Werder ist heute im DFB-Pokal in Gladbach krasser Außenseiter – und benimmt sich auch so

Die Hoffnung schimmert nur

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Viktor Skripnik gestern beim Abschlusstraining in Bremen – kurz darauf ging es per Bus nach Gladbach. „Wir fahren da nicht chancenlos hin“, hatte der Werder-Coach gesagt.

Bremen - DFB-Pokal, Flutlicht, knapp 60000 Zuschauer im Borussia-Park, davon rund 4000 aus Bremen. Es wird eine klasse Atmosphäre sein heute Abend.

Ein Spiel, das viel Spaß machen kann. Eigentlich. Denn von Zuversicht und großer Vorfreude ist bei Werder vor dem Achtelfinale bei Borussia Mönchengladbach (19.00 Uhr) wenig zu spüren. Vor der Abfahrt mit dem Mannschaftsbus wirkten Trainer Viktor Skripnik und Sportchef Thomas Eichin gestern auf der Pressekonferenz eher angestrengt. Eichin sprach zwar – wie zuvor auch schon Stürmer Anthony Ujah – von einer „50:50-Chance“. Wirklich überzeugt davon, den Pokal-Coup schaffen zu können, klang der 49-Jährige allerdings nicht. Die Verantwortlichen haben nach der fast beendeten und erneut verkorksten Bundesliga-Hinrunde eine ebenso schmale Brust wie die Profis, gefühlt liegen die Erfolgsaussichten eher bei 10:90. „Wir haben momentan nicht das Selbstvertrauen, das Gladbach hat“, weiß Eichin: „Die Borussia ist bärenstark und der große Favorit.“

Dass Gladbach gerade in Leverkusen die erste Bundesliga-Pleite unter dem neuen Coach Andre Schubert kassiert hat (und beim 0:5 auch noch eine ziemlich deftige), macht Skripnik zumindest ein bisschen Hoffnung: „Wir fahren da nicht chancenlos hin. Vielleicht können wir die unruhige Situation dort ausnutzen.“ Eichin glaubt aber eher, dass die „Fohlen“ durch die Klatsche erst so richtig angestachelt worden sind und ihren Frust vom Wochenende in Energie umwandeln werden: „Sie werden mit einer gehörigen Portion Wut antreten.“ Entschlossene Gladbacher können extrem gefährlich sein für Werder. Denn wenn es bei der Borussia mal läuft, „dann läuft es“, meint Skripnik: „Sie haben schon ein paar Mal gezeigt, wo es langgeht, haben die Bayern geschlagen. Gladbach ist ein guter, großer Verein.“

Als Schubert das Ruder von Lucien Favre (nach Katastrophen-Start im September zurückgetreten) übernahm, ging es steil bergauf. Inzwischen erinnert die Borussia nicht mal mehr ansatzweise an das verunsicherte Team, das am dritten Spieltag mit 1:2 im Weserstadion verloren hatte. Deshalb taugt der einzige Heimsieg der Hinrunde für Werder auch nicht als Mutmacher. „Das ist doch jetzt eine ganz andere Mannschaft“, urteilt Skripnik über die Gladbacher Entwicklung, „sie sind wieder in der Spur.“

Das würden auch die Bremer nur allzu gerne von sich behaupten – ein Überraschungssieg heute würde da sicher helfen und Schwung geben für den Hinrunden-Abschluss am Samstag in Frankfurt. Ujah glaubt daran, dass ein Weiterkommen möglich ist: „Es ist Pokal – und da hat jeder seine Chance.“

mr

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