Werder leiht Casteels von Wolfsburg aus

Es fehlen nur noch die Unterschriften

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Torhüter Koen Casteels

Bremen - So ein bisschen war Klaus Allofs gestern Abend wieder ein Bremer: Werders Ex-Manager verkündete die Ausleihe von Koen Casteels an die Weser – allerdings als Sportchef des VfL Wolfsburg. Der VW-Club hatte den Keeper kurz zuvor für die kolportierte Ablösesumme von 1,5 Millionen Euro von der TSG 1899 Hoffenheim verpflichtet und mit einem Vertrag bis 2018 ausgestattet. Doch gebraucht wird er bei den „Wölfen“ erst ab Sommer. Bis dahin wird der Belgier in Bremen geparkt.

Nur bestätigen wollte das bei Werder gestern Abend niemand. Denn es fehlten noch einige Unterschriften. Heute wird aber die offizielle Vorstellung von Casteels erwartet. Der 22-Jährige hält sich bereits seit gestern in Bremen auf und hat schon seinen Medizincheck absolviert.

Mit Casteels will der VfL Wolfsburg ab Sommer Druck auf Stammkeeper Diego Benaglio ausüben und einen Nachfolger für den 31-jährigen Schweizer aufbauen. Und was will Werder bis dahin mit Casteels? Sportchef Thomas Eichin war mit einem Wintertransfer von Felix Wiedwald gescheitert. Eintracht Frankfurt gab den Ex-Bremer nicht frei. Doch im Sommer läuft der Vertrag des 24-Jährigen aus. Dann wird er wohl zu Werder wechseln. Eichin kündigte an, für die Zwischenzeit einen Notnagel zu verpflichten – um mit drei bundesliga-tauglichen Keepern in die Rückrunde gehen zu können. Für Nachwuchsmann Raif Husic keine angenehme Geschichte. Der 18-Jährige meinte gestern Morgen auf Nachfrage, „dass wir uns sicher unterhalten werden, wenn Werder noch einen Torwart holt“.

Das ist nun passiert – und setzt auch Ersatzmann Richard Strebinger unter Druck. Casteels hat immerhin schon 39 Bundesliga-Spiele absolviert, will sich ganz gewiss nicht als Nummer drei auf die Tribüne setzen und sicher auch nicht in der Regionalliga (U23) spielen.

Das gilt auch für Strebinger. „Ich will so schnell wie möglich in der Bundesliga spielen. Und mein Anspruch ist es nicht, hier die Nummer drei zu sein. Das darf es auch gar nicht, denn in der Regionalliga habe ich schon als A-Jugendlicher bei Hertha gespielt“, stellte der 21-Jährige gestern klar. Über einen vorzeitigen Wechsel wollte der Österreicher nicht spekulieren. Es wäre auch unlogisch, wenn Werder ihn ziehen lassen würde, denn dann hätte Eichin wieder „Bauchschmerzen“.

Unangenehm könnte es in jedem Fall für Raphael Wolf werden. Werder-Coach Viktor Skripnik hat zwar dessen Nummer-eins-Status noch einmal hervorgehoben, aber Casteels wird angreifen. Die Wolfsburger gehen nämlich schon davon aus, dass der künftige VfL-Keeper in Bremen zum Einsatz kommt und dadurch im Sommer eine echte Alternative zu Benaglio wird.

Werder kann davon nur profitieren, denn Konkurrenz schadet nie. Und wenn Wolfsburg 1,5 Millionen Euro für den vierten Keeper der Hoffenheimer zahlt und in ihm die Zukunft sieht, kann der nicht so schlecht sein, wie er mancherorts gemacht wird.

kni

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