Werder geht mit viel Rückenwind in den Endspurt und den Kampf um Europa

„Eine einmalige Chance“

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Richtig gut gelaunt: Werder-Geschäftsführer Thomas Eichin (Mitte) und Trainer Viktor Skripnik (links) nach dem HSV-Sieg – auch Sportdirektor Rouven Schröder freut sich mit.

Bremen - Werder lässt es sich gutgehen! Als Belohnung für den 1:0-Sieg im Nordderby gegen den Hamburger SV hat Trainer Viktor Skripnik die Radtour gestern Vormittag mit einem Schmankerl angereichert. Auf halber Strecke gingen die Profis Brunchen – mit Grillbüffet. Sie saßen bei 20 Grad draußen, genossen die Sonne und kehrten erst nach zweieinhalb Stunden zum Weserstadion zurück. „Schöner kann es eigentlich nicht sein“, sagte Mittelfeldmann Zlatko Junuzovic, der leicht angeschlagen ist und sich mit dem Auto zum Essen chauffieren ließ.

Die Stimmung ist wieder bestens bei den Bremern. Gut, sie haben gegen den HSV spielerisch – wie in den vergangenen Wochen – alles andere als überzeugt. Aber durch den Triumph hat Werder, Mitte Dezember noch Tabellenletzter der Bundesliga, fünf Spieltage vor Schluss endgültig die letzten Zweifel am Klassenerhalt beseitigt. Mit nun 38 Punkten kletterten die Bremer vom neunten auf den siebten Platz, der bei günstiger Konstellation für die Qualifikationsrunde zur Europa League reicht. Und: Auch Rang fünf und sechs, die definitiv nach Europa führen, sind nur noch vier Punkte entfernt. Schalke und Augsburg haben jeweils 42 Zähler. Möglicherweise kehrt Werder nach vier Jahren Abstinenz auf das internationale Parkett zurück – es wäre nach dem katastrophalen Saisonstart unter Skripnik-Vorgänger Robin Dutt (kein Sieg in neun Partien) ein Riesenerfolg. Allerdings ist die Konkurrenz enorm, die halbe Liga darf sich mehr oder wenige große Chancen ausrechnen (siehe Grafik links).

Für Thomas Eichin ist der siebte Platz „kein Zufall. Wir stehen mit Fug und Recht da, wo wir jetzt stehen“, findet der Werder-Sportchef und ergänzt: „Jetzt wollen wir das Beste herausholen. Wir haben die einmalige Chance, diese Saison mit weiteren Siegen richtig gut abzuschließen.“ Das Bremer Restprogramm sei „machbar“, meint der 48-Jährige, „da haben andere Vereine ein schwierigeres. Wir könnten sogar dem HSV noch ein bisschen helfen, insgesamt für einige Clubs das Zünglein an der Waage sein.“ Werder spielt unter anderem noch in Paderborn und Hannover, zwei Hamburger Konkurrenten im Abstiegskampf.

Lesen Sie dazu auch: Der Weg nach Europa

Wenn man den Bremer Sportchef so reden hört, merkt man gleich: Das Selbstvertrauen, das durch vier Spiele hintereinander ohne Sieg und schwache Auftritte arg gelitten hatte, ist durch den Derbysieg zurückgekehrt. Werder hat reichlich Rückenwind bekommen und fühlt sich bereit für den Endspurt. „Was wir uns erarbeitet haben, wollen wir nicht mehr hergeben. Und so ein Sieg wie gegen den HSV kann eine Initialzündung sein“, glaubt Verteidiger Sebastian Prödl.

Zumal Werder – dank des dicken Hakens hinter dem Primärziel Klassenerhalt – nun „etwas lockerer spielen kann“, sagt Torjäger Franco Di Santo: „Wir haben jetzt diesen Stress nicht mehr.“ Finden auch Eichin („Wir brauchen keine Angst mehr vor dem Matsch da unten zu haben“) und Junuzovic: „Diesen Überlebenskampf, diese extreme Drucksituation – das ist weg. Das kann ein großes Plus sein.“

mr

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