Gegen den RSC Anderlecht machen die Bremer nur eine Halbzeit lang alles richtig

Werder wie gewohnt: Mal hui, mal pfui beim 1:2

Talent Tom Trybull (rechts) durfte sich gestern 70 Minuten lang im Test gegen den RSC Anderlecht, hier mit Milan Jovanovic, bei den Werder-Profis beweisen. ·

Side · Werder Bremen hat einiges an Gepäck mit in die Türkei geschleppt. Neben allerlei Trainingsutensilien leider auch die zwei Gesichter, die die Bundesliga-Hinrunde zu einem permanenten Wechsel zwischen großartig und grauenvoll gemacht hatten.

So war es auch gestern im Testspiel gegen den RSC Anderlecht. Werder verlor die Partie nach einer 1:0-Pausenführung noch mit 1:2.

Folgerichtig fiel die Analyse von Trainer Thomas Schaaf nach dem ersten Trainingslager-Test zweigeteilt aus. „In der ersten Halbzeit haben wir es wirklich sehr, sehr gut gemacht. Die Punkte, die wir uns im Training erarbeitet haben, wurden diszipliniert umgesetzt.“ Damit war vor allem das Defensivverhalten gemeint. Werder ließ auf der Emirhan-Sportanlage in Side bis zur Pause keinen Torschuss des belgischen Tabellenführers zu. „Das war gut anzusehen, damit war ich sehr zufrieden“, erklärte Schaaf, der zudem die Führung durch Markus Rosenberg (34./Vorarbeit Mehmet Ekici) beklatschen durfte. Claudio Pizarro ließ die Chance zum 2:0 (41.) ungenutzt.

Bremen verliert Test gegen Anderlecht

Werder Bremen verliert Test gegen Anderlecht

Bis dahin hatte die Viererkette mit den Innenverteidigern Sokratis und Sebastian Prödl sicher gestanden. Werder verfügte über die totale Spielkontrolle. Das änderte sich aber nach dem Seitenwechsel. Anderlecht wechselte neun Spieler aus und hatte plötzlich eine Truppe auf dem Platz, die sehr viel mehr im Verdacht steht, auch am Samstag im ersten Meisterschaftsspiel der Jupiler-League das Vertrauen zu bekommen. Dann ist der Daum-Club FC Brügge der Gegner. Und gestern holte sich der RSC das nötige Selbstvertrauen für die Partie. Werder dagegen passierte, „was wir auch in der Bundesliga zu oft gesehen haben“, so Geschäftsführer Klaus Allofs. In dem Maße, in dem die Belgier aktiver wurden, schraubten die Bremer ihr Engagement zurück. „Wir haben es wieder über uns ergehen lassen“, fasste Schaaf die zweiten 45 Minuten zusammen. Die Gegenwehr bestand weitgehend aus Alibi-Zweikämpfen. „Wir haben den Gegner zwar gestellt, aber nicht attackiert. Das war genau das, was wir nicht sehen wollten“, monierte Schaaf.

Trainingslager in Belek - Tag sechs

Trainingslager in Belek - Tag sechs für Werder

Die Niederlage nahm Formen an, als zuerst Oleksandr Iakovenko den Ausgleich erzielte (74.) und schließlich der erst 17 Jahre alte Dennis Praet das 2:1 markierte (86.). In beiden Fällen wurde Werder blitzsauber ausgespielt.

Wenn die Versuche von Lukas Biglia (71.) und des Ex-Wolfsburgers Dieudonne Mbokani (77.) nicht an Pfosten und Latte, sondern im Tor gelandet wären, hätte Werder noch mehr Mühe gehabt, dieses Testspiel als Teilerfolg zu deklarieren. So wie es Torwart Tim Wiese machte: „Insgesamt war es ganz gut. Nach 70 Minuten sind wir aber eingebrochen.“

Schon morgen hat Werder die Chance, es besser zu machen. Das Testspiel gegen den niederländischen Tabellenführer AZ Alkmaar bildet den Abschluss des Trainingslagers und vielleicht auch das Ende einer schwarzen Belek-Serie. Denn seit dem 2:0 gegen den SC Freiburg vor vier (!) Jahren hat Werder im türkischen Trainingslager in neun Spielen keinen einzigen Sieg mehr eingefahren. · csa

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