Lacher vor dem Kracher: Allofs und Schaaf sind vor dem Spitzenspiel beim FC Bayern bestens gelaunt

Werder macht Spaß

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Lachen ist ansteckend, aber sehr gesund:  Thomas Schaaf und Klaus Allofs sorgten auf der gestrigen Pressekonferenz für beste Unterhaltung.

Von Björn Knips - Nur ‘mal angenommen, im Medienraum des Weserstadions würde ein Stimmungsbarometer hängen, es wäre nun kaputt. Geplatzt. Denn solche Lachsalven wie gestern in der Pressekonferenz des SV Werder hätte das gute Stück nicht gekannt.

Aber der Bundesligist ist so gut drauf, dass sich Trainer Thomas Schaaf und Sportchef Klaus Allofs einfach mal einige Lacher vor dem Kracher gönnten und auf dem Podium kaum noch halten konnten. Werder macht Spaß – und das pünktlich vor dem Bundesliga-Hit beim FC Bayern München (morgen, 15.30 Uhr).

Klaus Allofs

Wer mag da noch an die trübe Zeit im Frühjahr denken? „Da haben wir hier darüber geredet, wie man Punkte gegen den Abstieg sammelt“, erinnerte sich Allofs und gestand: „Jetzt macht es viel mehr Spaß.“ Denn Werder ist Vierter und fährt am 15. Spieltag zum Dritten FC Bayern, der nur zwei Punkte Vorsprung hat. Eigentlich unglaublich. Und Allofs nähert sich diesem Zustand auch ganz vorsichtig: „Wir wissen, dass wir uns noch längst nicht mit den Bayern messen können.“ Doch zu viel Demut muss auch nicht sein, deshalb fügte Allofs noch selbstbewusst an: „Wir sind dran, die Bayern sind in Sichtweite.“

Training am Donnerstag

Werder-Training am Donnerstag

Die Tabellenspitze auch. Naldo hatte das in der Woche schon thematisiert – und Allofs fand es okay: „Ich habe nichts dagegen, wenn sich unsere Spieler hohe Ziele stecken.“ Aber deshalb geht der Blick nicht zwangsläufig auch zum zweiten Spitzenspiel des Wochenendes nach Mönchengladbach, wo der Tabellenzweite den Spitzenreiter empfängt. Auf die Frage, ob er das Spiel aufnehmen werde, entgegnete Allofs ganz trocken: „Ich habe gar keinen Videorekorder.“ Mediendirektor Tino Polster empfahl prompt „Sky go“, doch zum Angebot des Pay-TV-Senders für unterwegs merkte sein Chef nur sarkastisch an: „Wenn‘s funktioniert.“ Riesengelächter im Plenum, denn ausgerechnet an diesem Tag war Sky mit seinem neuen Info-Sender gestartet und extra mit einem Übertragungswagen nach Bremen gekommen. Schaaf bog sich vor Lachen und nahm seinen Chef später sogar noch mal aufs Korn, als er extra darauf hinwies: „Irgendwo werde ich schon Bilder von dem Spiel finden, bei Sky Go oder so . . .“

Schaaf wirkt entspannt angespannt. Nach dem harten Abstiegskampf der Vorsaison tut auch ihm der Aufschwung mit der Rückkehr in die Spitzengruppe gut. „Wir fahren gerne nach München“, sagte der 50-Jährige: „Das Interesse ist immer größer als sonst, weil die Bayern einen besonderen Stellenwert haben – und wir auch.“ Den Respekt habe sich Werder über Jahre erarbeitet und in dieser Saison nach einer einjährigen Auszeit auch wieder verdient. Sein Erfolgsrezept klingt dabei ganz einfach: „Man muss immer seiner Linie treu bleiben, seine Philosophie vertreten und nicht plötzlich experimentieren oder verrückte Dinge machen, was in solchen Spielen gerne mal versucht wird.“ Den Gegner ausführlich zu analysieren, sei gut, „aber was hilft es mir, wenn ich alles über ihn weiß, aber meine eigenen Dinge nicht auf die Reihe kriege?“ Deshalb forderte Schaaf, sich auch „bei der besten Mannschaft Deutschlands“ auf das eigene Spiel zu konzentrieren und stets daran zu denken: „Wir müssen möglichst viele Tore schießen, denn man muss immer damit rechnen, dass man in München den einen oder anderen reinkriegt. Der Vorsprung sollte groß genug sein, denn die Bayern können jederzeit zurückkommen.“

Stimmungstöter Allianz-Arena? Wohl kaum. Werder hat dort in der Bundesliga erst einmal verloren, und das liegt bereits sechs Jahre zurück. Der Spaß kann also weitergehen. · kni

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