Kovacs kleines Wunder

Die Auferstehung eines Totgesagten

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Die Brüder Niko (l) und Robert Kovac haben Eintracht Frankfurt wieder auf Kurs gebracht.

Frankfurt - Von Peppi Schmitt. Gut drei Wochen ist es her, da hatte Frankfurt mit der Eintracht abgeschlossen, zumindest mit der Eintracht in der Bundesliga. Nach dem 0:3 in Leverkusen hatte in der Stadt sportliche Depression geherrscht, selbst die Vereinsvertreter von Aufsichtsrat, Präsidium und Vorstand hatten nicht mehr so recht an die eigenen Chancen geglaubt. Die Planungen waren auf die Zweite Liga ausgerichtet. Drei Spiele und drei Siege später ist alles anders.

Nicht nur, dass die statistischen Berechnungen vor dem Abstiegsfinale bei Werder Bremen „nur“ noch 30 Prozent Abstiegswahrscheinlichkeit ausweisen – nach Leverkusen waren es noch weit über 90 Prozent gewesen – jetzt glauben auch wieder alle, wirklich alle, daran, dass es doch noch reichen wird. Dieses kleine Wunder haben Trainer Niko Kovac und seine Spieler zumindest schon mal vollbracht. Die Stadt und die gesamte Region fiebern wieder mit der Eintracht, es herrscht seit dem 1:0 gegen Borussia Dortmund eine für diese Saison nicht mehr für möglich gehaltene Begeisterung.

Obwohl in Bremen ein Punkt zum Klassenerhalt reichen würde, sagt Kovac frech: „Auf Unentschieden spielen geht nicht, wir spielen auf Sieg.“ Das ist ganz nach dem Geschmack von Präsident Peter Fischer, der bereits verkündet hat: „Wir können davon ausgehen, dass sich die Bundesliga am Samstag um 17.20 Uhr darauf freuen kann, dass der geilste Verein weiter in der Bundesliga spielen wird.“ Nun ist das typisch Fischer, ein bisschen übertrieben, vielleicht sogar ein bisschen durchgeknallt, aber es trifft die Stimmung in diesen Tagen. Die Schlagzeilen in den Zeitungen machen dies deutlich. „Märchenhaft“, steht bei der „Frankfurter Rundschau“, „der absolute Wahnsinn“ bei der „FNP“ und die „Offenbach-Post“ sieht die Eintracht „dem Wunder nahe“. Die Video-Clips, die der Club seit einigen Wochen unter dem Titel „Auf jetzt!!!“ ins Netz stellt, sind längst zum Kult geworden.

Der jüngste vor dem Dortmund-Spiel hatte weit über eine halbe Million Aufrufe. Längst ist auch der Trend wieder der Freund der Eintracht. Auf einmal trifft Stefan Aigner wieder, hat mit seinen Saisontreffern zwei und drei in Darmstadt (2:1) und gegen Dortmund (1:0) gleich für vier Punkte gesorgt. Am Samstag in Bremen wird nun zwar Szabolcs Huszti fehlen, dafür kann aber Haris Seferovic wieder spielen. Es würde zur aktuellen Eintracht passen, wenn es nun Seferovic wäre, der endlich zu seinem ersten Tor in diesem Jahr kommen würde. Und noch eine wichtige Nachricht: Heute wird Torjäger Alexander Meier aller Voraussicht nach zum ersten Mal wieder im Kreis der Mannschaft auf dem Platz stehen und trainieren. Einen Krafttest hat der Kapitän bestanden, das Comeback rückt in Reichweite.

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