„Jeder muss mitziehen“

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Die neuen Spieler machen auf Werder-Kapitän Clemens Fritz einen offenen und positiven Eindruck.

Norderney - von Carsten Sander. Für Clemens Fritz beginnt die siebte Saison bei Werder Bremen, seine zweite als Kapitän der Mannschaft. Einer Mannschaft, die im Umbruch steckt und der er so schnell wie möglich ein Wir-Gefühl vermitteln möchte.

„Ganz wichtig“ sei das, sagt er im Interview, in dem er auch über das fußballerische Potenzial des Teams, neue Führungsfiguren spricht und die Qualität des heute zu Ende gehenden Trainingslagers auf Norderney spricht.

Viel Regen, wenig Sonne – wie hat es Ihnen auf Norderney gefallen?

Clemens Fritz: So wechselhaft hatten wir es hier wirklich noch nie. Das Wetter als Wundertüte…

Moment, die Wundertüte ist doch Werder. Nach dem personellen Umbruch weiß man noch nicht genau, was drin steckt und was herauskommt. Wo ordnen Sie den Kader ein, nachdem mit der Verpflichtung von Eljero Elia noch ein spektakulärer Transfer gelungen ist?

Fritz: Das ist im Moment noch schwer zu sagen. Elia ist erst seit Montag bei uns, Theodor Gebre Selassie kam noch einen Tag später – da ist alles noch sehr frisch. Ich kann aber sagen, dass alle Neuen – was das Charakterliche betrifft – einen sehr offenen und positiven Eindruck auf mich machen.

Die jungen Spieler, die letzte Saison dazugekommen sind, haben Erfahrungen gesammelt und sind jetzt auch schon wieder einen Schritt weiter. Ich bin optimistisch, dass wir eine erfolgreichere Saison spielen als die letzte. Ich denke auch nach wie vor: Es sollte der Anspruch sein für Werder Bremen, international dabei zu sein. Und wenn man sich den Kader so anguckt: Da steckt schon Potenzial drin.

Theodor Gebre Selassie hat auf seiner Vorstellung in Bremen sogar von der Champions League als Ziel gesprochen.

Trainingslager auf Norderney - Tag 6

Fritz: Es ist gut, wenn sich alle hohe Ziele stecken. Das zeugt vom Anspruch, den jeder an sich hat. Aber ich denke, wir tun gut daran, noch keine Prognosen zu formulieren. Wir müssen uns als Mannschaft auf dem Platz erstmal finden. Das ist harte Arbeit.

Und abseits des Spielfelds? Welche Maßnahmen ergreifen Sie als Kapitän, um den Teamgeist zu wecken?

Fritz: Es wird sicher auch mal einen Mannschaftsabend geben, das sind Ðinge, die gut tun. Wir werden versuchen, das noch vor dem Saisonstart hinzukriegen. Momentan stecken wir aber voll in der Vorbereitung. Drei Trainingslager, dazu die Testspiele – die kommenden Wochen sind vollgepackt, langweilig wird uns da bestimmt nicht.

Hat der Zusammenhalt in der vergangenen Saison gefehlt?

Fritz: So würde ich das nicht sagen. Es war nicht so, dass wir uns nicht riechen konnten. Aber vielleicht war der eine oder andere zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt. Ob es Verletzungen waren oder vertragliche Angelegenheiten – der Fokus auf das Wesentliche ist dabei auf der Strecke geblieben. Speziell die Rückrunde sollte uns eine Warnung sein. Jetzt weiß jeder, wie es eben nicht gemacht werden sollte. Gerade in Zeiten des Umbruchs, muss das Kollektiv funktionieren. Ob das persönliche Eitelkeiten sind oder irgendwelche anderen Dinge, die müssen wirklich zurückgestellt werden. Wichtig ist, dass die Mannschaft funktioniert. Und da muss jeder mitziehen.

Zieht jeder mit?

Fritz: Ja. Es ist eine gute Stimmung in der Mannschaft. Man merkt: Jeder will Erfolg haben. Mitarbeit und Engagement sind klasse, das stimmt mich wirklich positiv.

Die Mannschaft braucht neue Führungsspieler, einen neuen Mannschaftsrat. Einen stellvertretenden Kapitän gibt es auch noch nicht. Haben Sie Vorschläge?

Fritz: Wir haben genügend Spieler, die vom Charakter her Typen sind, die Verantwortung übernehmen wollen. Sokratis, Naldo, Sebastian Prödl – aber auch ein Aaron Hunt. Er hat die Qualität, er hat die Erfahrung und er ist in der Lage, vorneweg zu gehen. Er ist auf jeden Fall gefordert.

Könnte er Ihr „Vize“ werden?

Fritz: Das bestimmt der Trainer. Aaron muss sich da selber in die Pflicht nehmen. Ich denke, den Anspruch hat er auch an sich. Ich traue ihm absolut zu, diese Rolle zu übernehmen.

Nach der Verpflichtung von Rechtsverteidiger Gebre Selassie könnten Sie dauerhaft ins Mittelfeld wechseln. Wird dort Ihre neue Position sein?

Fritz: Ich bin für alles bereit. Aber man muss erstmal abwarten, wie es anläuft. Theo ist neu, ist gerade in ein ihm fremdes Land gewechselt, spricht die Sprache nicht. Da ist es nicht ganz einfach, gleich zur Leistung zu finden. n csa

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