1:4 – Werder geht in Frankfurt unter

Dem Auf folgt wieder das Ab

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Clemens Fritz ist mit Werder Bremen auf dem Boden gelandet.

Aus Frankfurt berichtet Björn Knips. Auf den SV Werder ist Verlass: Einem guten Ergebnis folgt stets ein schlechtes. Also gab‘s nach dem 4:1-Auswärtserfolg vor einer Woche in Hoffenheim gestern Abend fast zwangsläufig eine 1:4 (0:0)-Pleite in Frankfurt.

Eine unnötige, denn bei den Hessen war lange Zeit mehr drin gewesen. Doch Werder patzte hinten zu häufig, um erstmals nach über einem Jahr einen zweiten Sieg in Folge zu landen. Zugleich verpassten die Bremer die große Gelegenheit, sich sogar ganz nah an die Champions-League-Plätze zu pirschen. Darüber und sogar noch mehr durfte sich die Eintracht freuen: Der Aufsteiger belegt nach 16 Spieltagen sensationell den Relegationsplatz zur Königsklasse.

Es hatte wieder still begonnen – aber nur auf den Rängen der mit 51000 Zuschauern ausverkauften Commerzbank-Arena. Zum letzten Mal in dieser Hinrunde gab‘s in den ersten zwölf Minuten und zwölf Sekunden von den Rängen nichts zu hören, um sich in der Debatte um ein neues Sicherheitskonzept Gehör zu verschaffen. Die Spieler ließen sich davon nicht beeindrucken, vor allem nicht die Frankfurter, die gleich forsch nach vorne spielten. Sofort rückte auch Schiedsrichter Deniz Aytekin in den Mittelpunkt. Gleich bei drei Bremer Attacken im Werder-Strafraum war der Mann aus Ober-asbach gefordert und entschied bei den Duellen Elia gegen Aigner (2.), Sokratis gegen Aigner (4.) und Gebre Selassie gegen Rode (8.) ganz richtig nicht auf Strafstoß. Zum Unmut der Gäste, die sich anschließend auch noch über vier Gelbe Karten ärgerten. Aber die gingen ebenfalls in Ordnung, weil die Eintracht Bremer Konter immer wieder mit taktischen Fouls stoppte.

So kam Werder nur selten vor das Tor der Hessen, und dort fehlten Nils Petersen wenige Millimeter, um die Hereingabe des starken Kevin De Bruyne zu verwerten (32.). Vier Minuten später ging es auf der anderen Seite rund – und das gleich dreimal binnen 120 Sekunden: Erst rettete Sebastian Prödl gegen Takashi Inui, dann gegen Olivier Occean – und schließlich zielte Inui nur knapp vorbei.Glück gehabt, Werder! Doch das war nur kurz darauf schon wieder vergessen. Denn nach Petersens vermeintlichen Führungstreffer unterband Aytekin jeglichen Jubel (38.). Der Unparteiische wollte nach einer Freistoß-Hereingabe von De Bruyne ein Foul von Petersen an Keeper Kevin Trapp gesehen haben. „Falsch“, meinte Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann als Co-Kommentator von Sky, „Richtig“, erwiderte später Dr. Markus Merk, der als Ex-Schiedsrichter ebenfalls für den Bezahl-Sender arbeitet. Aytekin hatte schon am dritten Spieltag in Hannover den Treffer von Assani Lukimya zum 3:2 nicht gegeben, die Gäste verloren 2:3 – gestern aber lag der Unparteiische tendenziell eher richtig.

Mit 0:0 ging es in dei Pause – und nur zwei Minuten nach Wiederbeginn fiel die Führung für Frankfurt: Marko Arnautovic ließ Bastian Oczipka flanken, und in der Mitte durfte Alexander Meier unbedrängt von den Innenverteidigern Prödl und Sokratis per Kopf seinen zehnten Saisontreffer erzielen.

Bilder zum Spiel

Eintracht Frankfurt gegen Werder Bremen

Ein Schock für Werder? Mitnichten! Die Bremer wurden jetzt richtig giftig, hätten durch Prödl Sekunden später fast schon ausgeglichen, doch der Kopfball des Österreichers landete am Kopf von Trapp. Kein Problem, denn der nächste Angriff saß: Zlatko Junuzovic erkämpfte sich die Kugel, De Bruyne schickte Arnautovic auf die Reise, und dessen Flanke nickte Petersen ein – 1:1 (54.). Ein herrlicher Treffer!Doch darüber konnte sich Werder nicht lange freuen, denn Frankfurt schlug zurück – und wie: Erst nahm Pirmin Schwegler aus 22 Metern Maß (62.), dann profitierte Aigner davon, dass Lukas Schmitz bei einer Occean-Hereingabe ausrutschte (63.). Zwei Tore in nicht einmal 60 Sekunden – die Gäste schienen nach dem 1:3 erledigt. Arnautovic hätte sie aufrichten können, scheiterte aber freistehend an Trapp (69.). Das war‘s – fast: Denn Inui machte es mit dem finalen 4:1 noch ungemütlicher für die Gäste im kalten Frankfurt (90.).

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