Werder hadert nach der Pleite gegen den BVB

„Wir bringen uns selbst raus“

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Für dieses rüde Foul an Sokratis sah Dortmunds Torschütze Ivan Perisic (am Boden) Gelb-Rot – doch Werder konnte diesen Vorteil in keinster Weise ausnutzen und kassierte in Überzahl sogar noch das 0:2.

Von Malte Rehnert - Die Herbstsonne lachte gestern Vormittag über dem Bremer Trainingsplatz, doch von den Werder-Profis wollte niemand so recht mitlachen. Die 0:2 (0:1)-Niederlage am Vorabend gegen Borussia Dortmund hatte gewaltig aufs Gemüt geschlagen und wirkte gestern noch nach.

Durch die erste Heimpleite der Saison – nach zuvor vier Siegen in Folge im Weserstadion – musste Werder den zweiten Platz verlassen.

„Ich würde nicht sagen, dass Dortmund stärker war als wir“, meinte Mittelfeldmann Marko Marin: „Aber gestern hat es eben nicht gereicht – aus verschiedenen Gründen. Mitte der ersten Halbzeit hatten wir das Spiel zum Beispiel total im Griff und bekommen das 0:1. Und auch vor dem 0:2 hatten wir einige gute Passagen. Beide Tore sind zu einem unglücklichen Zeitpunkt gefallen.“

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In einem „sehr intensiven Spiel“ (Werder-Kapitän Clemens Fritz) hatten die Hausherren zunächst fast gar nichts zugelassen – bis zur 42. Minute. Da sahen die beiden Innenverteidiger Naldo, der erstmals seit dem 15. Mai 2010 wieder in der Startelf stand, und Andreas Wolf nicht gut aus gegen Robert Lewandowski. Und dann konnte Rechtsverteidiger Sokratis den BVB-Torschützen Ivan Perisic nicht am sehenswerten Abschluss hindern (42.). „Wir waren nicht schlechter, trotzdem steht’s dann 0:1“, haderte Werder-Sportchef Klaus Allofs und fügte an: „Dortmund hat unsere Fehler ausgenutzt, wir haben das leider nicht hinbekommen.“

Auch nicht in der zweiten Halbzeit, als Perisic den Bremern früh sogar noch mächtig half. Nach seiner rüden Grätsche gegen Sokratis schickte Schiedsrichter Florian Meyer (Burgdorf) den bereits verwarnten Kroaten mit Gelb-Rot vom Platz (47.). „Ivans Tor war absolute weltklasse. Aber bei dem Zweikampf darf er so nicht hingehen – und tut es trotzdem“, monierte BVB-Trainer Jürgen Klopp.

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Mit der Überzahl wusste Werder allerdings fast nichts anzufangen. Torjäger Claudio Pizarro war trotz seiner anstrengenden Länderspielreise noch die auffälligste Offensivkraft, aber diesmal nicht gefährlich genug. Ein abgefälschter Lattenknaller von Linksverteidiger Lukas Schmitz (67.) – das war noch die dickste Bremer Chance. „Da hätten wir uns mehr rausspielen müssen“, kritisierte Fritz. Werder war zwar drückend überlegen, aber eben einfach nicht clever genug. Ganz anders der BVB, der zwar keinesfalls glänzte, in Sachen Effizienz allerdings meisterlich spielte. Ausgerechnet der Ex-Bremer Patrick Owomoyela (siehe Bericht links) sorgte mit seinem 2:0 (71.) nach einer Ecke für die Vorentscheidung. „Da sind nicht mal mehr alle Dortmunder mit nach vorne gekommen. Trotzdem machen sie das Tor, weil wir den Ball nicht wegbekommen“, haderte Aaron Hunt. Der Mittelfeldspieler zählte erneut zu den besten Bremern, war hinterher aber ziemlich frustriert: „Mit solchen Sachen bringen wir uns selbst aus dem Spiel.“

Werder-Trainer Thomas Schaaf setzte am Ende auf volle Offensive, nahm Wolf raus und brachte dafür den lange nicht wohl gelittenen Stürmer Sandro Wagner (74.). Doch es brachte nichts. Werder hätte an diesem Freitagabend wohl noch Stunden weiterspielen können und hätte nicht getroffen. So riss die Erfolgsserie im Weserstadion. Und wegen der mangelnden Kaltschnäuzigkeit und des fehlenden Ideenreichtums habe sein Team auch „verdient verloren“, resümierte Schaaf. Er wisse aber, „dass wir es besser können. Und das wollen wir in den nächsten Spielen zeigen.“ Nach der zweiten Niederlage hintereinander muss Werder nun in Augsburg und anschließend in Mainz punkten, um oben dran zu bleiben.

Etwas Ablenkung vom frustrierenden BVB-Erlebnis suchten die Bremer Profis gestern beim Mannschaftsabend, als die Neuzugänge – und das sind einige – ihren Einstand geben mussten.

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