Werder-Legende schaut beim Training vorbei und prophezeit Bremer 2:0-Sieg im Nordderby

Ailton: „Es wird mit Skripnik funktionieren“

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Ailton wünschte seinem ehemaligen Teamkollegen Viktor Skripnik viel Glück im Abstiegskampf mit Werder.

Bremen - Seit zweieinhalb Wochen stehen Viktor Skripnik und Torsten Frings bei Werder im Blickpunkt, doch gestern stahl ihnen einer die Show: Ailton. Die Werder-Legende schaute beim Training vorbei. Nach zahlreichen Interviews und Autogrammen blieb dem 41-Jährigen gar keine Zeit mehr, auf den Platz zu gucken – die Einheit war vorbei. Dafür gab es einen Plausch mit Skripnik. Der neue Werder-Chefcoach hatte seinen ehemaligen Teamkollegen beim Gang in die Kabine entdeckt und herbeigewinkt. Worüber Sie gesprochen haben, ist nicht überliefert, aber dafür gibt es dieses Interview mit dem Brasilianer.

Ailton, was machen Sie denn hier?

Ailton: Was ist das für eine Frage? Bremen ist doch meine Stadt (lacht). Mir war es in Mexiko zu warm, ich wollte es mal wieder ein bisschen kälter haben (lacht wieder). Es ist einfach mal wieder ein Besuch. Am 2. Januar spiele ich doch mit Werders Traditionself beim Oldenburger Hallenturnier – und dafür habe ich am Dienstag die Gruppen ausgelost. Montag habe ich noch einen Termin in Frankfurt, vielleicht trinke ich dort noch einen Kaffee mit Thomas Schaaf.

Apropos Schaaf, ist Viktor Skripnik bei Werder der neue Thomas Schaaf?

Ailton: Thomas hat so lange in Bremen gearbeitet, das kann man doch noch gar nicht vergleichen. Aber Viktor hat mit den drei Siegen einen wirklich sehr guten Start hingelegt.

Haben Sie die Spiele gesehen?

Ailton: Nur die Partie gegen Stuttgart. Die Mannschaft ist viel gelaufen, war sehr aggressiv. Es ist ein bisschen besser geworden als früher. Ich bin optimistisch, aber Viktor braucht noch Zeit, um seine Mentalität und Taktik umzusetzen.

Was halten Sie davon, dass Viktor Skripnik nun Chefcoach von Werder ist?

Ailton: Es gab nicht viele Optionen für Werder. Man muss ja den alten Trainer weiterbezahlen. Warum sollte man es da nicht mit Viktor probieren? Im ersten Moment, als ich das im Internet gelesen habe, war ich schon überrascht. Aber dann habe ich das analysiert. Viktor hat bei der zweiten Mannschaft gute Arbeit geleistet. Er ist klug, er kennt Werder sehr gut. Das ist eine gute Idee vom Präsidium. Ich freue mich für ihn. Werder musste einfach handeln. Ich habe in Mexiko im Fernsehen das Spiel gegen Köln gesehen und nur gedacht: „Meine Güte!“

Was ist Viktor Skripnik für ein Typ?

Ailton: Als Trainer ist er seriöser geworden. Aber er ist ein guter Mann, sehr sympathisch. Eigentlich ist er schon wie Thomas Schaaf.

Was heißt das?

Ailton: Viele Spieler brauchen in dieser schwierigen Situation nicht nur einen Trainer, sondern auch einen, der sagt: Du bist wie ein Sohn. Das hat Thomas Schaaf gemacht, das kann Viktor Skripnik auch.

Holt er Werder unten raus?

Ailton: Ja, es wird funktionieren.

Welche Rolle spielt denn Torsten Frings als Co-Trainer dabei?

Ailton: Er hat so viel Erfahrung. Für ihn ist es aber auch eine neue Situation. Er braucht wie Viktor auch etwas Zeit. Sie brauchen das Vertrauen des Präsidiums und der Fans.

Marco Bode ist Aufsichtsratschef, Viktor Skripnik Trainer, Torsten Frings Co-Trainer – ist da auch für Ailton als Ex-Bremer noch ein Platz bei Werder?

Ailton: Ich habe meine Karriere leider beendet (lacht). Nein, nein – ich weiß es noch nicht. Ich liebe diesen Verein, mein Herz ist noch hier. Wenn der Club Hilfe braucht, dann ist Ailton da. Meine Tür ist weit offen. Es gibt aber zurzeit keinen Kontakt zum Präsidium. Im Moment bin ich nur ein Fan.

Franco Di Santo wird bei Werder immer besser. Ist er ein Stürmer, der in Ihre Fußstapfen treten könnte?

Ailton: Er hat großes Potenzial. Für ihn als Stürmer ist es natürlich schwierig, wenn man unten in der Tabelle steht, da bekommst du nicht so viele Chancen. Er hat das bislang gut gemacht, ich vertraue ihm. Er wird noch besser, wenn Werder nach oben kommt. Er ist natürlich kein Claudio Pizarro und kein Ailton, aber ich erwarte noch ganz viele Tore von ihm.

Sie haben für Werder, aber auch für den HSV gespielt, sind also Nordderby-Experte – wie geht das Spiel am 23. November in Hamburg aus?

Ailton: Nordderbys sind richtig geil. Werder ist im Moment besser als der HSV und hat es in Hamburg immer gut gemacht. Ich denke, Werder wird 2:0 gewinnen.

csa/kni

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