Werder hofft auf die Vollendung eines Wunders und hat besondere Unterstützung

Ein riesiger grüner Fleck

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Während Zlatko Junuzovic und Fin Bartels Torschütze Davie Selke vor Freude in die zange nehmen, reagieren die Fans von Werder und Dortmund im Weserstadion ganz unterschiedlich auf den frühen Bremer Fürhungstreffer im Hinspiel. foto: imago

Bremen - Die erste Reaktion von Sebastian Prödl ist kurz und knackig. „Wow“, schießt es aus dem Werder-Profi heraus, als er von der Bremer Reisewelle nach Dortmund hört: „10000 ist mal echt eine Ansage. Da merkt man, dass die Fans an uns glauben. Es muss uns beflügeln, wenn man da so einen riesigen grünen Fleck auf der Tribüne sieht.“ Und es soll morgen (15.30 Uhr) mal so richtig grün werden, damit Werder weiter von Europa träumen darf.

Im Internet-Forum „Worum“ gibt es einen Aufruf, dass alle Fans am Samstag grün tragen sollen. „Ich denke schon, dass das klappen wird. Das wäre eine klasse Sache“, sagt Till Schüssler. Natürlich hat der Fan-Beauftragte mit einem großen Bremer Interesse an diesem Spiel gerechnet, aber nicht mit einem so großen: 8400 Tickets, also wie immer zehn Prozent der Stadionkapazität, wurden Werder zur Verfügung gestellt, die Nachfrage war aber mehr als doppelt so groß. „Diese Flut war überwältigend“, sagt Schüssler, denkt aber auch an die vielen, die leer ausgegangen sind: „So viele Karten wie in Dortmund kriegen wir sonst nie, da ist es bitter, nicht dabei zu sein.“

Einige Fans wählten einen anderen Weg, zapften Dortmunder Quellen an – deshalb wird die Zahl der Bremer im Stadion auf 10000 geschätzt. „Die brauchen wir aber auch“, sagt Mittelfeldmann Philipp Bargfrede mit Blick auf die schwierige Aufgabe. Der BVB ist nicht nur bei allen Wettanbietern großer Favorit, auch Werder selbst macht sich klein. „Reus, Gündogan“, zählt Viktor Skripnik und stoppt plötzlich: „Ich könnte mehr als die halbe Mannschaft nennen, die sind alle klasse. Das ist eine Spitzenmannschaft.“ Die eben nur durch ganz unglückliche Umstände in der Hinrunde abgestürzt und nun auf den Weg zurück nach oben ist.

Genauso wie Werder? Das ist nicht vergleichbar, denn die Bremer befinden sich seit Jahren im Abstiegskampf und waren Ende Oktober unter Robin Dutt am Tiefpunkt angekommen. Skripnik übernahm, schaffte den Klassenerhalt und lässt den Club sogar von Europa träumen. Nach seinem besten Werder-Moment in dieser Zeit befragt, blickt der Ukrainer aber nicht zurück, sondern voraus: „Ich hoffe, der kommt am Samstag. Das wäre ein gemeinsames Wunder für Werder.“ Skripnik strahlt und fügt an: „Ein Riesenkompliment für das, was wir geleistet haben. Am 16. Spieltag waren wir Letzter. Und jetzt haben wir die Chance auf Europa. Das ist das Beste, was ich mit den Jungs, mit den Kollegen, mit den Werderanern erlebt habe. Vielleicht wird es Samstag nach dem Spiel noch besser.“

Skripnik setzt dabei auf mehr Mut und mehr Risiko. „Aber das ist leichter gesagt als getan“, gesteht der Ex-Profi. Also zählt erst einmal das Einmaleins im Fußball, das bei Skripnik vor dem letzten Spieltag so klingt: „Wir müssen alles einsetzen, was noch in den Knochen und Köpfen steckt.“

Für Prödl ist das schon erkennbar. „Man merkt, dass es eine Vorbereitung auf ein Endspiel ist“, berichtet der Österreicher: „Wir haben angeschlagene Spieler, aber jeder will dabei sein und die Saison vergolden. Man verspürt eine große Lust.“ So geht es auch den Fans, die morgen Dortmund begrünen wollen.

kni

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