Mertesacker und Fritz treffen zum 2:1-Sieg über Meister Wolfsburg

Werder gewinnt den „Supercup“

Per Mertsacker (vorn) erzielte die Bremer 1:0-Führung. Mit ihm freute sich Vorbereiter Boubacar Sanogo.

Werder-Bremen - Aus Wolfsburg berichtetCarsten Sander

WOLFSBURG n Es war der Supercup – die inoffizielle Wiederauferstehung des 1996 abgeschafften Wettbewerbs. Deutscher Meister und Deutscher Pokalsieger trafen sich gestern Abend, weil Sponsor VW gerufen hatte. Doch was war wirklich „Super“ an diesem Cup? Aus Sicht des VfL Wolfsburg nicht viel. Aus Sicht von Werder Bremen dagegen einiges mehr. Der Cup-Gewinner siegte beim Champion mit 2:1 (1:0). Per Mertesacker (20.) und Clemens Fritz (81.) erzielten bei einem Gegentreffer von Bundesliga-Torschützenkönig Grafite (67.) die Bremer Tore in dem bislang härtesten Test der Saisonvorbereitung. Also: Alles super, oder was?

nFrings verschießt

nElfmeter

Im Fall Per Mertesacker gibt’s auf diese Frage ein klares Ja als Antwort. Seit dem 7. Mai, dem Tag des Rückspiels im UEFA-Pokal-Halbfinale beim Hamburger SV, hatte Mertesacker kein Fußball mehr gespielt. Gestern das Comeback, das zeigte: „Merte“ ist schon wieder voll da. In der Abwehr sicher und im Angriff hellwach, wie sich nach einem Eckball von Torsten Frings zeigte. Boubacar Sanogo legte per Kopf ab, Mertesacker vollendete mit der Fußspitze.

Die Führung der Bremer, die natürlich „ihren“ DFB-Pokal mit nach Wolfsburg gebracht und stolz neben die Meisterschale gestellt hatten, war zu diesem Zeitpunkt absolut verdient. Werder war, obwohl bei weitem nicht in Bestbesetzung angetreten, die bestimmende Mannschaft. Während Wolfsburg aus dem Kreis des Stammpersonals nur Stürmer Edin Dzeko und Torhüter Diego Benaglio entbehren musste, fehlten bei den Bremern Neuzugang Marko Marin (Fußverletzung), Hugo Almeida (Leistenprobleme), Daniel Jensen und Markus Rosenberg (beide im Aufbautraining) sowie der erkrankte Sebastian Prödl. Genau genommen gehörten auch Mesut Özil und Sebastian Boenisch noch in diese Reihe. Beide waren nach verlängertem Urlaub erst am Morgen ins Training eingestiegen (siehe Extra-Story), saßen am Abend aber schon auf der Bank und wurden von Thomas Schaaf nach 73 Minuten eingewechselt.

Dass sie endlich dabei sind, dürfte der Werder-Coach auch als „super“ einstufen. Das selbe Urteil über Marcelo Morenos ersten Auftritt in einem Bundesliga-Stadion – bescheidene 18 205 Zuschauer verfolgten das Duell der Titelträger in der VW-Arena – zu fällen, wäre überzogen. Aber: Der Bolivianer deutete in drei, vier Szenen an, dass er sich im Strafraum zu Hause fühlt. Außerhalb dieses Lebensraums gibt’s aber noch Defizite. Sprich: Das Spielverständnis ist noch nicht perfekt.

Kein Wunder, denn Moreno hatte wegen Achillessehnenproblemen einige Tage des Trainingslagers in Bad Waltersdorf verpasst. Den Feinschliff muss er nun in Bremen verpasst bekommen. Und an Schnelligkeit darf der 22-Jährige auch noch zulegen – wenn er denn mal ein Stürmer der Güteklasse Grafite werden will. Bei einem Konter lief der Brasilianer nämlich den Bremern Dusko Tosic und Martin Harnik mit Leichtigkeit davon und überwand den wenig beschäftigen Tim Wiese (67.). Super war das nicht von den Werder-Verteidigern.

Dass das Team von der Weser am Ende siegte, war Clemens Fritz zu verdanken. Aus spitzem Winkel traf er ins kurze Eck. In der turbulenten Schlussphase, die wieder richtig Lust auf Bundesliga-Fußball machte, sah Wolfsburgs Daniel Baier wegen eines Handspiels auf der Torlinie die Rote Karte. Torsten Frings, seit Diegos Weggang Elfmeterschütze Nummer eins, scheiterte mit dem Strafstoß aber an VfL-Torwart Nummer drei Marwin Hitz (90.+1). Thomas Schaaf war trotzdem zufrieden: „Das lässt sich schon gut an. Es war ein wichtiger und harter Test für uns“, sagte der Werder-Trainer.

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