Clemens Fritz spricht über seine letzte Rückrunde als Fußball-Profi und über „Fritzarro“

„Wir werden das schaffen“

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Clemens Fritz freut sich auf seine letzte Rückrunde.

Bremen - Von Björn Knips. Morgen geht’s für Clemens Fritz noch einmal los – ein letztes Mal: Der Werder-Kapitän startet in seine letzte Rückrunde als Fußball-Profi – und das bestens gelaunt. Vor dem Spiel bei Schalke 04, das für den 35-Jährigen das 300. Bundesliga-Match seiner Karriere sein wird, spricht er über sein nahendes Karriereende und die Situation bei Werder Bremen.

Clemens Fritz, das war eine wilde Werder-Woche mit vielen Transfers – wie sehr beeinflusst das die Vorbereitung auf das Schalke-Spiel?

Clemens Fritz: Wenig. Wir müssen nur zusehen, dass wir Papy schnell integrieren, umso besser kann er uns helfen.

Sie sprechen die Chelsea-Leihgabe Papy Djilobodji an – kannten Sie ihn?

Fritz: Nein. Aber er hat bei Nantes gespielt, ist dann im Sommer zu Chelsea gewechselt. Und es ist kein Verbrechen, an Spielern wie Terry, Cahill oder Zouma nicht vorbeizukommen. Das sind schon Kaliber. Papy wird ein hohes Niveau haben, sonst hätte ihn Chelsea nicht verpflichtet.

Ist es nicht ungewöhnlich, dass er nur für vier Monate kommt?

Fritz: Ich finde es eher erstaunlich, wie schnell nach dem Wechsel von Assani Lukimya eine Lösung gefunden wurde. Es ist gut, dass die Lücke, die ,Luki’ hinterlassen hat, geschlossen ist.

Waren Sie überrascht, dass Lukimya plötzlich nach China gereist ist?

Fritz: Ich wusste das schon etwas eher. Natürlich wird er uns fehlen, er war ja auch unser Kassenwart (lacht). Menschlich ist ,Luki’ einfach top, und auf dem Platz war er durch seine Zweikampfstärke sehr präsent. Aber es war für ihn nun eine sehr gute Möglichkeit.

Hatten Sie auch mal ein Angebot aus China?

Fritz: Nein. Wir waren ja vor eineinhalb Jahren mit Werder in China, und ich muss ganz ehrlich sagen: Das ist kein Land, in dem ich noch mal Fußball spielen möchte.

Sie haben vor einer Woche Ihr Karriereende angekündigt – wie fühlt sich das jetzt an?

Fritz: Gut – nein, ganz schlecht (lacht). Im Ernst: Die Entscheidung ist doch über einen längeren Zeitraum gereift. Ich möchte mich einfach voll und ganz auf Fußball und den Klassenerhalt konzentrieren.

Kommt bei aller Konzentration trotzdem mal der Gedanke auf, dass es morgen zum letzten Mal nach Schalke geht?

Fritz: Ja natürlich. Ich bin auch von meinen Kollegen freundlich darauf hingewiesen worden, dass ich zum letzten Mal in Belek war. Da wird sicherlich zum Ende der Saison noch Wehmut aufkommen. Es ist nun einmal der größte Einschnitt in meinem Leben. Seit ich sieben Jahre alt war, ist der Fußball mein Leben.

Im Werder-Forum Worum wurde vorgeschlagen, dass Sie und Claudio Pizarro irgendwann einmal unter dem Titel „Fritzarro“ ein Abschiedsspiel im Weserstadion veranstalten könnten – eine gute Idee?

Fritz: Hört sich nett an, aber damit beschäftige ich mich im Moment gar nicht.

Ist es für Sie überhaupt vorstellbar, ausgerechnet als Absteiger aufzuhören?

Fritz: Natürlich denkt man mal daran. Aber ich werde alles tun, damit das nicht passiert.

Und wenn doch, machen Sie dann weiter, um den Karren aus dem Dreck zu ziehen?

Fritz: Wir werden das schaffen – mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Gibt es ein Stadion, auf das Sie sich noch einmal besonders freuen?

Fritz: Eigentlich nicht, ich habe ja alles schon 100 Mal gesehen. Aber in Berlin habe ich immer gerne gespielt, ich mag die Stadt.

Wir wäre es mit dem Pokalfinale am 21. Mai?

Fritz: Ich hätte nichts dagegen. Ich habe das zwei Mal mit Werder erlebt, das ist einfach super. Aber viel wichtiger ist in diesem Jahr der Klassenerhalt.

Wie sehr kann dabei Neuzugang Laszlo Kleinheisler helfen?

Fritz: Es ist immer ein großer Schritt für einen jungen Spieler, ins Ausland zu gehen. Ihm müssen wir sicher Zeit geben. Aber er hat die Ansätze, um es zu schaffen.

Was ist am Sonntag auf Schalke zu schaffen?

Fritz: Wir haben in der Vorbereitung intensiv gearbeitet und gehen die Aufgabe konzentriert und positiv an. Wenn wir mutig sind, können wir etwas holen.

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