Kritik an Arnautovic

„Der Aufsichtsrat sollte Geld zur Verfügung stellen“

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Max Lorenz schaute gestern Morgen beim Werder-Training vorbei und fand deutliche Worte zur aktuellen Situation: „Ich würde Marko Arnautovic verkaufen.“

Bremen - Max Lorenz schaute auf den Trainingsplatz und schüttelte den Kopf. „Das sind alles große Talente“, sagte der Ex-Profi gestern Morgen mit Blick auf seine Nachfolger beim SV Werder und stöhnte: „Aber nur mit Talent kannst du keinen Krieg gewinnen.

Es war beschämend in Saarbrücken. Wenn wir am Samstag in Braunschweig verlieren, dann ist die Kacke am Dampfen.“ Der Pokal-Horror beim Drittligisten hat auch dem 73-Jährigen gehörig zugesetzt – und er hat klare Vorstellungen, was jetzt passieren muss.

„Werder gehört in die Bundesliga, da passt man hoffentlich drauf auf. Der Aufsichtsrat sollte der sportlichen Leitung jetzt helfen und Geld für neue Spieler zur Verfügung stellen. Wir brauchen zum Beispiel jemanden, der Tore schießt“, sagt Lorenz und geht dabei mit einem Werder-Stürmer hart ins Gericht: „Es war damals kein Fehler, Marko Arnautovic zu holen. Er bringt alles mit, nur zeigt er hier davon nichts. Wenn er nach einem Abspielfehler genervt abdreht, dann werde ich verrückt.“ Für Lorenz kann es nur eine Konsequenz geben: „Ich würde ihn verkaufen. Wenn ein vernünftiges Angebot kommt, hat Werder sicher nichts dagegen, ihn abzugeben. Er bewegt ja nichts. Der ist einfach nicht fit. Wie kann man als Profi zum Trainingsauftakt mit Übergewicht kommen? Das geht nicht.“

Lorenz wünscht sich nicht nur Veränderung im Angriff, die Werder-Legende sehnt sich auch nach einem Kämpfer. „Ein Typ wie Torsten Frings fehlt der Mannschaft“, meinte der 19-fache Nationalspieler: „Torsten hätte sich die Härte der Saarbrücker nicht gefallen lassen, der hätte dazwischengehauen. Jede Mannschaft hat ihren Frings – nur wir nicht.“ So kurzfristig noch einen zu finden, sei natürlich schwierig. Die bisherige Personalpolitik macht ihm da auch wenig Mut. „Wir haben gute Spieler abgegeben – und dafür keinen echten Ersatz bekommen“, urteilte Lorenz.

Für die beiden Leistungsträger Kevin De Bruyne (ablösefrei zurück zum FC Chelsea) und Sokratis (für neun Millionen Euro zu Borussia Dortmund) kamen Cedric Makiadi (SC Freiburg/drei Millionen) und Luca Caldirola (Inter Mailand/drei Millionen). Außerdem wurde Nils Petersen für drei Millionen Euro dauerhaft vom FC Bayern losgeeist.

Damit ist Lorenz nicht zufrieden und stellt sich demonstrativ hinter den neuen Trainer: „Robin Dutt tut mir leid, dass er mit so einem Material arbeiten muss.“ Schon mehrfach hat der Ex-Profi beim Werder-Training vorbeigeschaut und festgestellt: „Dutt macht sehr gute Arbeit. Aber die Spieler schaffen es nicht, seine Ideen, seine Systeme umzusetzen.“

Deshalb sei nun volle Konzentration gefragt. „Für die Spieler darf nur noch dieses Spiel in Braunschweig zählen“, fordert Lorenz. Auch für ihn ist die Partie etwas Besonderes. Die Eintracht hat ihn zum Comeback auf der Bundesliga-Bühne nach 28 Jahren eingeladen. „Es freut mich, dass sie an mich gedacht haben“, meinte Lorenz.

Von 1969 bis 1972 hat der Mittelfeldspieler 71 Bundesliga-Partien für die Niedersachsen absolviert, nachdem er zuvor ausschließlich in Bremen gespielt hatte. „Werder hat mich damals verkauft, weil sie wenig Geld hatten – wie heute“, berichtete Lorenz und schmunzelte. 400 000 Mark soll die Ablöse betragen haben – eine bemerkenswerte Summe. „Mein Herz schlägt auch für Braunschweig“, gestand Lorenz, fügte aber sogleich an: „Ich bin Bremer. Das wissen die Braunschweiger. Wir müssen Samstag gewinnen, das ist wichtig für die Mannschaft, den Verein, die Stadt. Da hängt so viel dran.“ kni

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