Werder gewinnt „Geisterspiel“ in Hannover mit 3:2

Gute Generalprobe mit alten Schönheitsfehlern

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DEBÜT im Schneetreiben – aber Koen Casteels war gestern gleich warm.

Von Malte Rehnert. Die Rückrunde kann kommen! Werder Bremen hat gestern seinen letzten echten Härtetest vor dem Bundesliga-Start am kommenden Wochenende gewonnen.

Beim Debüt des neuen Bremer Torwarts Koen Casteels (nach einer Stunde eingewechselt) gab es gestern Nachmittag einen 3:2 (1:1)-Erfolg bei Hannover 96. „Leider können wir dafür keine drei Punkte mitnehmen. Das stört ein bisschen“, sagte Werder-Trainer Viktor Skripnik mit einem Lächeln – und fügte noch an: „Wenn ich das Ergebnis sehe, bin ich natürlich zufrieden. Aber hochzufrieden sollten wir nicht sein.“ Damit traf es der 45-jährige Ukrainer ganz gut: Werder spielte über weite Strecken sehr ordentlich, setzte den Bundesliga-Konkurrenten unter Druck und kreierte Chancen – aber da waren eben auch wieder diese Mängel in der Defensive, die zu leichten Gegentreffern führten. „Die müssen wir einfach abstellen“, forderte Kapitän Clemens Fritz hinterher in den Katakomben.

Zuvor hatten der 34-Jährige und seine Teamkollegen bei Schneetreiben ein ziemlich ungewöhnliches Testspiel erlebt. Es war eine geradezu surreale Stimmung in der Hannoveraner HDI-Arena. Die Spieler kamen in zwei Reihen rein – wie immer. Sie nahmen ihre Positionen im Mittelkreis ein und winkten ins weite Rund – wie immer. Nur waren die Ränge im 49 000 Zuschauer fassenden Stadion fast menschenleer. Ein paar Vertreter der beiden Vereine, ein paar Ordner, ein paar Balljungen und ein paar Journalisten. Das war’s. Wie schon beim Test der zwei Mannschaften im Sommer auf „Platz 11“ in Bremen (2:0 für Hannover) waren bei diesem „Geisterspiel“ keine Fans zugelassen, weil sonst erhebliche Sicherheitsmaßnahmen erforderlich gewesen wären.

So war auf der Tribüne jedes Wort und jedes Kommando der 22 Spieler zu hören. Und natürlich auch jeder Torjubel – zum ersten Mal wurde auf Seiten der Bremer bereits in der siebten Minute gefeiert, wenn auch ziemlich verhalten. Hannovers Nationalkeeper

Casteels gleich gefordert

Ron-Robert Zieler (machte insgesamt einen sehr unsicheren Eindruck) hatte das Dribbling gegen Fin Bartels gewagt – und verloren. Der Bremer Mittelfeldfeldmann, der gestern anfangs in der Zentrale ran durfte, nahm dem 96-Keeper außerhalb des Sechzehners den Ball ab, passte quer zu Philipp Bargfrede. Und der traf mühelos ins leere Tor (7.). Ein guter Start, der jedoch gleich wieder dahin war: Alejandro Galvez leistete sich einen Fehlpass, Hannover schaltete schnell und spielte Leonardo Bittencourt frei, der das 1:1 erzielte (13.). Doch die Bremer steckten den Rückschlag weg und hatten fortan die besseren Chancen. Zlatko Junuzovic (19.), Bartels (33.) und Torjäger Franco Di Santo (40.), der nach seiner Verletzung gestern immerhin schon 79 Minuten durchhielt, scheiterten allerdings. Di Santo war gestern übrigens – im Vergleich zum 2:1 gegen Borussia Dortmund am Ende der Hinrunde – die einzige Änderung in Werders Startelf. Gut möglich, dass Skripnik genau diese Formation am Sonntag (15.30 Uhr) im Heimspiel gegen Hertha BSC aufbietet.

Werder sollte dann aber nicht mehr so großzügig sein wie gestern in Minute 53. Da stand Joselu plötzlich völlig frei im Bremer Strafraum und schoss Hannover in Front. Diesmal hatten die Gäste eine schnelle Antwort parat: Junuzovic wurde im Sechzehner gelegt, Di Santo verwandelte den Elfmeter bretthart zum 2:2 (56.). Kurz darauf wechselte Skripnik munter durch, brachte unter anderem den gerade vom VfL Wolfsburg ausgeliehenen Casteels. Und der 22-Jährige konnte sich auch gleich auszeichnen, als er gegen Jimmy Briand parierte (63.). Für das letzte Highlight sorgte dann der eingewechselte Levent Aycicek: Der 20-Jährige, Ex-Jugendspieler von 96, erzielte nach starker Vorarbeit von Melvyn Lorenzen und Levin Öztunali den verdienten Bremer Siegtreffer.

Werder besiegt Hannover 96 im Testspiel mit 3:2

Werder: Wolf (60. Casteels) - Gebre Selassie, Lukimya (75. Caldirola), Galvez, Garcia (60. Sternberg), Bargfrede (75. Kroos), Fritz (60. Aycicek), Junuzovic, Bartels (60. Öztunali), Selke (60. Lorenzen), Di Santo (79. Hajrovic.

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