familie geprägt worden. Und ich habe mir gesagt. Das gibst du eines Tages zurück“, erinnert sich Fischer. Keine Frage: Das hat er getan.

Und diese Werder-Familie ist dem Funktionär bis heute heilig. Kaum ein anderer hat sie dem Club in den vergangenen 40 Jahren so eingeimpft wie Klaus-Dieter Fischer. „Und ich bin zu tiefst davon überzeugt, dass diese Philosophie auch noch in den nächsten Jahren die von Werder Bremen sein wird.“ Im Klartext: Die soziale Verantwortung, das Engagement gegen Diskriminierung und Rassismus, die Hilfsprojekte im Ausland – all’ das, was Fischer in den letzten Jahren mit initiiert hat, wird von anderen fortgesetzt, wenn er einmal im Ruhestand ist. „Doch trotz aller Sozialromantik dürfen wir den ökonomischen Teil nicht vergessen. Er ist Grundlage eines funktionierenden Vereins.“

Der 69-Jährige widmet seine Schaffenskraft aber nicht nur Werder. Geschickt nutzt er seine Prominenz und die des Clubs, um soziale Projekte zu fördern. „Mehr geben als nehmen, mehr helfen als geholfen zu werden“, lautet sein Motto. „Wenn du die Chance hast, in der Gesellschaft mitzugestalten und mitzudrehen, ist es besser als gedreht zu werden“, erklärt Fischer.

Als streitbarer Verfechter seiner Philosophien ist Klaus-Dieter Fischer in den vergangenen 40 Jahren auch oftmals angeeckt. „Doch Konfrontation kann auch voranbringen“, sagt er: „In der Auseinandersetzung um Sachthemen war ich nie feige.“ Inzwischen, räumt Fischer ein, sei er aber „weicher geworden. Früher war ich härter.“ Dass er nicht mehr alles so verbissen sieht, habe er auch seiner heutigen Frau zu verdanken, die Fischer 1995 kennengelernt hat. „Sie hat mir beigebracht, vieles gelassener zu sehen.“

Bis 2011 ist Klaus-Dieter Fischer noch vom Verein als Präsident gewählt und in die Geschäftsführung bestimmt. Wie’s dann weitergeht, „hängt von meiner Gesundheit ab und davon, ob das Präsidium noch weiter mit mir arbeiten will“, sagt Fischer. Sollte das eines Tages nicht mehr der Fall sein, „so will ich dann eine klare Entscheidung. Ich möchte nicht irgendwann als Ehrenpräsident weggelobt werden.“

Heute ehrt Werder Bremen Klaus-Dieter Fischer mit einem großen Empfang. Ein Anlass, „auf dem auch ich einmal Danke für ein tolles Leben mit Werder sagen möchte“.

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