Kapitän Fritz ist nach seinem Platzverweis im Nordderby sauer, aber zuversichtlich für das Paderborn-Spiel

„Dürfen nicht darauf vertrauen, dass drei Kracher kommen“

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Clemens Fritz

Bremen - Auch am Tag danach war Clemens Fritz auf 180. „Mich nervt es total, dass ich gesperrt bin“, schimpfte der Werder-Kapitän nach seiner Ampelkarte im Nordderby und knöpfte sich Schiedsrichter Felix Zwayer vor: „Das war völlig übertrieben. Ich gehe zum Ball, der Ostrzolek trifft mich unter dem Fuß.“

Als Ausrede für die 0:2-Niederlage beim Hamburger SV wollte der 33-Jährige den Platzverweis kurz vor Schluss beim Stand von 0:1 aber nicht benutzen. „Das haben wir uns schon selbst zuzuschreiben“, gestand Fritz und meinte damit den Fehler vor dem ersten Gegentor. Assani Lukimya hatte einen langen Einwurf unglücklich per Kopf verlängert, Keeper Raphael Wolf war nicht rechtzeitig rausgekommen und Theodor Gebre Selassie hatte Artjoms Rudnevs nicht am Torschuss gehindert. „Da müssen wir mehr Verantwortung übernehmen und eingreifen“, urteilte Fritz.

Wie schon unter Robin Dutt hatten individuelle Fehler Werder ins Hintertreffen gebracht. Doch von einem Rückschlag wollte Fritz nicht sprechen: „Es war doch klar, dass wir jetzt keine Serie von acht, neun Siegen hinlegen.“ Der Kapitän verteidigte auch die überraschend defensive Taktik vom neuen Coach Viktor Skripnik: „Das war genau richtig, Hoffenheim hat hier auch so gespielt und gewonnen. Der HSV hat damit Probleme. Aber wir haben es verpasst, vorne Nadelstiche zu setzen.“

Und das lag vor allem am verletzungsbedingten Fehlen von Franco Di Santo. „Sein Ausfall tut weh“, bestätigte Fritz und forderte zugleich von den Ersatzleuten wie Nils Petersen oder Izet Hajrovic: „Sie müssen mit mehr Selbstvertrauen und breiterer Brust auftreten. Das geht nur übers Training.“

Oder braucht Werder im Winter Verstärkungen speziell in der Offensive? „Wir sollten nicht darauf vertrauen, dass drei Kracher kommen und uns da unten rausschießen. Man muss schauen, was überhaupt möglich ist. Außerdem ist der Markt im Winter ein ganz anderer als der im Sommer“, erwiderte Fritz und riet zugleich: „Wir müssen jetzt punkten, um auf Tuchfühlung zu bleiben.“ Trotz der Personalsorgen und eigenem Fehlen ist der Kapitän „überzeugt, dass wir gegen Paderborn gewinnen. Wir dürfen jetzt nicht alles über den Haufen werfen, sondern wir müssen unseren Weg weitergehen.“

Wohin sein Weg führen wird, ist ihm schon klar, aber er spricht nicht darüber: „Es gibt im Moment wichtigere Themen.“ Wahrscheinlich ist ein Karriereende im Sommer, eine einjährige Auszeit und dann ein zweijähriges Trainee-Programm bei Werder. Den Anschlussvertrag besitzt er schon. Andererseits betont Fritz , dass ihm seine neue Rolle im Mittelfeld „richtig Spaß“ macht. Vielleicht hängt er ja doch noch ein Jahr dran.

kni

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