Werder zum ersten Mal mit beiden Riesen

Die Fast-Vier-Meter-Wand soll Wolfsburg stoppen

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Sie bilden heute das größte Abwehrzentrum der Bundesliga: Sebastian Prödl (links) und Yannik Vestergaard.

Bremen - Von Björn Knips. Kein Zweifel, das wird heute Abend im Weserstadion ein Riesenspiel. Denn der SV Werder bietet gegen den VfL Wolfsburg (17.30 Uhr) erstmals seine beiden größten Spieler von Beginn an gemeinsam auf: Jannik Vestergaard (1,99 Meter) und Sebastian Prödl (1,94 Meter). Diese Fast-Vier-Meter-Wand im Bremer Abwehrzentrum soll die Ballermänner Bas Dost und Co. stoppen.

Ob das Viktor Skripnik allerdings so geplant hat, ist offen. Denn der Werder-Coach muss kurzfristig auf Assani Lukimya verzichten. Der Innenverteidiger, der zuletzt vom Trainer ausdrücklich gelobt wurde, hat sich eine Bauchmuskelzerrung zugezogen. Zum Glück für Werder meldete sich gestern Vestergaard beim Abschlusstraining gesund zurück. Der Däne hatte unter der Woche über muskuläre Probleme geklagt und nur individuell trainiert. Heute verteidigt er im Abwehrzentrum erstmals an der Seite von Prödl, der zwar schon vor einer Woche nach zweimonatiger Verletzungspause sein Comeback gefeiert hatte, aber als Stürmer in der Schlussphase. Mit Erfolg. Prödl erzielte den späten Ausgleich und sorgte dafür, dass Werder in diesem Jahr weiterhin unbesiegt ist. Genauso wie Wolfsburg. Beide Teams führten vor diesem Spieltag mit 13 Zählern die Rückrundentabelle an. Ein Spitzenspiel also? Skripnik hat nichts gegen diese Bezeichnung: „Die gefällt mir.“

Die Zeiten, in denen Werder von Robin Dutt klein geredet wurde, sind vorbei. Skripnik demonstriert in jeder Sekunde Selbstvertrauen, ohne dabei den Respekt vor dem Gegner oder gar die Bodenhaftung zu verlieren. „Wir dürfen nicht vergessen, gegen wen wir spielen“, sagt der 45-Jährige. Wolfsburg habe die individuelle Klasse aus „einer Chance zwei Tore zu machen. Wir brauchen fünf Chancen für ein Tor.“ Skripnik lacht. Natürlich hat er das nicht ganz ernst gemeint. Aber für ihn gehört einfach auch Spaß zum Fußball. Neben dem Platz, aber ebenso auf dem Feld. „Ich wünsche mir vor allem, dass wir zeigen, was wir können“, sagt Skripnik. Deshalb darf seine Mannschaft heute Abend nicht verkrampfen und schon gar nicht Angst vor dem starken Gegner haben.

Wobei diese Wolfsburger schon furchterregend sind – vor allem auch, was ihre Finanzkraft betrifft. Die VW-Tochter gönnte sich im Winter mal eben so einen Weltmeister: Für satte 32 Millionen Euro wurde Andre Schürrle vom FC Chelsea verpflichtet. „Ich gratuliere Wolfsburg, dass sie sich das leisten können. Soll ich deshalb neidisch sein? Nein“, behauptet Skripnik und berichtet stolz: „Ich habe mich riesig gefreut, dass wir für 2,5 Millionen Euro Vestergaard verpflichtet haben. Das war wirtschaftlich besser, als das, was die gemacht haben. Jeder sieht doch, dass es mit Yannik sofort gepasst hat.“

Heute soll der nächste Beweis folgen. Aber Werder will nicht nur verteidigen, sondern wie gewohnt, mutig nach vorne spielen. Das Problem: In Fin Bartels (Gelbsperre) fällt ein wichtiger Offensivspieler aus. Genauso wie sein erster Ersatz. Levent Aycicek musste gestern das Abschlusstraining abbrechen und gehört nicht zum Kader. Was er sich zugezogen hat, will der Verein erst heute bekanntgeben. Für Bartels bzw. Aycicek dürfte Levin Öztunali in die Startelf rücken. Oder Maximilian Eggestein? Skripnik hatte den 18-Jährigen am Freitag bei der Pressekonferenz jedenfalls zum Kandidaten gemacht. Eggestein gehört ebenso zum 18er-Aufgebot wie erstmals in seiner Karriere Lukas Fröde (20).

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