Für Werder geht es im Pokal auch ums Geld

Ausscheiden verboten

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Zeigt her eure Füße, zeigt her eure Schuh: Die Werder-Profis machen sich bereit für ihre erste Pflichtspielaufgabe heute im DFB-Pokal bei den Würzburger Kickers.

Bremen - Die Erleichterung ist allen ins Gesicht geschrieben: Werder freut sich, dass die ungeliebte Vorbereitung endlich vorbei ist. Dabei könnte der Druck kaum größer sein. Der Bremer Bundesligist darf heute beim Drittligisten Würzburger Kickers (15.30 Uhr) nicht ausscheiden! Es geht um so viel – in erster Linie natürlich ums Geld. Aber auch um Phantasie und den Erhalt der guten Stimmung für den schwierigen Bundesliga-Auftakt in einer Woche gegen Schalke.

„Schön spielen, zählt nicht, sondern nur das Weiterkommen“, lautet die Vorgabe von Zlatko Junuzovic. Der Österreicher wird die Mannschaft heute an Stelle des gesperrten Kapitäns Clemens Fritz aufs Feld führen. Gemeinsam mit Assani Lukimya wurde Junuzovic von den Kollegen zum Vize-Kapitän gewählt. Die Auswahl des Gegners per Los empfindet er dagegen als unangenehm. „Gegen Drittligisten ist es wirklich nicht einfach“, sagt Junuzovic. In schlechter Erinnerung daran, dass Werder in den vergangenen vier Jahren stets an Drittligisten gescheitert ist. „Die haben schon zwei Ligaspiele hinter sich, sind im Rhythmus“, erklärt der Mittelfeldspieler, will das aber nicht als Jammerei verstanden wissen: „Es ist so – und es ist auch nicht unfair.“

Schließlich hat Werder auch gespielt. Und die Gegner waren durchaus namhaft: Europa-League-Sieger FC Sevilla und Premier-League-Club West Ham. Beide wurden besiegt. „Aber das Feeling in solchen Testspielen ist einfach etwas anders“, gesteht Junuzovic: „Erst bei Pflichtspielen ist die Anspannung richtig groß. Jetzt muss der Mut zum Risiko bleiben.“

Das gilt auch für den Trainer. Vertraut Viktor Skripnik weiterhin dem erst 18-jährige Maximilian Eggestein als Spielmacher? Darf Florian Grillitsch (20) als Ersatz für Fritz im rechten Mittelfeld ran? Der Ukrainer lässt sich nicht in die Karten blicken, das Abschlusstraining gestern fand wie immer hinter verschlossen Türen statt.

Skripnik verriet lediglich, dass Würzburg im Vorfeld wie ein Bundesligist behandelt wurde. Während seine Vorgänger den Pokal gerne mal als letzten Härtetest angesehen und erst den Bundesliga-Auftakt als echten Startschuss ausgegeben hatten, wirkt Skripnik total fokussiert auf diese Aufgabe im Frankenland.

Sein Chef nimmt das zufrieden zur Kenntnis. „Wir brauchen sportlichen Erfolg und Geld“, betont Thomas Eichin und gesteht: „Wir haben das Weiterkommen einkalkuliert, also ist das Spiel auch finanziell sehr wichtig.“ Dabei geht es nicht nur um die Einnahmen für die nächste Runde (268000 Euro plus Zuschauer), sondern auch die Aussicht auf weitere Spiele – speziell Heimspiele, um das Weserstadion leichter finanzieren zu können. Bei Werder zählt jetzt jeder Euro. Clubchef Klaus Filbry hat längst deutlich gemacht, dass sportlicher Erfolg mit dem daraus resultierenden Einnahmeplus lebensnotwendig sei.

Abschlusstraining bei Werder Bremen

Da kann man sich schon mal sorgen. Doch gerade Eichin ist niemand, der etwas fürchtet. Also geht der Ex-Profi selbstbewusst wie immer voran: „Wir werden weiterkommen, weil wir die richtige Einstellung haben.“ Aber nicht nur die fügt Junuzovic noch an. Der Österreicher ist überzeugt: „Wir sind weiter als vor einem Jahr, wir treten anders auf. Wir sind stabiler, stehen kompakter, haben mehr Ballfrequenz. Diesen Weg müssen wir weitergehen.“ kni

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